Hotspot der Artenvielfalt: Donnersberg, Pfälzerwald und Haardtrand

Das Gebiet umfasst von Nord nach Süd einen östlichen Abschnitt des Saar­Nahe-Berglands mit dem zentralen Donnersbergmassiv sowie das im Süden angrenzende Haardtgebirge, Teile des nördlichen Pfälzerwaldes, den Wasgau im südlichen Pfälzerwald an der Grenze zu Frankreich mit dem zentralen Dahner Felsenland sowie den Haardtrand als Ostabfall des Pfälzerwaldes zur Oberrheinebene. Das Saar-Nahe-Bergland ist ein vielgestaltiges Berg- und Hügelland mit einem Mosaik aus Wald und Offenland. Neben markanten Bergkuppen und Höhenrücken vulkanischen Ursprungs wie dem Donnersberg prägen zahlreiche felsige Kerbtäler das Landschaftsbild. Bei großer Standortsvielfalt sind der Donnersberg, seine steil abfallenden Randbereiche und die tief eingeschnittenen Täler von naturnahen, teils kleinräumig wechselnden, teils großflächigen altholzreichen Laubwaldgesellschaften bedeckt. Die Waldbiotope bilden eng­räumige Mosaike mit reich strukturierten Offenlandkomplexen aus Magerrasen und extensiv genutzten Wiesen und Gebüschen. Diese Strukturvielfalt sowie Höhlen und Stollen bieten einer Vielzahl von Arten Lebensraum. Der Pfälzerwald ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Der Untergrund des stark zertalten Mittelgebirges besteht überwiegend aus mittlerem Buntsandstein. Im nördlichen Teil des Pfälzerwaldes sind langgestreckte Höhenzüge und Bergstöcke durch Kerbtäler gegliedert. Im südlichen Teil, dem Wasgau, bestimmen eindrucksvolle Felsformationen aus Buntsandstein, vor allem im Dahner Felsenland, bewaldete Kegelberge, kurze Bergrücken und breite Kastentäler das Landschaftsbild. Typisch sind Burgen und Burgruinen, Wässer-/Schemelwiesen, Wooge und Triftbäche. An den Hängen wachsen überwiegend bodensaure, artenarme Buchenwälder, Mischwälder und von der Waldkiefer dominierte Nadelholzforste, auf den südexponierten Hanglagen lichte Wälder. Der Pfälzerwald gehört in Rheinland-Pfalz zu den Gebieten mit der größten Vielfalt an unterschiedlichen Lebensraumtypen trockener bis feuchter Standorte. Die Anzahl der im Gebiet vorkommenden, auch deutschlandweit seltenen Pflanzen- und Tierarten ist außergewöhnlich. Die Klimagunst vereint mediterrane mit borealen Elementen. Der Haardtrand bildet als Vorgebirge den östlichen Übergang vom Bunt­sandsteingebirge des Pfälzerwaldes zur Vorderpfälzer Tiefebene. Lichte Wäl­der mit einem Gürtel aus Edelkastanien bilden die Waldrandzone. Die klima­begünstigte intensiv genutzte Kulturlandschaft des Haardtrandes beherbergt an den Hängen Reste typischer Trockenbiotopkomplexe. Diese mit extensiv genutzten Weinbergen und Weinbergsbrachen eng verzahnten und durch Trockenmauern und Strauchbestände reich gegliederten Trocken- und Halbtrockenrasen unterschiedlicher Ausprägung sind als Lebensräume wärme- und trockenheitsliebender Arten von überregionaler Bedeutung. Insbesondere die Avifauna (u. a. Zaunammer) ist bemerkenswert. Die in Ost-Westrichtung verlaufenden zahlreichen Bäche mit begleitendem extensiv genutztem Feuchtgrünland sind wichtige Vernetzungsachsen zwischen dem Pfälzerwald und der Rheinniederung.

Texte und Geodaten der Hotspotregionen mit freundlicher Genehmigung des BfN

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