Kiesbank Checker

Vogelparadies oder Badespaß?

Die Kiesbänke entlang der Alpenflüsse sind Brutgebiete sehr störungsempfindlicher und seltener Bodenbrüter. Flussuferläufer, Flussregenpfeifer und Flussseeschwalben waren früher typische Bewohner natürlicher Kies- und Sandbänke entlang der Flüsse – jetzt sind sie gefährdet und brüten immer seltener an den Alpenflüssen. Grund dafür sind Flussbegradigungen, die den urpsrünglichen Lebensraum der Vögel beeinträchtigen. Aber auch Besucher der Flüsse, die an den Kiesbänken baden, grillen, mit dem Boot anlegen oder Müll liegen lassen, stellen eine Bedrohung für die Vögel dar.  Bei Störungen fliehen die Altvögel von ihren Gelegen und kommen nicht immer wieder zurück. Die Population des Flussregenpfeifers wird beispielsweise auf nur mehr 500 Brutpaare geschätzt. Der Flussregenpfeifer steht deswegen auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“.

Flussregenpfeifer: Mutter und Kind in einer steinigen, sanften Welt. Die letzten Refugien durch Badespass und Grill Parties bedroht. Photo © David Bertuleit

Zum Schutz des Flussregenpfeifers und anderer gefährdeter Arten wurden verschiedene Schutzzonen mit teils saisonaler Betretungsverboten entlang der Alpenflüsse ausgewiesen. Diese befinden sich am Lech

und an der Isar

  • im Landschaftsschutzgebiet „Isarauen“ (Betretungsverbot 15.03.-10.08.)
  • im Naturschutzgebiet „Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz“ (Betretungsverbot 15.03.-10.08.)

Mit dem Kiesbank Checker hat navama – technology for nature zusammen mit dem Lebensraum Lechtal e. V. eine App entwickelt, welche die Besucher des Lechs mittels Ortung darüber informiert, ob sie sich in einer geschützten Zone befinden, die nicht betreten werden sollte. Auch die zeitliche Begrenzung während der Brutsaison ist in die App integriert. Nun sind zudem die ersten Vogelschutzbereiche der Isar in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Landratsamt Bad Tölz – Wolfratshausen digital im Kiesbank Checker zu sehen.

Durch die Nutzung moderner Medien, so ist die Hoffnung, steigt auch die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen gerade in der jüngeren Bevölkerungsschicht.

Die Kiesbank Checker App steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Die Karte zeigt eine Übersicht mit allen Schutzzonen und saisonalen Betretungsregelungen am Lech und an der Isar:

 


Wildflussarten: Die Flussseeschwalbe

Die Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) kommt nicht nur in küstennahen Bereichen Norddeutschlands sondern auch im Binnenland Bayerns vor. Die Flussseeschwalbe ist ein Langstreckenzieher und reist in den Wintermonaten bis in die Tropen. Für ihre Brut kehren die Vögel in den Norden zurück. Flussseeschwalben benötigen offene und unbewachsene Strukturen, wie zum Beispiel…

Weiterlesen

Wildflussarten: Der Flussuferläufer

Das Verbreitungsgebiet des Flussuferläufers (Actitis hypoleucos), der auf den für Wildflüsse typischen kiesig-sandigen Schotterflächen brütet, ist in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft. Heute findet man ihn vor allem in den niederen Regionen der Alpenflusslandschaften, insbesondere an der Ammer und der Isar. Auch am Lech gibt es noch einige wenige Brutpaare.…

Weiterlesen

Wildflussarten: Der Huchen

Der Huchen (Hucho hucho) aus der Familie der Lachse (Salmoniden) lebt in sauerstoffreichen und kühlen Fließgewässern mit kiesigem Untergrund, den er für die Eiablage benötigt. Seine natürliche Verbreitung ist auf das Einzugsgebiet der Donau beschränkt, weshalb er auch als „Donaulachs“ bezeichnet wird. Der Bestand des natürlicherweise selten vorkommenden Fisches ist…

Weiterlesen

Wildflussarten: Die Wasseramsel

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) lebt an sauberen, naturnahen und weitgehend ungestörten Bächen und Flüssen. Auch an unseren Alpenflüssen ist sie heimisch. Durch die vielfältigen menschlichen Eingriffe in ihren Lebensraum ist die Population der Wasseramsel während der letzten Jahrzehnte in ganz Deutschland stark zurückgegangen. Daher steht sie auf der Roten Liste…

Weiterlesen

Wildflussarten: Der Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) war früher ein typischer Bewohner natürlicher Kies- und Sandbänke entlang unserer Alpenflüsse wie Isar und Lech. Heute wird seine Population auf nur 500 Brutpaare in ganz Bayern geschätzt, daher steht der Vogel auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Merkmale und Gesang Der Flussregenpfeifer ist etwa so…

Weiterlesen

Welche Kiesbank des Lechs darf ich betreten? – Frag den Kiesbank Checker!

Mit dem Kiesbank Checker hat die navama GmbH zusammen mit dem Lebensraum Lechtal e. V. eine App entwickelt, die dir mittels Ortung anzeigt, ob du dich dort niederlassen kannst oder ob du dir eine andere Kiesbank suchen solltest. Auch die zeitliche Begrenzung während der Brutsaison ist in die App integriert.

Weiterlesen

Der Kiesbank Checker: Moderne Medien für den Naturschutz

Die Kiesbänke des Lechs bieten dem Flußregenpfeifer, der als gefährdete Art auf der Roten Liste steht, ideale Brutbedingungen. Gleichzeitig sind der Lech und seine Uferzonen gerade in der Brutsaison (1.4. bis 30.6) dieses sehr störungsempfindlichen Vogels ein beliebtes Ausflugsziel. Daraus ergeben sich scheinbar unüberwindliche „Nutzungs“-Konflikte. Es stellt sich die Frage, ob es angemessen wäre, ein Betretungsverbot für die Kies- und Sandbänke am Lech auszusprechen, um die dort bisher nur 10 bis 12 vorkommenden Brutpaare des Flussregenpfeifers zu schützen?

Weiterlesen