Am Ammersee auf Spurensuche

Gesammelte Spurenfundstücke von Pflanzen…

Mit der Ammerseeklasse der Christian-Morgenstern-Grundschule begaben wir uns auf Spurensuche am Ammersee. Hierbei ging es schon in der Vorbereitung nicht nur ausschließlich um Tierspuren. Am Beispiel eines Baumes fanden wir einige Holz- bzw. Papierprodukte, die die Kinder täglich in ihrem Schulalltag benötigen. Uns beschäftigten aber auch andere Fragen: Woher kommt unsere Baumwollkleidung? Wie entsteht unser Honig? Aus was wird ein Plastikball gemacht? Das alles definierten wir als Spuren aus der Natur.

Die Christian-Morgenstern-Schule veranstaltet im Mai 2017 eine Projektwoche zum Thema Plastik. In Anlehnung an dieses Thema machten wir uns bei unserem Ausflug auf Spurensuche, und zwar nicht nur von Tieren und Pflanzen, sondern auch von Menschen. Trotz schlechtem Wetter und starkem Regen, spazierten wir ein Stück am Ammersee entlang und fanden einige Spuren und Gegenstände. Die Kinder fotografierten z.T. ihre Entdeckungen oder sammelten die Spuren auf, wobei getrennt wurde zwischen Ekeligem, das sofort entsorgt werden sollte, Spannendem und Plastikmüll. Das Ekelige war Müll von uns Menschen und wurde noch am See in einer Mülltonne entsorgt. Plastikmüll wurde mit zur Schule getragen und dort in die entsprechende Tonne geworfen. Spannendes wurde mit in die Klasse gebracht und in der Nachbesprechung angeschaut. Da der Regen doch recht stark wurde, hatten wir etwas mehr Zeit in der Klasse die Funde zu begutachten und auszuwerten.

… und Spuren von Tieren…

Warum auf Spurensuche? Vor allem auch auf Spuren von Menschen? Wer sich anfängt bewusst zu werden, was für Auswirkungen unsere Spuren auf die Natur und somit auch auf uns hat, kann anfangen anders zu handeln und mit zu helfen, dass unsere Artenvielfalt erhalten bleibt. Die Kinder hatten schon im Unterricht durch genommen, dass Plastik 100-1000 Jahre braucht bis es abgebaut ist. Im Vergleich dazu benötigt ein Apfelbutzen wenige Monate, falls dieser nicht vorher schon von Tieren gefressen wird. Zudem sorgt organischer Abfall (pflanzliche Spur) für einen guten Boden, während eine Plastikflasche (menschliche Spur) zwar ganz ursprünglich aus der Natur kommt, vom Menschen aber so stark verändert wurde, dass diese nur negative Auswirkungen auf alle Lebewesen hat.

Die Kinder fanden bei unserem Ausflug:

  • Tierspuren: Muscheln, abgeknabbertes Holz von Bibern = Biberbaum, Muschel mit Perlmut, ein angeknabberter Hundeball (der Ball ist zwa von Menschen gemacht, das Angeknabberte ist aber die Spur eines Hundes), Feder, Knochen
  • Pflanzenspuren: Holz, Hagebutte, Kastanie, Moos, umweltfreundliche Sachen (was ist damit gemeint?), Steine (sind das Pflanzen- oder eher Tierspuren?)
  • Menschenspuren: Fußabdrücke, Flaschen, Taucherbrille, Metall, Tüten, Handschuh, Coladose, Socken, Gummibärchentüte, Kohle, Plastikdose, Metallstab, Plastikrohr, abgebrannte Zigarette, Müll und noch viel mehr…

… und Spuren von uns Menschen.

Von Frau Hänel bekamen die Kinder im Anschluss im Klassenraum noch die Aufgabe, sich ein „Spurenfundstück“ aus der Sammlung heraus zu suchen und sich zu überlegen, wie diese Spuren wohl entstanden sind. Hierbei entstanden noch im Nachhinein sehr schöne Geschichten.

Ich danke euch Kinder für eure aktive Spurensuche und fürs Mitmachen, der Klassenlehrerin Frau Hänel für die konstruktive und inspirierende Zusammenarbeit und auch den begleitenden Eltern und Großeltern der Klasse. Es hat wieder großen Spaß mit euch gemacht :-).

 

 

Hier sind die Ergebnisse der einzelnen Gruppen:

Calacolunder:

Die Gruppe Calacolunder fotografierte: Zigarettenstummel (Menschenspur), ein Plastikrohr (Menschenspur), Biberfraßspuren am Baum (Tierspur), eine Feder (Tierspur).

