Entlang des westlichen Isar-Hochuferwegs: Von Pullach nach Baierbrunn

Georgenstein © Archiv Isartalverein e. V.

Ausgangspunkt: S-Bahnhof Pullach.
Weglänge und Anforderungen: 6,5 km; keine besonderen Anforderungen.
Naturräume:Hangwälder.
Geologische Besonderheiten: Sogenannte Schmelzwasserschotter aus verschiedenen Eiszeiten als übereinander liegende Schotterkörper im Klettergarten östlich von Buchenhain; Georgenstein.
Kultur: keltische Hügelgräber; Römer-Straße „Via Julia“; alte spätgotische Baierbrunner Dorfkirche St. Peter und Paul; Gabriel-von-Seidl-Denkmal; Max-Littmann-Denkmal.
Charakter der Tour: Der Fuß- und Radwanderweg verläuft entlang des westlichen Isar-Hochufers in vorwiegend ebenem Gelände größtenteils durch Grünbereiche in Randlagen der Baugebiete. Unterwegs ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf das tief eingeschnittene Isartal und die voralpinen Berge. Einkehrmöglichkeiten sind in den Ortslagen vorhanden. Zudem liegen Rastplätze des Isartalvereins am Weg.

Wegverlauf und Beschreibung:

Pullach–Höllriegelskreuth
Vom S-Bahnhof Pullach geht es etwa 300 m über die Schwanthalerstraße zum Kirchplatz. Von dort aus folgt der Weg der Habenschadenstraße bis zum Josef-Breher-Platz, weiter an der Hangkante entlang vorbei am Kriegerdenkmal und dem Gabriel-von-Seidl-Denkmal, bis zur Landstraße nach Grünwald. Der in München geborene und spätere Ehrenbürger der Stadt Gabriel von Seidl hatte 1902 den Isartalverein gegründet, um der Zerstörung des Isartals durch Boden- und Bauspekulanten Einhalt zu gebieten. Ein großer Verdienst des Architekten war der Erhalt des gegenüberliegenden Hangbereichs unterhalb der Burg Grünwald, der bis heute nicht bebaut ist. Hinter dem Denkmal befinden sich mehrere Hügelgräber aus der Keltenzeit.

Höllriegelskreuth–Buchenhain

Blick auf das Kraftwerk Baierbrunn © Archiv Isartalverein e. V.

Nach Höllriegelskreuth setzt sich der Wanderweg entlang der Hangkante als gewidmeter Fußweg fort. Radfahrer sind angehalten, den Radweg der Dr.-Carl-von-Linde-Straße in Richtung des S-Bahnhofs zu fahren und von dort aus die entlang der Bahnlinie in Richtung Buchenhain führende Straße zu benutzen. Dort, wo der Wanderweg für ein kurzes Stück auf die Straße trifft, kreuzt die teilweise noch gut erkennbare Trasse der Römerstraße „Via Julia“, die vom heutigen Günzburg über Augsburg nach Salzburg führte. Diese alte Verbindungsstraße verlief an dieser Stelle nach Osten hin schräg den Steilhang hinab und querte unterhalb der gegenüberliegenden befestigten Keltenschanze mit einer Furt die Isar.

Etwa auf Höhe des ehemaligen Kohlebunkers des Kraftwerks Höllriegelskreuth zweigt unser Fußweg Richtung Hochufer ab, umgeht den Hohlweg und gelangt dann an den Rastplatz des Isartalvereins am Georgensteinblick bei Buchenhain. Von hier aus wird ein grandioser Blick auf den inmitten der Isar gelegenen Georgenstein geboten. Zeitweilig ist es empfehlenswert, eine etwas weiter nördlich gelegene Stelle mit besserem Einblick aufzusuchen, wenn hochgewachsenes und dichtes Buschwerk den Blick beeinträchtigen. Kurz zuvor führt ein schmaler Steig den Steilhang hinab zu einer

Geotop „Klettergarten“ © Archiv Isartalverein e. V.

