Hotspot der Artenvielfalt: Harz

Weithin sichtbar erhebt sich der steil ansteigende Harz mit seiner höchsten Erhebung, dem Brocken (1141 m ü. NN) aus der umgebenden Landschaft hervor. Waldflächen, Moore und Berg-Wiesen bestimmen das Bild der Gebirgslandschaft. Zu den charakteristischen Elementen der Hochlagen des Harzes gehören die teilweise hervorragend erhaltenen Hoch- und Übergangsmoore sowie Klippen und Blockhalden aus Silikatgestein mit z. T. seltenen Flechtenbe­ständen. In den höchsten Lagen, so auf dem Brockengipfel, wird das Land­schaftsbild durch subalpine Matten und Heiden bestimmt. In den hochmontanen Regionen oberhalb von 750-800 m kommen natürliche Berg-Fichtenwälder vor, so die Wollreitgras- Fichtenwälder auf mineralischen Standorten, torfmoosreiche Fichtenwälder auf vermoorten Standorten sowie Fichten-Karpatenbirken-Blockwälder auf Blockhalden. Diese Wälder zeichnen sich besonders durch eine reiche Moos- und Flechtenvegetation aus. Unterhalb der Fichtenzone schließen montane Fichten-Buchenwälder an, die aber nur in Restwäldern erhalten geblieben sind. Als Schatthang-, Schlucht- und Blockhaldenwald besitzen der Eschen-Bergahorn-Schluchtwald und der Spitzahorn-Linden- Blockhaldenwald besondere Bedeutung. Von besonderer Bedeutung sind auch die artenreichen montanen Wiesen des Harzes, die beispielsweise um St. Andreasberg und Hohegeiß in sehr guter Ausprägung vorkommen. Das Gebiet umfasst ferner Teile naturnaher Fluss- und Bachtäler, insbesondere das Oder- und das Siebertal, sowie das Oberharzer Teichgebiet mit diversen oligotrophen bis mesotrophen Stauteichen aus der Zeit des historischen Harzer Bergbaus. Mesophile und bodensaure Buchenwälder gehören zu den weit ver­breiteten Waldgesellschaften der tieferen Lagen des Harzes. Von bundesweiter Bedeutung sind die großflächigen, naturnahen Buchenwälder der Nord- und Südharzabdachung. Besonders bemerkenswert sind die Buchenwälder im Bereich des Nord- und des Südabfall des Harzes, die eng zertalt sind und von Silikatfelsen mit Silikat- Schutthalden an den Steilhängen durchsetzt sind und von tief eingekerbten Tälern mit naturnahen Fließgewässern, Hochstaudenfluren und Bachauenwäldern durchzogen werden. Am nördlichen Harzrand und auf den Felswänden der Durchbruchstäler von Bode und Selke kommen Eichen-Trockenwälder vor, die teilweise extrem nährstoffarme Silikatstandorte besiedeln. Hier hat auch die Wald-Kiefer natürliche Reliktstandorte. Der Harz weist neben einer artenreichen Flora und Vegetation auch eine sehr artenreiche Tierwelt auf. Besonders bemerkenswert sind u. a. Arten, die sonst nur für Hochgebirgsregionen typisch sind, wie beispielsweise die Ringdrossel oder die Alpen-Smaragdlibelle.

 

Texte und Geodaten der Hotspotregionen mit freundlicher Genehmigung des BfN

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