Franziskus Pilgerweg

Schöpfungsspiritualität und Biodiversität – was hat das miteinander zu tun?

Das Leben unserer Welt in seiner Vielfältigkeit zu erhalten, stellt eine ökologische, soziale und ökonomische Aufgabe dar. Die Vielfalt nutzt der Mensch nicht nur als Ressource für sein Leben und Überleben, sondern sie eröffnet ihm neben Erholung und ästhetischen Erlebnissen auch die Möglichkeit einer tief reichenden spirituellen Erfahrung.
Die christliche Schöpfungsspiritualität betrachtet das Leben mit der Grundhaltung von Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese regen zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensstil an, weil sie getragen sind von der Hoffnung auf die Erlösung der gesamten Schöpfung (vgl. Römerbrief 8,21f.).
Das Pilgern ist eine Möglichkeit, Schöpfungsspiritualität und Biodiversität unmittelbar zu erfahren. Die Natur als Schöpfung Gottes lädt uns ein, sie mit allen Sinnen offen wahrzunehmen und mit unserer Um- und Mitwelt in Kontakt zu treten. Diesen Prozess bezeichnet der Hl. Ignatius von Loyola als „Gott suchen und finden in allen Dingen“.
Der Pilgerweg führt hier von Eschenlohe zum Franziskanerkloster St. Anton in Partenkirchen. Er hält viele Naturschätze für uns bereit, wenn wir mit dem Hl. Franziskus von Assisi als Patron offen sind für das, was uns umgibt. Wir sind dabei eingeladen, uns durch den „Spirituellen Proviant“, an den jeweiligen Weg-Stationen inspirieren zu lassen, hinter den unmittelbar vor uns liegenden Dingen die Welt in ihren spirituellen Dimensionen wahrzunehmen. Angesichts der Ausbeutung und Zerstörung der Natur sind wir im Sinne des Hl. Franziskus aufgerufen, auf all unseren Wegen die Vielfalt der Welt zu sehen und durch Zurückhaltung zu bewahren als eine Form der Lobpreisung des Schöpfers und des Dankes an ihn.
In diesem Sinne ermuntert uns Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika „Laudato si‘. Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ zu einer Aufgeschlossenheit und gleichzeitig zur Genügsamkeit: „Die Genügsamkeit, die unbefangen und bewusst gelebt wird, ist befreiend. Sie bedeutet nicht weniger Leben, sie bedeutet nicht geringere Intensität, sondern das Gegenteil. Das Glück erfordert, dass wir verstehen, einige Bedürfnisse, die uns betäuben, einzuschränken, und so ansprechbar bleiben für die vielen Möglichkeiten die das Leben bietet.“ (Laudato si‘, Nr. 223)

Artenvielfalt auf Franziskus Pilgerweg

Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
Glauterbachmündung
Glauterbachmündung
Händelwurz
Händelwurz
Schafe am Weg
Schafe am Weg
Läusekraut
Läusekraut
Ursprünge
Ursprünge
Seidelbast
Seidelbast
Sumpfschrecke
Sumpfschrecke
Rosmarinheide
Rosmarinheide
Sonnentau
Sonnentau
Brunnenkresse
Brunnenkresse
Grasfrosch
Grasfrosch
Sumpfdotterblume
Sumpfdotterblume
Mosaikjungfer
Mosaikjungfer
Armleuchteralge
Armleuchteralge
Prachtnelke
Prachtnelke

 
 

