Baumforscher im Herbst unterwegs am Ammersee

Gruppe Blumen entdeckt andere Perspektiven

Gruppe Blumen entdeckte andere Perspektiven

Mit der Umwelt AG der Christian Morgenstern Grundschule in Herrsching am Ammersee, bestehend aus 10 Kindern der 2.-4. Klasse unter Leitung von Frau Hänel, werden wir über einen längeren Zeitraum zu unterschiedlichen Jahreszeiten Bäume am See beobachten. Auch in diesem Projekt geht es um die Sensibilisierung für die Artenvielfalt vor der Haustür in Verbindung moderner Medien.

Bei unserem ersten Treffen auf dem Weg zum See fragte Frau Hänel die Kinder „Was ist eigentlich ein Tablet?“: „Ein großes elektronisches Telefon.“ „Und was kann man damit machen?“: „Im Internet surfen“. „Im Internet surft man von Seite zu Seite, auf dem Ammersee von Welle zu Welle“ (Hannes). Außerdem kann man auf einem Tablet: „WhatsAppen, Zocken, Wetter erfahren, Informationen einholen, Skypen, Schreiben, Fotos machen, Filmen, Filme anschauen,…“

Bei diesem ersten Treffen bekam jede Gruppe die Aufgabe sich erst einmal einen Baum auszusuchen, den sie über einen längeren Zeitraum beobachten und begleiten wollen. Jede Gruppe hatte die Möglichkeit einen Steckbrief für den eigenen Baum zu erstellen. Die Kinder konnten den Baum bestimmen, ihn beschreiben, Fotos von ihm machen, den Standort benennen, wieviel Armlängen benötigt man für seinen Umfang, wie hoch ist er, wie es er gewachsen, was lebt alles am Baum, sie konnten ihm auch einen eigenen Namen geben und sich überlegen, was er schon alles erlebt hat.

Die Entdeckungen im Spätherbst fanden am 1.12.2015 statt. Die Blätter lagen zum größten Teil schon am Boden. Das Wetter war wolkig und es wehte ein frischer Wind.

Bei dem Besuch der Bäume nach 2 Wochen entdeckten die Kinder eine Eisschicht auf dem Ammersee. Frau Hänel schaute sich zuvor mit den Kindern Goldsworthy Kunstwerke an. Diese inspirierten sie hier am See eigene tolle Kunstwerke mit dem Eis an den Bäumen zu machen. Die Löcher im Eis sind durch die Steine im Wasser entstanden. Manche Eisstücke balancierten frei schwebend zwischen Ästen oder lagen gestapelt auf Zweigen.

1.Gruppe: Blumen

Gruppe Blumen Gruppe Blumen

Die Gruppe Blumen nannte ihren Baum „Herr Riese“. Er war der Größte an dieser Stelle am Strand, er hatte viele Äste und bestand aus „5 ineinander geschlungenen“ zusammengewachsenen Bäumen. Bei einem handelte es sich um eine Kastanie, wie die Gruppe anhand von den am Boden liegenden Blättern und Früchten heraus fand. „5 Baumumarmungen“ benötigte ein Kind der Gruppe, um diese Baumgruppe einmal zu umarmen. Zudem fanden sie am Baum „Moos, kleine Pflanzen, ein nussartiges Ding und einen Draht“.

Sie erfanden für ihn noch ein Gedicht:

Wir nannten ihn Riese, denn er war echt groß,

er bestand aus fünf Stämmen, bewachsen mit Moos,

er stand allein, war ganz fein,

doch jetzt muss ich gehen, auf wiedersehen.

