Eingriffe in das Schutzgebiet Schluifelder Moos

Von den sechs Naturschutzgebieten im Landkreis Starnberg, deren Ausweisung auf die Kreisgruppe Starnberg zurückgeht, ist das „Schluifelder Moos“ wahrscheinlich jenes, das weiterhin von schleichend fortschreitenden Zustandsverschlechterungen am stärksten bedroht sein wird.

Schluifelder Moor - Übergangsmoor

Schluifelder Moor – Übergangsmoor

Es wurde 1986 als Naturschutzgebiet von 57 Hektar Fläche ausgewiesen. Zusammen mit dem im Westen benachbarten Bulachmoos wurde es im Jahr 2000 als FFH-Gebiet „Schluifelder Moos und Bulachmoos“ gemeldet. Das gesamte FFH-Gebiet umfasst mit ca. 74 Hektar vollständig die beiden für das Gebiet des ehemaligen Ammerseegletschers repräsentativen Toteiskesselmoore.

Vielen ist nicht bewusst, dass es sich um eines der wertvollsten Übergangsmoor-Schutzgebiete des gesamten „Voralpinen Hügel- und Moorlandes“ handelt. Darüber hinaus verfügt das Schluifelder Moos über hochwertige hochmoor- und niedermoorartige Teilabschnitte. Als hochgradig gefährdete, teils sehr seltene Arten kommen dort das Zierliches Wollgras, das Moorreitgras und die Bekassine als Brutvogel vor.

Schluifelder Moos - Niedermoor

Schluifelder Moos – Niedermoor

1993 geriet das Schluifelder Moos durch einen geplanten Autobahnbau in Gefahr, der die von Norden kommenden Grundwasserströme abzuschneiden drohte. Mit einer Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof konnte der BN den Bau leider nur verzögern. Sowohl die A96 mit dem problematischen Etterschlager Tunnel als auch ein Golfplatz wurden gebaut.

Das war aber nicht Schaden genug, denn 2004 wurde auch noch der Golfplatz erweitert, der große Mengen an Grundwasser entnimmt. Erst ein vehementer Vorstoß bei der Höheren Naturschutzbehörde verhinderte vorerst ein Austrocknen des Moores.

2009 wurde dann ein FFH-Managementplan für das Gebiet erstellt. Als unerlässlich notwendige Maßnahmen werden die Sicherung und Sanierung des Wasserhaushaltes in dem Managementplan gefordert.

Aktuell ist das Moor von der Instandsetzung des Tunnels Etterschlag bedroht, der doch tiefer im Wasser steht als erwartet, und von der planfestgestellten Umgehungsstraße Weßling, die auch wieder tief ins Gelände einschneidet. Beide Vorhaben könnten dem Moor zufließende Grundwasserströme abschneiden. Den tatkräftigen Wörthseer BN- Aktiven ist es zu verdanken, dass das „Schluifelder Moos“ wenigstens unter Schutz gestellt wurde. Wir werden nicht locker lassen, bis der FFH-Managementplan so umgesetzt wird, dass dieses besondere Moorgebiet in Zukunft nicht weiterhin entwertet wird.

Fotos: © Burkhard Quinger

Weitere Informationen in der 40 Jahre Kreisgruppe Starnberg Borschüre

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