Flussbegradigung im Ammergau

Der Ammer "kanal" im Ammergau

Der Ammer „kanal“ im Ammergau

Der Ammergau (auch das Ammertal) ist ein zwischen Graswang/Ettal und Bad Kohlgrub an der Ammer gelegenes

Vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiete im Ammergau

Vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiete im Ammergau

Gebiet nahe der Grenze zu Tirol mit dem Hauptort Oberammergau. Seinen Namen hat das Gebiet möglicherweise durch die nahe Bernsteinstraße (Ammer = Amber). Die Etymologie des althochdeutschen Wortes gouwe, gouwi „Landstrich“ ist noch nicht abschließend geklärt. Es wird die Herkunft aus dem germanischen *ga-agwia „das am Wasser gelegene Land“ mit einer Bedeutungserweiterung „Offenlandschaft, Ackerbaugegend, Siedlungslandschaft“ vermutet. Der Duden legt das germanische Wort *awjo in der Bedeutung „Insel, Au, zum Wasser gehörig“ zugrunde, aus dem die gemein germanische Kollektivbildung *gaawja „Land am Wasser“ hervorgeht (siehe auch Wikipedia). In diesem Sinne belassen wir es und nennen Ammergau „Das am Wasser gelegene Land entlang der Bernsteinstraße“. Zweitausend Jahre Kulturgeschichte sind in den letzten 50 Jahren verwandelt worden zu „Das am Kanal gelegene Land entlang der B23“. Allein der historische Name täuscht. Wer sich ein Bild machen will, ein paar Gehminuten vom Bahnhof in Oberammergau entfernt, es ist schnell getan. Ein Kanal, der nichts mehr, aber auch gar nichts mehr mit Alpenflusslandschaft zu tun hat zeigt sich in „bester“ Parkidylle im Geschmack der 50er Jahre.

Die Karte des Informationsdienstes der LfU: Überschwemmungsgefärdete Gebiete zeigt die Erklärung: Vorläufig gesichert (beide blauen Flächen im Bild). Kein Quadratmeter der wunderschönen Feuchtwiesenlandschaft östlich von Oberammergau und westlich bis Unterammergau wird hier als natürlicher Wasserspeicher verwendet. Es soll hier nichts gegen

Das Ettaler Weidmoss südlich von Oberammergau von oben

Das Ettaler Weidmoss südlich von Oberammergau von oben

sinnvollen Hochwasserschutz geschrieben werden, doch werde ich das Gefühl nicht los, hier sind Probleme teuer verschoben worden. Denken wir nur an Passau und die Milliarden Kosten mit den immer häufigeren Hochwassern, weil die weiter oben das Problem verschieben. Ich meine es mit „oben“ dabei nicht nur politisch, sondern auch  ganz banal geografisch. Aus meiner Sicht wäre ein Flussverlauf in diesem herrlichen Landschaftsabschnitt mit mehr Dynamik und natürlichen Überschwemmungszonen besser für alle gewesen. Sowohl was den Hochwasserschutz für alle als auch den Naturschutz und den Landschaftscharakter angeht. Ein Blick aus dem Satelliten zeigt zum Beispiel, das es südlich von Oberammergau und auch entlang der Ammer bis Unterammergau genügend Bereiche gibt, die als Puffer und Überschwemmungszonen dienen könnten. Und nicht zuletzt haben die Münchner mit dem Verlauf der Isar am Flaucher gezeigt, wie viel schöner ein Fluss in der Stadt als auf dem „herrlichen“ Land sein kann. Wenn man sich nur etwas mühe gibt.

Renaturierter Streckenabschnitt der Isar am Flaucher in München

Renaturierter Streckenabschnitt der Isar am Flaucher in München

Über Gedanken und Anregungen von Experten freue ich mich. Ich stimme hier für einen geordneten Rückbau…mit mehr Natur und Landschaftspflege. Auch wenn es nicht einfach ist. Nicht nur die Passauer danken es uns.

 

 

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Ein Kommentar

  1. Pingback:Ammer pur und erstes Bahnkraftwerk der Welt - venGo

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