Kunstwerk mit Eis:

Kunstwerk Gruppe Blume

2.Gruppe: Gummibärchen

Gummibärchen GummibärchenWaldfibel Picture 1 Gummibärchen

Die Gruppe Gummibärchen wendete zum Messen der Höhe die Waldfibel App an und fand heraus, dass ihr ausgesuchter Baum ca. 16 Meter hoch war. Sie nannten ihren Baum „Sternschnuppe“ und vermuteten, dass es sich hierbei um eine Linde handelte. Der Baum besaß ein Loch, dass aussah wie der Ammersee. Er stand in einer kleinen Allee vor dem See. Er ließ sich mit einem Arm bis zu gegenüberliegenden Schulter umarmen, d.h. er war noch recht schmal. Wir fanden zusammen heraus, dass der Durchmesser der Baumkrone ca. 8m sein musste. Die Gruppe Gummibärchen war der Meinung, dass der Baum schon Hochwasser erlebt hatte.

Kunstwerk mit Eis:

Kunstwerke Gummibärchen Kunstwerke Gummibärchen

3.Gruppe: Knospen

Knospen Knospen Knospen

Die Gruppe Knospen nannte ihre Baumgruppe „Kleinast“. Er fiel ihnen deshalb auf, da der Baum ganz viele kleine Äste besaß. Er befand sich am See. Ein Baum dieser gesamten Gruppe hatte einen Umfang 54 cm. Zur Messung verwendete die Gruppe ein Wollfaden und einen Meterstab. Dieser eine Baum war, auch mit dem Meterstab gemessen, 3,20 m hoch und hatte einen Durchmesser der Baumkrone von 2,80m

Kunstwerk mit Eis:

Kunstwerk Knospen Kunstwerk Knospen Kunstwerk Knospen

 

Vielen Dank an Frau Hänel und euch Kindern für’s Mitmachen. Ich bin schon auf unser nächstes Treffen im Winter gespannt. 🙂

 

Anleitung zum Messen

(baumjagd.de)

a) Baumumfang messen

Weil ein Baum mit den Jahren immer „dicker“ wird, ist ein dicker Stamm ein guter Hinweis auf das Alter eines Baumes. Deshalb soll der Baumumfang immer angegeben werden. Wenn ein einzelner Baumforscher einen Baum umarmen kann oder wenn der Baumumfang weniger als 1,50 m beträgt, dann ist der Baum noch sehr jung. Zu zweit oder dritt legt ihr ein Maßband in ungefähr einem Meter Höhe einmal rund um den Stamm. Die gemessene Länge kann dann in den Forscherbogen eingetragen und „gemessen“ ankreuzt werden. Der Umfang des Baumes kann auch mit „Baumumarmungen “ abgeschätzt werden. Notiert die Zahl der Baumumarmer (z.B. 1,5 Baumumarmer oder 2 Baumumarmer). Später könnt ihre eure „Spannweite“ messen (bei seitlich ausgestreckten Armen von Fingerspitze zu Fingerspitze) und dann den Umfang des Baumes ausrechnen.

b) Kronendurchmesser ermitteln

Alte Bäume haben oft große Baumkronen mit ausladenden Ästen. Den Durchmesser der Krone könnt ihr natürlich nicht direkt messen. Wenn ihr den äußeren Umfang der Krone auf den Boden übertragt, könnt ihr den Radius dieses Kreises mit einem Maßband ausmessen. Aus dem doppelten Radius ergibt sich der Durchmesser. Mit einer Gruppe lässt sich dieses schön mit einer kreisförmigen Aufstellung unter der „Außenlinie“ der Krone durchführen. Da die Wurzeln der Bäume oft ganz ähnliche Ausmaße besitzen, lässt sich zugleich die Größe der verborgenen Wurzeln veranschaulichen.

 

Weiterführende links:

www.baumjagd.de

http://www.primolo.de/node/5843

http://www.hmts.de/baumalter.htm

http://www.monumentaltrees.com/de/content/baumumfangmessen/

 

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2 Kommentare

  1. Susanne Hänel und die Kinder

    Wir haben gerade in der Umwelt AG den Beitrag angesehen.
    Jetzt gehen wir nochmal hin und schauen nach unseren Bäumen.

    • Toll, dass ihr noch einmal zu euren Bäumen gegangen seid. Eure Kunstwerke gefallen mir sehr gut. Vielleicht fällt euch ja noch ein Titel zu dazu ein.

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