„Die Muschel hat innen Perlmutt. Außen ist die Muschel gelb braun.“

Der Plastikstab
Es war einmal ein Plastikstab, er wohnte in einem Baumarkt. Er wurde eingekauft. Er wurde herum getragen. Als letztes am Ammersee ist er runter gefallen auf den Weg. Er war traurig, aber gleich wieder froh, weil er dachte,dass er jetzt nicht einmal mehr alleine war. Auf einmal kam ein Tier, es war eine Schnecke. Sie hat es sich in dem Plastikstab gemütlich gemacht. Dann kamen die Ammerseekinder und der Stab wurde mitgenommen um damit zu arbeiten. So ist sein Leben. Ende

Spurensucher am See:

Die Gruppe Spurensucher am See fotografierte eine Feder (Tierspur).

Was für Spuren fand sie noch?

(Pflanzenspur)

(Menschenspur)

 

„Wir waren am See und haben eine Feder gefunden. Sie hatte ein interessantes Muster. Sie ist unten weiß und oben hat sie das Muster. Wir wissen nicht von welchem Vogel die Feder kommt. Wir überlegen, ob der Vogel noch lebt.“

Villa Seestern:

Die Gruppe Villa Seestern fotografierte: Draht unter einer Holzhütte am See, (Menschenspur) Holz im Wasser (Pflanzenspur).

„Wir haben einen ausgehöhlten Baumstamm gefunden. Dass man Kastanien als Rutsche nehmen konnte, war ein schönes Kinderspiel.“

Spurenreporter:

Die Gruppe Spurenreporter fand: Einen Handschuh (Menschenspur), eine Plastikdose (Menschenspur), eine Glasflasche (Menschenspur), ein Plastikrohr (Menschenspur), Biberfraßspuren an einem Baum (Tierspur), Tennisball (Menschenspur)

Der Handschuh
Es war einmal ein Mann, er war beim Schlittschuh laufen mit seinem Kind. Plötzlich krachte es sehr laut. Sie fuhren schnell zurück. Auf dem Weg verlor das Kind seinen Handschuh, aber der Mann traute sich nicht mehr zurück. Als das Eis getaut ist,sinkt der Handschuh auf den Seeboden. Die Wellen schubsen ihn immer mehr ans Ufer. Wir haben ihn unter dem Steg gefunden.

Die Geschichte von der geheimnisvollen Blechdose
Es war einmal eine Blechdose auf einem Markt. In der Blechdose waren Nudeln drin. Eine Frau kam vorbei und sagte: “ Die Dose Nudeln bitte.“ Die Frau am Stand gab die Dose Nudeln her. Zu Hause bei Frau Müller gibt es nämlich heute Nudeln. Lilli so heißt die Tochter war begeistert, denn Nudeln waren ihre Lieblingsspeise. Frau Müller schlug vor: „Wollen wir heute ein Picknick am See machen? “ „Ja! „,schrie Lilly. Doch nach dem Essen vergaßen sie die Dose am See. Sie lag am Strand und wurde zerdellt. Das Papier fiel ab. Innen nisteten sich Schnecken ein. Die Schnecken sind mit in unser Klassenzimmer gekommen. Wir haben die Dose aufgesammelt und in den Müll geworfen.

Die braune Glasflasche
Es war einmal eine Flaschenpost von einem Pirat. Die Flaschenpost wurde bis hierher gespült. Auf der Reise ging der Korken raus und die Schatzkarte ging unter. Die Flasche schwamm weiter bis sie im Ammersee war. Kaum war die Flasche im See, da kam eine Überschwemmung und hohe Wellen. Die Flasche wurde mit jeder Welle weiter an den Rand gespült.

Die Spurendedektive:

Die Spurendedektive fotografierten: Eine Kastanienhülle (Pflanzenspur), eine angeknabberte Kastanie (Tierspur) oder vielleicht ist sie auch nur von einem heranwachsenden Keimling aufgeplatzt (Pflanzenspur), Biberfraßspuren (Tierspur)

 

„Wir haben ein Stück Kohle gefunden. Ich vermute es hat ein Mensch angezündet. Aber natürlich kann es auch ein Blitz gewesen sein. Vielleicht haben Menschen dort eine Party gemacht.“

Die Geschichte von der Kohle
Es war einmal ein Fest am See dort zündete ein Vater mit seinem Sohn ein Feuer an. Er hat das Holz mitgebracht. Als sie wieder gingen ließen die Menschen die Kohle, die übrig geblieben war am See liegen. So lag die Kohle bis die Ammerseeklasse kam und die Kohle einsammelte. Wir lernen viel über die Kohle. Jetzt weiß, ich dass aus Holzkohle werden kann. Wir können sie wieder draußen hinlegen, weil daraus wieder Erde wird. Es ist eine Menschenspur die nicht schlimm ist.