Wand aus Nagelfluhfelsen, dem Klettergarten, welcher zu einem der schönsten Geotope Bayerns zählt. Der sog. Schmelzwasserschotter der Felswand stammt aus verschiedenen Eiszeiten und zeigt sich hier als übereinanderliegende Schotterkörper, die sich durch ihren Grad der Verwitterung und Verfestigung unterscheiden lassen.

Buchenhain–Baierbrunn

Vom Rastplatz „Georgensteinblick“ aus verläuft der Weg weiter auf einer Länge von ca. 250 m zwischen Bundesstraße und Isarhochufer. Auf einer kleinen Ausbuchtung am Wegrand steht der Gedenkstein des Münchner Architekten und Bauunternehmers Max Littmann (1862–1931). Er war ein Bekannter von Gabriel von Seidl und ebenfalls ein wichtiger Förderer des ITV. Unser Fußweg biegt von dort aus der Hangkante folgend in südlicher Richtung ab und führt ins Zentrum von Baierbrunn. Für die Radfahrer geht es auf dem Parallelweg entlang der B11 geradeaus weiter.

Zum Abschluss der Wanderung lohnt sich ein Besuch der alten, spätgotischen Baierbrunner Dorfkirche, St. Peter und Paul, mitten im Ort an der Bahnhofstraße direkt neben der Bundesstraße B11. Ihren achteckigen barocken Turm krönt eine Zwiebelhaube. Im Inneren sind drei barocke Altäre zu sehen.

Entlang des Weges hat man einige Möglichkeiten auf den Isaruferweg zu gelangen: Verbindungswege von der Habenschadenstraße in Höhe der Einmündung Jaiserstraße sowie vom Joseph-Breher-Platz in Pullach; über den Steig zum „Klettergarten“ bei Buchenhain; über den Hermann-Roth Weg auf halbem Weg zur Ortschaft Baierbrunn sowie weitere Abstiegsmöglichkeit unmittelbar am Ortsrand. Die Isar kann in Höllriegelskreuth an der Grünwalder Brücke überquert werden.

Bitte beachten Sie: Beschränken Sie Ihre Wanderung in diesem Wegabschnitt auf die vorgeschlagenen Wege in den Hangwaldbereichen, damit deren empfindliche und gleichzeitig besondere ökologische Situation beidseits der Isar geschont und möglichst wenig beeinträchtigt wird.

 

Die Wanderung ist dem Wanderführer „Das Isartal: München – Wolfratshausen“ des Isartalvereins e. V. entnommen. Der Wegabschnitt Pullach bis Baierbrunn über Höllriegelskreuth und Buchenhain liegt auf der Wanderroute „München Großhesselohe – Wolfratshausen“ (Gesamtlänge 24,5 km) am westlichen Isar-Hochuferweg. Der Wanderführer „Das Isartal: München – Wolfratshausen“  (5.90 Euro) ist als Buch mit topogr. Karte über das Büro des Isartalvereins erhältlich.

ww.isartalverein.de.

 

Isartalverein

Über uns Isartalverein

Das Isartal südlich der bayerischen Landeshauptstadt München ist eine schöne und auch einzigartige Landschaft im Münchner Süden. Der Isartalverein e. V. hat es sich schon im Jahr 1902 zu seiner Aufgabe gemacht, die Isarlandschaft zu erhalten und ihre Besucher für die Vielfalt und Schönheit zu begeistern. Als eine vom Freistaat Bayern anerkannte Umweltvereinigung ist der Verein Träger öffentlicher Belange und wird zu allen einschlägigen Planungen und Maßnahmen angehört. Er macht seinen Einfluss geltend, um schädliche Auswirkungen auf die Natur und Landschaft zu verhindern oder wertgleiche Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Er ist außerdem Träger zahlreicher Projekte wie Beweidungsprojekte in der Pupplinger Au, das virtuelle Isar-Museum oder die Herausgabe eines Isar-Wanderführers. Der Isartalverein ist außerdem Partner im Verbundprojekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“
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