Hotspot der Artenvielfalt: Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaften

Der Hotspot umfasst die südöstlichsten Teile des nordostdeutschen Tieflandes von Radeburg und Königsbrück im Westen bis zur Neiße im Osten und damit im Wesentlichen die Heide- und Teichgebiete der Oberlausitz inklusive einiger Flächen ehemaliger Braunkohlentagebaugebiete. Er setzt sich zwischen Ortrand und Hosena auf brandenburgisches Gebiet fort und schließt damit auch die Heide- und Teichgebiete südlich Ruhland mit ein. Der abgegrenzte Landschaftsraum umfasst eine Reihe hochkarätiger Schutzgebiete. Zu nennen sind hier insbesondere die „Königsbrücker Heide“ mit ausgedehnten Prozessschutzflächen auf ehemaligem Truppenübungsplatz, die „Teiche bei Zschorna“ als bedeutendes Nahrungs-, Rast- und Brutgebiet für Wasservogelarten, das „Teichgebiet Biehla-Weißig“ mit ausgedehnten Verlandungszonen, das „Dubringer Moor“ als bedeutendstes Durchströmungsmoor im Altmoränengebiet zwischen Elbe und Oder, der Spreeniederung Malschwitz, das „Niederspreer Teichgebiet“ mit mustergültigen Verlandungsstadien und schließlich als zentraler und repräsentativer Bestandteil des Hotspots das über 30.000 ha große Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ mit Kernflächen wie der Daubaner Heide. Die Vogelwelt verzeichnet im Hotspot die größte Zahl an Rote Liste-Arten in Sachsen, z. B. Seeadler, Wespenbussard, Fischadler, Kranich, Rohrdommel, Ziegenmelker, Wiedehopf, Heidelerche und Sperbergrasmücke. Bei den Säugetieren sind z. B. Wolf, Biber und Fischotter fest etabliert. Die Messtischblatt-Quadranten mit den höchsten Zahlen an nachgewiesenen Libellenarten (bis zu 50) in Sachsen befinden sich in der Oberlausitz. Die gewässerreiche Landschaft ist für Amphibien, wie Kammmolch, Rotbauchunke, Wechselkröte oder Laubfrosch ebenso bedeutend. Der Hotspot begründet sich im Wesentlichen durch den kleinräumigen Wechsel sehr trockener und sehr feuchter Flächen und der engen Verzahnung von Teichen, Wald, Mooren, Heiden und sonstigen Offenlandflächen sowie einer insgesamt extensiveren Nutzung.

Texte und Geodaten der Hotspotregionen mit freundlicher Genehmigung des BfN

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