Breitachklamm

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Westlich von Oberstdorf hat sich die aus dem Kleinwalsertal kommende Breitach tief in den Schrattenkalk eingeschnitten. In der Breitachklamm, einer der eindrucksvollsten Klammen der Bayerischen Alpen, überwindet sie auf einer Strecke von 1,3 Kilometern in zahlreichen Stufen einen Höhenunterschied von 80 Metern. Die Wände der schmalen Klamm ragen bis 87 Meter in die Höhe.

Die Gesteine der Breitachklamm
Der kreidezeitliche Schrattenkalk prägt als Gipfel- und Wandbildner die Landschaft des Oberallgäus. Er entstand vor ca. 125 Millionen Jahren im Bereich eines flachen Schelfmeeres am Südrand des europäischen Kontinents aus den kalkigen Überresten verschiedener Lebewesen: Schalen- und Skelettteile von Muscheln, Korallen, Moostierchen, Schwämmen sowie Seelilien und anderen Organismen wurden mit der Zeit zu über 100 Meter mächtigen, vielfach dickbankigen Kalksteinlagen verkittet. Diese Schichten liegen zwischen weniger widerstandsfähigen Gesteinen, vor allem Mergel- und Sandsteinen.
Tektonisch gehört die Abfolge zur Deckeneinheit des Helvetikums. Seine Gesteine wurden im Zuge der Alpenfaltung in große west-ost-verlaufende Falten gelegt. Im Bereich der Breitachklamm sind sie zu einem tektonischen Sattel (Engen-Kopf-Antiklinale) aufgewölbt. Am Nordausgang ist eine weitere kleine Sattelstruktur entwickelt.

Wie und wann entstand die Klamm?
Das heutige Kleinwalsertal entstand im Laufe des Quartärs durch Gletscher- und Flusserosion. Während der jüngsten Kaltzeit überdeckte vor etwa 20.000 Jahren ein 700 Meter mächtiger Gletscher das Gebiet, der nach seinem Abschmelzen ein glazial geformtes Trogtal zurückließ, das mit einer Stufe in das Illertal bei Oberstdorf mündet.
In der geologisch kurzen Zeit seit dem Abschmelzen des Eises schnitt sich die Breitach, die alle Schmelz- und Niederschlagswässer aus dem Kleinwalsertal sammelt, wegen ihres starken Gefälles tief in den Untergrund ein. In den weicheren, leicht zu erodierenden Gesteinen oberhalb und unterhalb der Klamm entstanden v-förmige Kerbtäler, im Bereich des harten Schrattenkalks schuf der Fluss eine Klamm mit fast senkrechten Wänden.
Der zentrale und beeindruckendste Teil der Klamm wird als „der Zwing“ bezeichnet; in ihm rauscht das tosende Wasser zwischen fast 90 Meter hohen Felswänden hindurch, die stellenweise nicht mehr als zwei Meter voneinander entfernt sind. Die Klamm selbst folgt steilstehenden Störungen, an denen das Gestein durch tektonische Bewegungen bereits geschwächt war.

So finden Sie die Breitachklamm:
Von München aus über A96 und B12 auf die A7 (Anschlussstelle Kempten) Richtung Füssen oder von Memmingen aus direkt über die A7 (Ulm-Füssen) fahren. Am Autobahndreieck Allgäu auf die A980 in Richtung Lindau/Oberstdorf wechseln.
Am Autobahnende bei Waltenhofen die B19 Richtung Sonthofen/Oberstdorf nehmen und dieser bis fast nach Oberstdorf folgen. Knapp 10 Kilometer nach Sonthofen, etwa 1,3 Kilometer nach dem Ort Langenwang, nach rechts abbiegen in Richtung Waidach und der Beschilderung zur nahe gelegenen Klamm folgen.
Das Geotop ist ein Naturdenkmal. Bitte bleiben Sie auf den Wegen! Die Öffnungszeiten finden Sie hier


Quelle: LfU Bayern

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