Dialog Andreas


Der Kiesbank Checker: Moderne Medien für den Naturschutz

Die Kiesbänke des Lechs bieten dem Flußregenpfeifer, der als gefährdete Art auf der Roten Liste steht, ideale Brutbedingungen. Gleichzeitig sind der Lech und seine Uferzonen gerade in der Brutsaison (1.4. bis 30.6) dieses sehr störungsempfindlichen Vogels ein beliebtes Ausflugsziel. Daraus ergeben sich scheinbar unüberwindliche „Nutzungs“-Konflikte. Es stellt sich die Frage, ob es angemessen wäre, ein Betretungsverbot für die Kies- und Sandbänke am Lech auszusprechen, um die dort bisher nur 10 bis 12 vorkommenden Brutpaare des Flussregenpfeifers zu schützen?

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Es war einmal ein schöner Steig

Jeder aus der Region kennt den Weg zur Lenggrieser Hütte über den Grasleitensteig. Führt er doch von Lengries über und durch eine sehr anschauliche und für das Auge erholsame Bauernlandschaft mit Gewinner Charakter zu einer Hütte mit Tradition. Durch den Weiler Mühlbach und an dem gleichnamigen Bach entlang hat der Wanderer noch etwas Heimatgeschichte und wie soll es anders sein, es kommt Glück auf, bei so viel Liebe zu Hof und Wiesen und schöner Landschaft. Über eine steile, mit Bäumen versetzte Mahdwiese geht es dann in den angenehm, schattigen Wald und man will meinen einen urigen Steig hinauf zur Lengrieser Hütte. Aus der Traum, wiedereinmal hat über fast 150 Höhenmeter der moderne Wege Sinn zugeschlagen. Ausgeraubt liegen die Steine brach in der Mittagssonne und man steigt auf einem frisch heraus gekratzten, bulldozergeradlinigen Wirtschaftsweg der Lengrieser Hütte entgegen. Jeder spürt hier deutlich, das hätte nicht sein müssen. Oben am Seekar höre ich zwei ältere Wanderer, wie sie sich enttäuscht über das Bodenmasaker äußern, sie sind auf Urlaub da, und schwärmen dann von einem anderen Weg in einem anderen Land.

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Geldwert Alte Tanne: 300 Jahre für nur 700 DM

Lehrpfade wollen bilden. Wer sich vom Bahnhof Aurach auf den Weg zum Breitenstein oder Wendelstein macht, darf einen der vielen Waldlehrpfade, die es inzwischen gibt, so zu sagen auf dem Weg schnell und kostenlos mitnehmen. Alte Schilder ohne Farbdruck und Logo aber genausogut wie die Neuen. Wegen der Schlichtheit fallen die Tafeln erst auf den zweiten Blick auf. Neugierig wie immer, habe ich sie mir durchgelesen, um danach etwas mehr zu wissen. Eine Tafel hat mich dann besonders angesprochen:

Große Tanne

Alter 300 Jahre

Geldwert ca 700 DM

So direkt und ehrlich habe ich es noch nirgendwo gelesen. Man lerne also: 300 Jahre Natur sind ca 700 DM (wer sich an den Umrechungskurs nicht mehr erinnert, ca 350€) wert. Um den alten Baum auch wirklich zu erkennen, ist zusätzlich eine Holztafel direkt am Baum angenagelt, mit dem Hinweis Tanne – Abies alba.

Ich stelle mir vor, ein Bild von Peter Paul Rubens oder Jan Vermeer in der Alten Pinakothek in München, Name des Bildes: Boreas entführt Oreithya, handgeschrieben auf Papier mit Reißnägeln auf dem Bild befestigt. Und das für 350€ zu kaufen.

Was unterscheidet ein 300 Jahre alte Schöpfung eines Menschen mit 8 Wochen Herstellungszeit von einer Schöpfung der Natur, die ganze 300 Jahre daran gearbeitet hat?

Mein Fazit hier ganz kurz, wir benötigen mehr als dringend neue Werte um unsere Welt und unser Leben richtig zu bewerten. Diese Hinweitafel kann fast überall stehen und ist nirgendwo zu finden.

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Münchens ältester Baum steht im Schilderwald

Etwas überrascht war ich schon, als ich den Ort aufsuchte, an dem diese ehrwürdige, älteste Linde Münchens steht. Nähert man sich der Linde aus der Stadt, fallen einem leider zuerst die insgesamt 11 Schilder ins Auge, die dem Ort seinen Charme rauben. Den Straßenlärm des Berufsverkehrs lassen wir mal „gewohnheitsmäßig“ weg. Es reflektiert ohne viele Worte zu verlieren, die Sensibilität für und den Respekt vor der Natur und dem Alter. Es ist Ausdruck einer modernen Natur- und Landschaftsästhetik ohne jedes Potential für neue lebenswerte Kulturräume. Da tröstet auch nicht die Ankündigung auf einem der Schilder: Genuss für alle Sinne, ganz im Gegent…

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Keine Angst vor dem schwarzen Wolf

Am Sonntag, den 1. März 2015, wurde bei Unterdietfurt im Landkreis Rottal-Inn ein wolfsähnliches Tier fotografiert. Die Auswertung des Bildmaterials ergab, dass es sich um einen Wolf handelt. Eine gute Nachricht für mehr Wildnis im Zusammenleben mit der Natur. Das eine Umkehr der Vernichtung ohne Gefahr möglich ist, zeigen uns andere (Bundes-) Länder und erste Statistiken. Nach Recherchen gibt es bisher folgendes Auftreten von Wölfen in Bayern …

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Schachtkraftwerk im Fischparadies oder der Sinn von Natura 2000 Schutzgebieten

Das Wasserenergienutzungs Konzept Schachtkraftwerk ist an der TU München entwickelt worden. Die erste produktive Anlage ist an der Loisach bei Großweil in einem Natura 2000 Gebiet geplant. Der Bund Naturschutz und der Landesfischereiverband haben gegen den Bau der Anlage geklagt. Die Vor- und Nachteile eines Schachtkraftwerkes sind ….

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Wildnis in der Stadt

Wildes München mit Wermustropfen. Wer vom Leonrodplatz ein paar hundert Meter Richtung Nordbad auf der Schwere Reiter Straße geht, kann sich rechts auf einem kleinen Pfad bis hinab zur Lothstrasse mit etwas Wildnis in München bestechen lassen. Der Pfad ist kein offizieller Weg, er führt durch verlassenen Anlagen, die in Zukunft Wohngebiet werden sollen und jetzt teilweise als Kreativ Raum genutzt werden. Klingt romantisch. Ist es auch. Die Natur holt sich sukzessive Raum zurück…

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