Mausegruppe:

Die Mausegruppe fotografierte: Blätter am Boden (Pflanzenspuren), angeschwemmte Stöcke am See (Pflanzenspur), vertrocknetes Gras (Pflanzenspur), Fahrradspur im Matsch (Menschenspur), Muscheln (Tierspuren), Biberfraßspuren am Baum(Tierspur)

„Die Schwimmbrille wurde von eine Mädchen verloren am See. Sie ist rosa und ihr Band ist gerissen. Wahrscheinlich ist es beim Schwimmen verloren gegangen.“

Die Schwimmbrille
Es war einmal ein Kind. Es schwimmt gerne im Sommer. Am liebsten schwimmt es im Sommer, es hatte nämlich schwimmen gelernt. Plötzlich verlor es seine Schwimmbrille. Da kam eine große Welle. Die Brille schwamm an Land. Dort fand die Ammersee Klasse die Brille. Sie packen Sie ein und lernten mit ihr.

Die Geschichte von der Gummibärchen Tüte am Ammersee
Es war einmal ein Junge, er fragte seine Mama, ob er sich eine Gummibärchentüte kaufen darf. Seine Mama sagte:“Na gut.“ Sie teilten sich die Gummibärchentüte. Als sie fertig waren ließ der Junge die Gummibärchen einfach fallen. Der Wind hat die Tüte davon geblasen. Tage später ist in der Gummibärchentüte viel Dreck drin, und viele Tiere haben schon dran gerochen. Innen drin lebt eine Schnecke. Da kam die Ammerseeklasse und sammelte sie ein.

Keiro Keiku:

Die Gruppe Keiro Keiku fotografierte: Ein glibberiges Stück Pflanze im Wasser (Pflanzenspur), ein undefinierbares Gebilde aus Plastik, vielleicht zum Kaffee machen (Menschenspur), Drahtzaun eingewachsen in einem Baum (Menschenspur), Biberfraßspuren (Tierspuren), Ziegelstein (Menschenspur), Holzpistole (Pflanzenspur)

„Wir haben eine Pistole aus Holz und Plastik gefunden. Das Plastikrohr war…“

Eichhörnchengruppe:

Die Eichhörnchengruppe fotografierte: Eine kreuzförmige Wurzel (Pflanzenspur), ein Plastikrohr (Menschenspur), verwitterte Taschentücher (Menschenspur), Biberfraßspuren (Tierspur).

„Wir waren am Ammersee auf Spurensuche. Und haben ein Brillenbuegel gefunden.“

Das Plastikrohr
Das Plastikrohr war einmal an einem Zaun. Doch die Jahre vergingen und der Zaun wurde alt. Das Plastikrohr kullerte schließlich an den Strand. Dann fand es der Biber. Er dachte sich:“Was ist das für ein gerader Stock? Den kann ich gut für mein Haus gebrauchen. “ Also schleppte er das Plastikrohr zu seinem Haus. Kaum hatte er es eingebaut kam ein gewaltiger Sturm und wirbelte das Biber Haus auseinander. Das Plastikrohr trieb mit dem Sturm weit in die Welt hinaus und gelangte durch die Ammer in den Ammersee.

Spurentruppe:

Die Spurentruppe fotografierte: Eine Holzkohle (Menschenspur), Baumpilz (Pflanzenspur), Biberfraßspuren (Tierspuren), rote Beerenfrüchte = Hagebutten von einem Rosenstrauch (Pflanzenspuren)

„Es war einmal ein kleiner Zweig. Eines Tages kommt ein Biber zu dem Baum.“

Weitere Geschichten:

Der Haargummi
Es könnte sein, dass der Haargummi dem Kind aus den Haaren gerutscht ist und am Strand gelandet. Es sind ganz viele Steine auf ihn gefallen. Eine Welle hat sie wieder weggeschwemmt. Dann hab ich den Haargummi am See gefunden.

Die Bierflasche
Vielleicht wurde ein Fest veranstaltet. Ein Mann hat Bier getrunken. Dann hat er die Flasche stehen gelassen. Er ging schwimmen. Erst als er wieder daran dachte, war die Flasche weg, denn sie ist in den See gerollt. Sie ist an den Strand gespült worden. Wir haben sie gefunden.

Der Brillenbügel
Es war einmal ein Junge. Er hatte eine Brille. Er verlor die Brille. Die Brille lag ganz gemütlich da. Ein Mensch trat darauf. Der Bügel brach ab und die Ammersee Kinder fanden und sie nahmen sie mit. Bevor wir sie gefunden haben. Lag die Brille in den Kieselsteinen und ging immer mehr kaputt.

