Die Batschke – im Revier des Eisvogels

Die Batschke in einem ihrer starken Mäander.

Die Batschke in einem ihrer starken Mäander.

Die Landschaft südlich der 1000jährigen Messestadt Leipzig ist in den letzten 100 Jahren ganz grundlegend durch den Braunkohlenabbau zerstört worden. Bereits vorher gab es im gesamten Gebiet des Auwaldes um die Stadt Umbauten am weitverzweigten, anastomosierenden Netz von Fließgewässern zwischen Weißer Elster, Pleiße, Parthe und Alter Luppe. Die Flüsse wurden aus verschiedenen Gründen vereinfacht, zusammengeführt, begradigt und mit Dämmen eingefasst. Trotzdem kann man noch heute im Leipziger Auwald Abschnitte insbesondere der kleineren Flüsschen finden, die ursprünglichen Verlauf und Aussehen zeigen.

Ein solcher ist der Floßgraben, der heute als ein Teil der ursprünglichen Batschke offiziell Batschke-Floßgraben bezeichnet wird. Die Batschke war früher ein etwa 10 km langes Flüsschen, das etwa bei Zwenkau von der Weißen Elster abzweigte, mäandrierend nordwärts verlief und am Südrand von Leipzig in die Pleiße mündete. In der von Weißer Elster und Pleiße seit den Rodungen für die Landwirtschaft in deren Einzugsgebieten durch daraus folgende Erosion über Jahrtausende eingebrachte etwa 4 m starke Lehmschicht war es normal, dass hier alle Flüsse besonders bei Hochwassern ihren Lauf änderten. Aber schon bei längerfristig höheren Pegeln schufen sie ständig Mäander und bei deren Durchbrüchen hinterließen sie Totarme. Dass die Klafterflößerei mit Brennholz für Leipzig zwischen 1610 und 1864 bis zum Floßplatz in der Stadt mit diesen Mäandern seine Probleme hatte, lag auf der Hand. So wurde auch der Batschke aus diesem Grund ein etwa halb so langer künstlicher, gerader Floßgraben beiseite gestellt. Aber auch dieser Kanal und etwa 8 km der natürlichen Batschke sind im vorigen Jahrhundert dem Braunkohlentagebau geopfert worden.

Heute existiert immer noch im südlichen Leipziger Auwald ein etwa 2 km langer natürlicher Abschnitt der Batschke vor ihrer Einmündung in die Pleiße. Auch die Mäander sind erhalten geblieben, werden sich aber bei ziemlich konstantem, geringen Abfluss von 1 m³/s nicht mehr verändern.

An einem scharfen Mäander in diesem Gebiet, das einen Winkel von etwa 50° zwischen zu- und abfließendem Arm zeigt, habe ich im zeitigen Frühjahr eine Stunde lang fotografiert und aus den über 100 einzelnen Fotos eine kleine Animation zusammengestellt. Der Wechsel der Beleuchtung und der kräftige Wind, der die Kronen der unbelaubten Bäume bewegt, geben die vielfältigen Ansichten und die besondere Atmosphäre wieder, die man in dieser noch unwirtlichen, aber ahnungsvollen Jahreszeit im Leipziger Auwald erleben kann. Und im Nachhinein: In diesem Jahr haben hier auf 2 km Strecke vier Paare des Eisvogels erfolgreich gebrütet. Das ist wohl ein Rekord bei mangelnden und dazu noch mangelhaften Prallhängen zur Anlage von Bruthöhlen.

Und hier die 100 einzelnen Aufnahmen als Video

Matthias Ladusch

 

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