Erhalt des Stocketwaldes durch die BN Ortsgruppe Weßling

Der Erhalt des Stocketwaldes bei Weßling wurde hart erkämpft! Über Jahre hinweg setzte sich die Ortsgruppe Weßling des BN für den Schutz des Waldes im Landschaftsschutzgebiet ein.

Stocketwald 2014

Stocketwald 2014

Seit 1963 wurde von der Gemeinde Weßling versucht, im Stocketwald eine größere Fläche Wald abzuholzen, um z.B. Parkplätze zu bauen. Mehrmals musste sich die Gemeinde von aufgebrachten Bürgern stoppen lassen. 1978 begann die Gemeinde einen Flächennutzungsplan für ein Gemeindezentrum im Stocket aufzustellen. Bebauungsplan und Bau-Eingabepläne wurden in den Folgejahren erarbeitet. Ein erstes Urteil des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) vom 14.12.1982 setzte den Bebauungsplan außer Kraft. Dies verleitete die Gemeinde nur, neue Wege für ihr Ziel Gemeindezentrum zu suchen. Ein neuer Anlauf mit Bebauungsplan, Herausnahme aus dem Landschaftsschutz und Aufforsten der an sich schon wertvollen Höhenbergwiese als Ausgleichsmaßnahme brachte die Bürger erneut auf. Im Dezember 1983 wurden neue Eingabepläne erstellt und obendrein der gesellschaftliche Druck auf die „Freunde des Stocket“ erhöht. Der Kreistag Starnberg hob am 13.02.1984 den Landschaftsschutz auf, und die vorgezogene Baugenehmigung wurde im März 1984 erteilt. Das wollte der BN verhindern und ließ, da er selber weder gehört wurde noch klagen konnte, über zwei Anwohner beim Bayerischen VGH eine Klage gegen die Aufhebung des Landschaftsschutzes einreichen. Der gerichtlich beauftragte Gutachter Prof. Dr. Ulrich Ammer stellte die negativen Auswirkungen auf die Funktion „Wald“ heraus. Dies veranlasste den VGH am 22.07.1985, die Aufhebung des Landschaftsschutzes für nichtig zu erklären. Der VGH hat den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes den Stellenwert eingeräumt, der ihnen seit der Verfassungsänderung zukommt. Wenn der BN heute zu Stellungnahmen bei gemeindlichen Planungsvorhaben aufgefordert wird, ist das ein Verdienst der BN Ortsgruppe Weßling. Dieses Recht als „außenstehende Anwälte der Natur“ (BVG 1997) ist ein hohes Gut, denn die BN Kreisgruppe Starnberg wird von den Planungsbehörden wie Träger öffentlicher Belange behandelt. „Und wir sollten dieses Recht auch wahrnehmen, so fundiert und sachlich wie wir können“ (BN KG Starnberg).

Foto: © Matthias Hacker

Weitere Informationen in der 40 Jahre Kreisgruppe Starnberg Borschüre

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