Schlechtes Wetter gibt es nicht.

Schneefallgrenze bis auf 1600 m, Regen und Wolken, so war der Wetterbericht noch in der Wochenmitte. Donnerstag heißt es plötzlich, zum Wochenende Sonne. Ich werde nochmal los ziehen, Ende Oktober, packe Schlafsack, Stativ und Foto ein und steige Freitag Nachmittag auf die Kohlbergspitze. Es regnet und schneit. Keine Überraschung. Also lege ich mich früh in das kleine Zelt und schlafe ein. Als ich dann Nachts aufwache ist es leise, kein Wind zerrt mehr, keine eisigen Schneeflocken knistern auf der Zeltplane. Es scheint der Mond auf die dünne Schneeschicht und was vorher noch im Nebel war leuchtet nun magisch hell. Da stehe ich natürlich auf. Es ist saukalt…

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Es war einmal ein schöner Steig

Jeder aus der Region kennt den Weg zur Lenggrieser Hütte über den Grasleitensteig. Führt er doch von Lengries über und durch eine sehr anschauliche und für das Auge erholsame Bauernlandschaft mit Gewinner Charakter zu einer Hütte mit Tradition. Durch den Weiler Mühlbach und an dem gleichnamigen Bach entlang hat der Wanderer noch etwas Heimatgeschichte und wie soll es anders sein, es kommt Glück auf, bei so viel Liebe zu Hof und Wiesen und schöner Landschaft. Über eine steile, mit Bäumen versetzte Mahdwiese geht es dann in den angenehm, schattigen Wald und man will meinen einen urigen Steig hinauf zur Lengrieser Hütte. Aus der Traum, wiedereinmal hat über fast 150 Höhenmeter der moderne Wege Sinn zugeschlagen. Ausgeraubt liegen die Steine brach in der Mittagssonne und man steigt auf einem frisch heraus gekratzten, bulldozergeradlinigen Wirtschaftsweg der Lengrieser Hütte entgegen. Jeder spürt hier deutlich, das hätte nicht sein müssen. Oben am Seekar höre ich zwei ältere Wanderer, wie sie sich enttäuscht über das Bodenmasaker äußern, sie sind auf Urlaub da, und schwärmen dann von einem anderen Weg in einem anderen Land.

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Mit der Eisenbahn kamen die Streuwiesen.

Bis zum Aufkommen der Eisenbahn diente die Landwirtschaft im Alpenvorland vorwiegend der Selbstversorgung. Der Ackerbau nahm einen erheblichen Teil der Bodennutzung ein. Die klimatischen Voraussetzung waren erdenklich schlecht. Die hohen Niederschläge führten zum schnellen Auswaschen der Nährstoffe und auch der Böden. Die Egartwirtschaft als Feld-Gras Wechselwirtschaft beugte diesem Auswaschen von Naturstoffen vor. Ein wesentlicher und limitierender Faktor für den Ackerbau im Alpenvorland war deshalb das Vieh als Düngelieferant. Aus diesem Grund wurden Feuchtstandorte soweit möglich als Futterwiesen genutzt und der Dünger auf die Äcker ausgetragen und umgekehrt das anfallende Streu aus dem Ackerbau im Stall verwendet. Mit dem Bau der Bahnlinien im 19 Jahrhundert fiel der Zwang zur Selbstversorgung weg. Das Getreide konnte günstiger eingekauft werden. Der Ackerbau wurde zunehmend zugunsten der Grünlandwirtschaft aufgegeben und der freiwerdenden Dünger aus dem Stall konnte zur weiteren Verbesserung der Futterwiesen eingesetzt werden. Allerdings führte die Aufgabe des Ackerbaus und der einhergehenden Streuproduktion auch zu einem Mangel an Einstreu für den Stall. Dieser Mangel war es, der ab 1850 die Entwicklung der Streuwiesenkultur im Alpenvorland förderte.

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Der Klebrige Salbei (Salvia glutinosa)

Der Klebrige Salbei, lateinisch Salvia glutinosa ist eine Pflanzenart aus der artenreichen Gattung Salbei (Salvia) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese ist in Eurasien verbreitet. Der Klebrige Salbei kommt in Bayern vor allem in den Alpen und entlang der Voralpenflüsse vor. Der klebrige Salbei selbst gilt nicht als gefährdet. Man findet den klebrigen Salbei von Juli bis Oktober blühen. In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil an der Rotwand bei Elbigenalp bis zu 1700 m Meereshöhe auf. Er gedeiht vor allem im Schatten und Halbschatten. Er bevorzugt frische und sickerfeuchte Schlucht- und Auwälder, Waldränder und …

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AULA-Projekt 2030: Das grüne Band entlang der weißen Elster

Im Zentrum des AULA-Projekts 2030 steht das Auen-Ökosystem mit dem Leipziger Auwald, seinen Gewässern und seinen Wiesen. Seit tausenden Jahren wurde es von Menschen gestaltet und verändert sowie für die Braunkohleförderung in großen Teilen vernichtet. Es leidet unter einer schleichenden Entwertung. Dennoch beherbergt es – auch als Folge vielfältiger Bemühungen von Naturschützern – eine beachtliche Vielfalt schützenswerter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten und ist ein in seiner Art einzigartiges urbanes Auen-Ökosystem. Es als Lebensraum, grüne Lunge und als Erholungsgebiet zu erhalten, ist Ziel des AULA Projektes.