Kurzbeschreibung:
Ausgangspunkt:  82438 Eschenlohe, Pfarrkirche St. Clemens
Weglänge und Anforderungen:  a) Hauptweg über die „Sieben Quellen“ ca. 17,5 km; leichter Anstieg, nur am Wasserfall etwas steiler; festes Schuhwerk v.a. bei feuchtem Boden. b) Alternativweg entlang der Loisach ca. 16,2 km; leichter Anstieg; festes Schuhwerk.
Naturräume:  artenreicher Magerrasen, Streuwiesen, Alpenmagerweide, Moorweide, Pfeifengraswiesen, Geröllfeld, Hochmoor, Sumpf- und Bruchwald mit Schwarzerlen, Auwälder, Quellen mit hochspezialisierten Arten, Wasserfall, Flussmündung des Lauterbach
Kultur:  Pilgerweg des Hl. Franziskus, Via Romea, Burg Werdenfels; „menschgemachte Artenvielfalt“ auf Streuwiesen, Magerrasen und Moorweide, Wallfahrtskirche und Franziskanerkloster „St. Anton“, Zeugnis eines Besiedlungsversuchs im frühen 19. Jahrhundert (Mühlwiesen) durch den bayerischen König Max I. Joseph.
Geologische Besonderheiten: (fett) Buckelwiese
Charakter der Tour:  Dieser Pilgerweg bietet eine reiche Palette an Lebensräumen in einer beeindruckenden Landschaft. Der Weg verläuft am Ortsausgang von Eschenlohe über die Riedern vorbei an Buckelwiesen-Resten, über die „Sieben Quellen“, entlang von Sumpf- und Bruchwäldern ehe Geröllfelder erreicht werden. Vom zweiten lässt sich das Pfrühlmoos überblicken, ehe ausgedehnte Streuwiesen folgen. Nach dem Oberauer Wasserfall geht es in Richtung Farchanter „Föhrenheide“, einem alten Weidegebiet, das  von parkartig stehenden Wald-Kiefern geprägt ist. Teilweise verläuft die Route auf der „Via Romea“, einem uralten Pilger- und Handelsweg. Das Franziskanerkloster St. Anton liegt malerisch am Berghang mit grandiosem Ausblick. Eine Alternativroute verläuft von Eschenlohe entlang der Loisach durch weitläufiges Extensiv-Weideland sowie artenreiche Streuwiesen. In Oberau trifft dieser Weg den Hauptweg.

Die 13 Stationen des Franziskus-Pilgerwegs:

Station 1: Buckelwiese „Auf den Riedern“, ein Natur- und Kulturdenkmal
Station 2: Die „Sieben Quellen“, ein Lebensraum für hochspezialisierte Arten
Station 3: Sumpf- und Bruchwald, seltene Waldformen mit hoher Biodiversität
Station 4: Geröllfeld und Hochmoor: Artenvielfalt und enorme Wasser- und CO2-Speicher
Station 5: Streuwiesen im Pfrühlmoos, eine „menschgemachte“ Artenvielfalt
Station 6: Wasserfall „Fahrmannslaine“, Mosaik der Natur
Station 7: Die Föhrenheide, eine „Alpenmagerweide“ mit alten Pflanzenarten
Station 8: Farchant – „Ursprünge“, das Quellgebiet des Röhrlbaches
Station 9: „Via Romea“, Pilger- und Handelsstraße der Vergangenheit
Station 10: Wallfahrtskirche & Franziskanerkloster „St. Anton“, im Gedenken an zwei Heilige
Station 11: Moorweide, Bewirtschaftung mit alten Schaf- und Rinderrassen
Station 12: Mühlwiesen, Zeugnis eines Besiedlungsversuchs im 19. Jahrhundert
Station 13: Loisach – Lauterbachmündung, Vielfalt im und am Fluss

 


Sumpf- und Bruchwald – Station 3 des Franziskus-Pilgerwegs

„Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, sichere Hoffnung und vollkommene Liebe. Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle.“ (Gebet des Hl. Franziskus von Assisi)

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Wasserfall „Fahrmannslaine“ – Station 6 des Franziskus-Pilgerwegs

„Allmächtiger, heiligster, erhabenster und höchster Gott, du alles Gut, höchstes Gut, ganzes Gut, der du allein gut bist, dir wollen wir erweisen alles Lob, alle Herrlichkeit, allen Dank, alle Ehre, allen Preis und alles Gute. Amen.“ (Aus einem Preisgebet des Hl. Franziskus)

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Auf dem Pilgerweg „Via Romea“ – Station 9 des Franziskus-Pilgerwegs

„Beachte, o Mensch, in welch erhabene Würde Gott der Herr dich eingesetzt hat, da er dich dem Leibe nach zum Bild seines geliebten Sohnes und dem Geiste nach zu seiner Ähnlichkeit erschaffen und gestaltet hat.“ (Hl. Franziskus, Geistliche Weisungen).

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