Eiche am „Roten Meer“

Eiche im Schönbuch s IMG_20150711_150504Im Jahr 1972 wurde das Kerngebiet des Schönbuchs zum ersten Naturpark in Baden Württemberg erklärt. Der Naturpark Schönbuch ist mit seinen 156 Quadratkilometern der kleinste und auch der älteste unter den 7 Naturparks in Baden-Würtemberg. Die höchste Erhebung des Schönbuchs ist der Bromberg mit einer Höhe von 583 m ü.NN. Der Naturpark umfasst eines der größten zusammenhängenden Waldgebieten Süddeutschlands. Er erstreckt sich als eine einzigartige über Jahrhundert gewachsene Kulturlandschaft südlich von Stuttgart umrahmt von den Städten Herrenberg, Tübingen, Böblingen/Sindelfingen und Reutlingen. Er ist ein Teil des Keuperberglandes, das wiederrum einen Teil des südwestdeutschen Schichtenstufenlands bildet.  Hier finden sich vielfältige Naturschönheiten sowie zahlreiche kultur- und kunsthistorische Sehenswürdigkeiten dicht beieinander. Sie machen den Naturpark zu einem besonderen Kleinod, zu einer einzigartigen ursprünglichen und abwechslungsreichen Landschaft, in der ausgedehnte Waldflächen, Wiesengründe, Moorseen und schattige Schluchten in ihrer Schönheit miteinander konkurrieren. Weite stille Wälder, romantische Bachtäler und beeindruckende Kulturschätze laden dazu ein Ruhe zu finden und die Vielfältigkeit der Natur zu genießen.

Der Naturpark Schönbuch ist von verhältnismäßig wenigen öffentlich befahrbaren Straßen erschlossen und spielt eine wichtige Rolle als Rückzugsgebiet für sonst in dieser Region selten gewordene Pflanzen und Tiere. Vom Bund Deutscher Forstleute wurde dem Schönbuch im Jahr 2014 der Titel Waldgebiet des Jahres verliehen.

Eiche im Schönbuch sb IMG_20150711_150448Wenn man dort wandern und spazieren gehen möchte, sollte man sich vorher mit einer guten Karte ausstatten. Denn trotz Beschilderungen, die sich z.T. in mehrfacher Ausführung widersprechen können, verändern Wege und Trampelpfade ihre Richtungen und es fällt selbst Einheimischen schwer, immer die richige Orientierung zu behalten. Aber gerade das macht den Naturpark so liebenswert. Es ist noch ein Stück Wildnis in unserer zivilisierten Welt.

In der Geschichte des Schönbuchs begründet ist die hohe Zahl alter, großer Eichen, die ein Alter von 350 Jahren und mehr aufweisen. Dabei handelt es sich größtenteils um sogenannte Huteeichen, die während der Zeit der Nutzung als Waldweide freistehende Bäume waren und dem Weidevieh bei starkem Regen oder großer Hitze Zuflucht bieten sollten. Gleichzeitig dienten sie zur Eichelmast des Weideviehs und auch des Rotwilds, das für die höfische Jagd begehrt war. Viele dieser Eichen sind heute Naturdenkmale.

Die 350 Jahre alte Eiche am „Roten Meer“ auf der Herrenberger Markung bietet ebenfalls ein schattiges Plätzchen mit Blick auf den Gäu, das dem Naturpark vorgelagert ist. Der Name „Rotes Meer“ hat seinen Ursprung von einem Weiher, der sich früher an dieser Stelle befand und durch den Sandstein rötlich gefärbt war. Der Schilfsandstein war wegen seiner Härte ein beliebter Werkstein, weil er so gut zu bearbeiten ist.

 

Eiche im Schönbuch sb IMG_20150711_150536 Das Heckengäu ist eine von Menschenhand – und Schafsmaul – gestaltete Kulturlandschaft. Fleißige Hände haben hier seit Jahrhunderten Steine von den Äckern gelesen und entlang der Grundstücksgrenzen abgelagert. So entstanden die Lesesteinriegel, auf denen sich Hecken gebildet haben. Die endlosen Hecken sind bis heute optischer Blickfang und prägen das Landschaftsbild, sie waren  auch Namensgeber für das Heckengäu und schufen die kleingliedrige Kulturlandschaft, die eine äußerst artenreiche Flora und Fauna hervorgebracht hat.

 

 

 

Weiterführenden links:

http://naturpark-schoenbuch.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nbuch

https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsches_Stufenland

http://www.schoenbuch-heckengaeu.de/natur-landschaft

http://www.bdf-online.de/archiv/2014/140407_schoenbuch.html

 

 

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