Es war einmal ein schöner Steig

Noch ganz anders am Sulzersteig,

Noch ganz anders am Sulzersteig,

Jeder aus der Region kennt den Weg zur Lenggrieser Hütte über den Grasleitensteig. Führt er doch von Lenggries über und durch eine sehr anschauliche und für das Auge erholsame Bauernlandschaft mit Gewinner Charakter zu einer Hütte mit Tradition. Durch den Weiler Mühlbach und an dem gleichnamigen Bach  entlang hat der Wanderer noch etwas Heimatgeschichte und wie soll es anders sein, es  kommt Glück auf, bei so viel Liebe zu Hof und Wiesen und schöner Landschaft. Über eine steile, mit Bäumen versetzte Mahdwiese geht es dann in den angenehm, schattigen Wald und man will meinen einen urigen Steig hinauf zur Lenggrieser Hütte. Aus der Traum, wiedereinmal hat über fast 150 Höhenmeter der moderne Wege Sinn zugeschlagen. Ausgeraubt liegen die Steine brach in der Mittagssonne und man steigt auf einem frisch heraus gekratzten, bulldozergeradlinigen Wirtschaftsweg der Lenggrieser Hütte entgegen. Jeder spürt hier deutlich, das hätte nicht sein müssen. Oben am Seekar höre ich zwei ältere Wanderer, wie sie sich enttäuscht über das  Bodenmasaker äußern, sie sind auf Urlaub da, und schwärmen dann von einem anderen Weg in einem anderen Land.

Es gibt noch schöne Auswege zum Seekarkreuz im Mangfallgebirge, direkt über den Grasleitenkopf oder durch den wildromantischen Sulzersteig. Gott erhalte sie uns, die aussterbenden Wege ohne Kosmetik, unsicher und unbequem, aber schön, und schütze uns vor denen, die immer weniger Freude an der Natur haben und gerne baggern und effizient den Unsinn bis ins letzte Refugium bringen. Für wen weiß hier keiner mehr.

Wir setzen hier ein digitales Mahnmal für den begradigten Grasleitensteig und wünschen uns mehr Wilde Berge ganz nah und nicht im Himalaja mit Summit Club und sonstigen Allüren.

 

 

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