Die Geschichte vom Geburtstagsfest
Es war einmal ein Kind es hatte Geburtstag gefeiert am Strand. Ein Luftballon ist geplatzt. Dann ist der Luftballon in der Erde gelegen. Dann hat der Maulwurf ihn gefunden. Er hat den Luftballon wieder hochgewühlt. Danach hat die Ammerseeklasse den Luftballon gefunden. Dann haben sie ihn mit ins Zimmer genommen.

Vielen Dank für die tollen Geschichten, die noch im Nachhinein im Unterricht entstanden sind.

 

 

Quellen:

http://www.vsherrsching.de/

http://nachhaltig-sein.info/lebensweise/plastik-kunststoff-folgen-mensch-tiere-umwelt-gesundheit

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/14058.html

http://www.fideldidu.de/umwelt/plastik-nein-danke.html

http://www.naturreinlich.at/verrottungszeiten/

Tiere im Winter: http://zoo4kids.eduhi.at/winter/

http://www.kidsnet.at/Sachunterricht/tiereimwinter.htm

Neumann, Antje / Neumann, Burkhard (2013): „Waldfühlungen“: Ökotopia Verlag, Münster.

www.lernbiene.de

Vogl, Robert u.a.: „Innovative Waldprojekte. Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule. oekom-Verlag,

http://kidsnet.at/sachunterricht/erdoel.htm

http://www.seilnacht.com/Lexikon/erdoel.html

http://www.kinderspiele-welt.de/spiele-fur-drausen/naturentdeckungsspiele.html

 

 

 

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13 Kommentare

  1. Wir danken Frau Struck für die Begleitung und vielfältigen Aufgaben. Trotz schlimmem Regenwetter waren die Forschergruppen hoch motiviert Spuren zu finden und vergaßen dabei völlig, dass es regnete. „Ich hab gar nicht gemerkt, dass es regnet“ meinte nach einer Weile ein Schüler. Beeindruckend war auch der Fund des Biberbaums, der in der Schule noch durch ein Referat ergänzt wurde.

    • Und ich danke Ihnen, Frau Hänel, noch einmal für die inspirierende tolle Zusammenarbeit. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht und ich fand es auch sehr beeindruckend, wie die Kinder in ihre Spurensuche eintauchen konnten, so dass sie wirklich den Regen vergaßen.

  2. Melissa Strecker

    Vielen Dank für die tolle Inspiration. Die Kinder sortieren jetzt Alles was sie am See finden in die Kategorien Menschenspuren, Pflanzenspuren, Tierspuren – ganz automatisch. Dei Wahrnehmung ist geschult und die Kinder gehen aufmerksam durch ihre Umwelt. So einfach geht Achtsamkeit.

  3. Mein Sohn will jetzt, dass wir kein Plastik mehr kaufen. Er hat durch die Spurensuche Umweltbewusstsein gelernt.

    • Es freut mich zu lesen, dass er gelernt hat, welche Auswirkungen Plastik auf unsere Umwelt hat. So kann er im Kleinen anfangen an seinem Konsumverhalten etwas zu ändern und selber Vorbild für andere Menschen werden.

  4. Vielen Dank, dass Sie den Kindern ermöglichen in der Natur über die Natur zu lernen. Erlebtes bleibt viel besser in Erinnerung als Gehörtes. Und die Kinder geben Erlebtes auch gerne an die kleinen Geschwister und Freunde weiter.

  5. Ulrike Reinheimer

    Unsere Sinne sind sensibilisiert, wir sehen eine Menge und ordnen aufmerksam unsere Wahrnehmungen. So manch Mensch- gemachtes gibt uns zu denken—-und wir wünschen uns mehr Bewusstsein im Umgang mit unserem Zivilisationsmüll.

  6. Vielen Dank für diese wertvolle Exkursion. Unser Sohn kam mit vielen Ideen und Anregungen nach Hause.

  7. Eine gelungene Aktion um die Wahrnehmung und das Umweltbewusstsein der Kinder zu sensibilisieren.

  8. Am See haben wir eine Muschel mit Perlmutt gefunden. Wir haben einen Biberbaum gefunden.

  9. Angela Graas-Castor

    Mir gefallen die Geschichten der Kinder besonders! Wie phantasievoll sie aus einem Stück „Abfall“ etwas entwickeln können… dass dabei auch noch Umwelterziehung statt findet ist natürlich super!

  10. Mich fasziniert auch sehr die Kreativität der Kinder. Die Herkunft jedes einzelnen Fundstücks bekommt auf einmal eine neue Wertschätzung.

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