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Geldwert Alte Tanne: 300 Jahre für nur 700 DM

Lehrpfade wollen bilden. Wer sich vom Bahnhof Aurach auf den Weg zum Breitenstein oder Wendelstein macht, darf einen der vielen Waldlehrpfade, die es inzwischen gibt, so zu sagen auf dem Weg schnell und kostenlos mitnehmen. Alte Schilder ohne Farbdruck und Logo aber genausogut wie die Neuen. Wegen der Schlichtheit fallen die Tafeln erst auf den zweiten Blick auf. Neugierig wie immer, habe ich sie mir durchgelesen, um danach etwas mehr zu wissen. Eine Tafel hat mich dann besonders angesprochen:

Große Tanne

Alter 300 Jahre

Geldwert ca 700 DM

So direkt und ehrlich habe ich es noch nirgendwo gelesen. Man lerne also: 300 Jahre Natur sind ca 700 DM (wer sich an den Umrechungskurs nicht mehr erinnert, ca 350€) wert. Um den alten Baum auch wirklich zu erkennen, ist zusätzlich eine Holztafel direkt am Baum angenagelt, mit dem Hinweis Tanne – Abies alba.

Ich stelle mir vor, ein Bild von Peter Paul Rubens oder Jan Vermeer in der Alten Pinakothek in München, Name des Bildes: Boreas entführt Oreithya, handgeschrieben auf Papier mit Reißnägeln auf dem Bild befestigt. Und das für 350€ zu kaufen.

Was unterscheidet ein 300 Jahre alte Schöpfung eines Menschen mit 8 Wochen Herstellungszeit von einer Schöpfung der Natur, die ganze 300 Jahre daran gearbeitet hat?

Mein Fazit hier ganz kurz, wir benötigen mehr als dringend neue Werte um unsere Welt und unser Leben richtig zu bewerten. Diese Hinweitafel kann fast überall stehen und ist nirgendwo zu finden.

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Dichtergarten oder Konzertsaal

Dichtergarten, Finanzgarten oder Konzertsaal? Natur und Kultur dürfen in einer lebenswerten Zukunft nicht als Gegensätze verstanden werden. Öffentliche Grünanlagen sind keine Bauland-Reserven! Das bayerische Kabinett zieht jetzt fünf Standorte für einen neuen Konzertsaal in München in die engere Wahl und lässt diese von einem Planungsbüro prüfen. Ein möglicher Standort davon ist der Dichtergarten bzw. Finanzgarten. Nach wie vor sind nur ein aktiver Naturschutz und der Widerstand in der Bürgerschaft der Garant für mehr Grün und damit Lebensqualität in der Stadt. Es ist unsäglich von den politisch verantwortlichen, Natur und Kultur als Alternativen gegenüber zu stellen. In Zukunft kann es keine Kultur mehr ohne Natur geben.
Der Dichtergarten ist zwei Hektar groß. hügelig, angenehm schattig und weniger überlaufen als andere Münchner Parks. Er wirkt etwas vergessen und entsprechend märchenhaft verwildert, aber auf eine gute Art. Der Baumbestand besteht überwiegend aus Spitzahorn, Bergahorn, Rotbuche, Rosskastanie, Esche…

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Kaukasus Fichte (Picea Orientalis) im Park mit kurzen Nadeln!

Die Kaukasus-Fichte ist im nördlichen Kleinasien heimisch. Im Gebirge bildet sie bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern dichte Wälder aus. Forstwirtschaftlich ist sie in Westeuropa trotz Anbauversuch unbedeutend. Die Kaukasus-Fichte erreicht in seiner natürlichen Heimat bis zu 60 Metern Höhe. Der Stamm kann einen Durchmesser von 1,1 Metern erreichen. Die Borke ist braun, weist wenige Risse auf und neigt dazu, sich in Schuppen abzulösen. Die Rinde der Zweige ist erst weißlich, später hellbraun bis orange-braun und behaart. Die Knospen sind klein und rotbraun. Die steifen, vorne abgerundeten, vierkantigen Nadeln sind glänzend dunkelgrün und hüllen den Zweig ein. Mit 6 bis 8 mm Länge sind sie die kürzesten von allen Fichten-Arten.

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Morgenländische Platane zum Träumen im Park

Die Morgenländische oder auch Orientalische Platane (Platanus orientalis) wächst wild im östlichen Mittelmeerraum und in Kleinasien an Ufern und in Auenwäldern. Obwohl die Art winterhart ist, findet man sie viel seltener bei uns wie die Bastard Platane oder die Nordamerikanische Platane. Bemerkenswert sind die schönen, großen Blätter mit den tiefen Lappen. Die Morgenländische Platane erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 30 m. Sie hat ausladende Äste sowie einen relativ kurzen, kräftigen Stamm mit grauer bis grünlich-weißer Rinde, die plattig abblättert.

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Traubeneiche oder Wintereiche

Die Wintereiche (Quercus petraea) oder auch Traubeneiche wächst in Wäldern auf trockenen bis frischen Böden. Sie unterscheidet sich von der Stieleiche durch Eicheln ohne Stiel direkt am Zweig. Auch reicht bei der Traubeneiche der Stamm meist bis in den Wipfel. Die Traubeneiche ist nach der Stieleiche die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart.

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