Keine Angst vor dem schwarzen Wolf

+++ Am Sonntag, den 1. März 2015, wurde im Landkreis Rottal-Inn ein wolfsähnliches Tier fotografiert. Die Auswertung des Bildmaterials ergab, dass es sich um einen Wolf handelt. Das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es von einem Hund deutlich unterscheiden. +++ Quelle: Landesamt für Umwelt

Eine gute Nachricht und ich wünsche mir noch mehr Wölfe und Wildnis im Zusammenleben mit der Natur in meiner Heimat. Das eine Umkehr der Vernichtung möglich ist, zeigen uns erste Statistiken.

Im Sommer 1882 wurde bei einer Treibjagd im Oberpfälzer Fichtelgebirge der letzte Wolf Bayerns erlegt. Damit war in unseren Wäldern ein für das Ökosystem wichtiges Mitglied ausgerottet. Jahrtausendelang hatte der Wolf den Rotwildbestand in einem für den Wald ausgewogenen Niveau gehalten.

Gibt es Hoffnung auf eine Wende? Bayern nicht nur als Transitland für Nachtläufer? Wenn die Natur darf, vielleicht ja. Nach meinen Recherchen gab es in den letzten Jahren folgende Auftreten von Wölfen in Bayern:

– 2006 wurde bei Starnberg ein junger, durchwandernder Rüde aus dem Mittelmeerraum überfahren;

– 2010 hielt sich im Großraum Mangfallgebirge/Tirol ein Wolf französischer Herkunft auf.

– im Dezember 2011 wurde am Schneeberg im Fichtelgebirge ein Wolf fotografiert. Anhand von genetischen Untersuchungen konnte dieses Tier der deutsch-westpolnischen Population zugeordnet werden.

– 2014 sind drei Nachweise erfolgt:

Canis Lupus

Canis Lupus

a) bei Brannenburg im Landkreis Rosenheim

b) bei Dorfen im Landkreis Erding

c) bei Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu.

– 2015 bisher:

a) Im Kreuther Tal in Oberbayern ist eine Hirschkuh gerissen worden. Experten schließen nicht aus, dass ein Wolf das Tier angefallen hat.

b) bei Zorneding im Landkreis Ebersberg

c) März 2015, bei Unterdietfurt im Landkreis Rottal-Inn

d) Mai 2015, Nationalpark Bayerischer Wald

Mit etwas Toleranz kann der Wolf auch nach Bayern zurück kommen. Die wirtschaftlichen Schäden sollten in einem Innovationsland, das mit dem Motto Laptop und Lederhose ein erfolgreicher HiTec Standort ist, sehr gering sein. Für den Menschen wird das Auftreten des Wolfes relativ gefahrlos zugehen. Und für den Umgang mit der Natur ist die Rückkehr des Wolfes ein positives Leitbild. venGo selbst hat deshalb den Wolf als Logo gewählt.

Verbreitung des Wolfs

Verbreitung des Wolfs

 

Hier etwas Hintergrund Informationen zum Thema Wolf:

Vorkommen: Der Wolf (Canis lupus) ist ein Beutegreifer und gehört zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) aus der Familie der Hunde (Canidae). Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Weidewirtschaft das verbreitetste Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika beheimatet. In weiten Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, besonders im westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada, Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere) anzutreffen.

Und so hört sich ein Wolfsrudel an:

CC-BY-SA_icon.svg www.tierstimmenarchiv.de

Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit lässt sie in der arktischen Tundra ebenso leben wie in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten Wölfe bewohnen Grasland und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in großen Teilen des Verbreitungsgebietes frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hat.

Seit 1996 leben in Deutschland wieder Wölfe. Derzeit leben 31 Wolfsrudel und 4 Wolfspaare im Bundesgebiet (Stand: März 2015). Außerhalb des Vorkommens in der Lausitz leben diese in der sächsischen Schweiz, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Wolfspaare und Standorttreue Einzeltiere wurden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. In den italienischen und französischen Südalpen haben sich grenzüberschreitend etwa 35 Wolfsfamilien mit 200 bis 250 Tieren etabliert.  2013 waren in der Schweiz 15-20 Wölfe anwesend. 2010 wurden in Österreich Wölfe aus drei verschiedenen Ursprungspopulationen (Südalpen, Dinaren, Karpaten-Baltikum) nachgewiesen. Derzeit leben in Europa zwischen 10.000 und 15.000 Wölfe. Die größten Populationen gibt es im Balkangebiet mit 3.900 Tieren, in den Baltischen Ländern (4.300 Tiere), den Karpaten (3.000 Tiere), in Spanien (2.500 Tiere), gefolgt von Italien mit 600 bis 800 Tieren sowie Finnland, Schweden und Frankreich mit je 150 bis 250 Tieren. Auch in einigen Nachbarländern Bayerns leben Wölfe, zum Beispiel in Österreich, der Schweiz und in Tschechien.

Gefahr für den Mensch? Wohl eher nicht. „Der Wolf ist von Natur aus vorsichtig und weicht dem Menschen aus. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es keinen Angriff auf Menschen durch Wölfe gegeben. In den letzten 50 Jahren sind in Europa neun Fälle von tödlichen Angriffen auf Menschen bekannt geworden, fünf davon durch tollwütige Tiere. Bei weiteren vier Ereignissen waren die Tiere vorher angefüttert worden und damit bewusst an den Menschen gewöhnt worden.“[1]

Nahrung: „Wölfe brauchen ausreichend Nahrung und Lebensräume mit genügend Rückzugsmöglichkeiten. Durch die hohe Anpassungsfähigkeit können Wölfe auch in stark von  Menschen geprägten Gebieten leben. Wölfe leben in Rudeln, die sich als Familienverband aus den Elterntieren, den Jungen des Vorjahres und den Welpen zusammensetzen. Jedes Rudel nutzt ein eigenes Territorium, dessen Größe von der verfügbaren Nahrung abhängt. In Polen betragen die Reviergrößen 150 – 350 km², ein radiotelemetrisch überwachtes Rudel in der Oberlausitz nutzte etwa 250 km². Bei Beunruhigung durch Menschen sind Wölfe vorwiegend dämmerungs – und nachtaktiv, auch entsprechend an das Beutetierverhalten angepasst. Wölfe können weite Strecken auf ihren Wanderungen zurücklegen. Als  Ausdauerläufer können Wölfe kurzfristig bis zu 50 km/h erreichen. Zudem sind sie gute Schwimmer.“ [2]

 

Quellen:

 Landesamt für Umwelt [1,2]

Wikipedia

Bund Naturschutz Sonderdruck

Bund Naturschutz – Kreisgruppe Miesbach

Bayerischer Rundfunk

 

 

 

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