Alpenflusslandschaften und die Klammspitze

Klammspitze im Ammergebirge bei Sonnenaufgang

Klammspitze im Ammergebirge bei Sonnenaufgang

Wie schon bei Tour „Über den Jochberg darf es sein“, wo wir über den Jochberg von der Kesselbergpasshöhe in die Jachenau wanderten, bewegen wir uns auch hier nicht im Kreisverkehr und reisen deshalb ohne Auto an. Mit guter Verbindung, trotz Umsteigen, geht es entweder vom Bahnhof in Oberau oder Oberammergau mit dem Bus zum Schloss Linderhof. Dort erwartet uns eine zwar lange, aber sehr abwechslungsreiche Wanderungen durch das „zahme“  nordöstliche Ammergebirge. 21 km und etwa 1130 m Anstieg liegen vor uns. Der höchste Punkt wird die Klammspitze mit 1829 m werden. An zwei „besten“ Einkehrmöglichkeiten soll es nicht fehlen.

Der Aufstieg zur Klammspitze führt von der Bushaltestelle Schloss Linderhof zuerst etwas westlich und dann in nördlicher Richtung über die Brunnenkopfhäuser vergleichsweise zügig aber anstrengend hinauf. Wir lassen die Brunnenkopfhäuser zunächst am Wegrand liegen und steigen in der kühlen Morgenluft bis zur Klammspitze hoch (nur für trittsichere Wanderer und nur, wenn das Kar, östlich unterhalb der Großen Klammspitze, schneefrei ist). Am Gipfel erwartet uns ein großartiger Rundblick, hinaus aufs Land über die Trauchberge bis München sowie hinüber in die schroffen Felstürme des weniger zahmen Ammergebirges im Kenzengebiet mit Hochplatte, Krähe und Geißelstein.

Im  Graswangtal sehen wir den wunderbaren Verlauf der über große Strecken noch natürlichen Linder. Ein seltener Anblick, der in starkem Kontrast zum Verlauf der Ammer (die aus der Linder entsteht) bei Oberammergau steht.Pürschling und Lindertal im Moregernlicht

Haben wir uns auf der Klammspitze satt gesehen, geht es auf selbem Weg wie beim Aufstieg zurück zu den Brunnenkopfhäusern. Jetzt gilt es zu entscheiden: Nochmal rasten oder auf herrlichem Höhenweg weiter über Laubeneck und Teufelstätt Kopf zum August-Schuster Haus, um dort die Füße zu entlasten. Oder beides? Eine Rast sollte man in jedem Fall nutzen: Der Weg ist lang und, wenn es auch nur Anstiege von ca. 200 m sind, kosten uns diese nach der Klammspitze Kraft. „Lohnen“ tut es sich allemal, es gibt fast nichts Schöneres für Vagabunden, die mit langem Atem nach Unterammergau wollen, um dort wieder mit einem gemütlichen Bummelzug den Anschluss an die großen Linien heim in die Stadt zu finden. Zeit lassen ist hier angesagt, der letzte Zug geht erst nach Einbruch der Dunkelheit….

Vom August Schuster Haus können wir sicher auf der Fahrstraße hinab nach Unterammergau gehen (teilweise sehr steil), vorbei an einem wunderbaren Kirchlein, oder etwas abwechslungsreicher aber ohne Markierung über einen kleinen Pfad, wie hier getan.

Eine wirklich großartige Tour für gute Geher mit hoher Trittsicherheit durch das „zahme“ Ammergebirge. Im Frühjahr mit Blumen übersät, an klaren Herbsttagen mit herrlichen Weitblicken gesegnet, ein spannendes Auf und Ab in einer großartigen Landschaft. Wenn es nach mir ginge, durch den dritten Nationalpark in Bayern. Die Landschaft hat es verdient, und die Menschen, die dort leben, auch. Denn dann bleibt sie ihnen so erhalten, wie sie nicht schöner sein kann. Und nicht eine Hütte nach der anderen wächst leise immer besser ausgebaut am Wegrand zum Pürschling durch das Wetzsteintal hinauf.

Wenn der Zug in Unterammergau noch nicht wartet, und die Kraft es noch zulässt, kann man sich etwas die Füße vertreten und sich die „gebändigte“ Ammer ansehen. Eine Parklandschaft zum Weinen, trotz der herrlichen Kulisse. Und sind wir ehrlich, durch den schnellen Abtransport des Wassers nur eine Kostenverschiebung. In Passau saufen sie allemal ab. Und hier am Ursprung könnte man durch Überschwemmungszonen sowohl ökologisch als auch in der Landschaftsgestaltung Einiges hinzugewinnen. Oder? Hier mehr zum Ammergau.

 

Die Tour als KML download:  Tour der Natur 02

Zum Schluss ein wichtiger Hinweis: Planen Sie die Tour gut mit Karte und Führer, das Smartphone und die Touren Vorschläge in diesem Blog nehmen Ihnen nicht das Denken und die eigene Verantwortung ab. Wir wollen auch keinen Wanderführer ersetzen, da gibt es ein sehr gutes und preiswertes Angebot im Handel. Wir wollen zu Ideen anregen, die der Natur und den Menschen gerecht werden.

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