Kinder Klima Camp 2016 – Perspektiven unter Wasser

Kinder Klima Camp 2016 im Jugend- und Naturschutzzentrum Wartaweil am Ammersee.P1000043_s

1.Tag. Die Kinder kamen am Vormittag an, bauten ihre Zelte auf, wurden in den Gesamtablauf eingeführt und in Gruppen aufgeteilt. Der erste Workshop „Die Nachhaltigkeitsreporter“, bewusst ausgestattet mit moderner Technik und neuen Medien. Selbst ein Quadrokopter war dabei, für Luftaufnahmen und einem Energieeinsparpotential das in das tausendfache gegenüber herkömmlichen Luftaufnahmetechniken mit Flugzeugen geht. Er war für einen kleinen Einsatz draußen geplant. Junge Reporter machten sich auf den Weg, Interviews zu führen mit Smartphones & Tablets, Abenteuerwege zu entdecken mit GPS Geräten, über seltene Pflanzen oder Tiere zu berichten, Perspektiven am und unter dem Wasser zu erforschen, einen Naturfilm aus unterschiedlichen Sichtweisen zu drehen und zuletzt die Welt mit etwas Abstand von oben zu betrachten. Das geplante Programm fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – es regnete aus Kübeln. Ein großer Teil des Programms wurde kurzfristig in die ursprüngliche Bootshalle verlegt. Eine ökologische Weltreise im Internet als Alternative, warum nicht oder handfest mit Bestimmungsbüchern neue Arten entdecken und damit die gestellten Aufgaben erfüllen. Dazu ein Skype Call nach Indonesien und England, um zu zeigen wie heute gemeinsam mit einem Globalen Team Mangroven gerettet werden, ohne Kerosin für nur eine Flugmeile zu vergeuden. Nur so kann die Welt zusammen wachsen ohne das wir sie zerstören. Teamarbeit via Internet ist auch nett.

Bei den Trockenübungen fiel uns auf, das Tablett als Arbeitsmedium stieß auf mehr Interesse als die wirklich schönen Bücher. Was wohl bei vielen an der Erfahrung mit so manchen Büchern in der Schule liegt. Moderne Medien sind an bayerischen Schulen immer noch sehr im Hintertreffen, obwohl sie sehr viele neue Möglichkeiten bieten, so manchen Themen auf den Grund zu gehen.

Hier die Truppe mit dem Hechtsprung in den Ammersee:

P1000071sEndlich geht es los. Zwei Kameras, Unterwasser tauglich, stoßfest und acht Kinder. Nein, es gesellen sich noch ein paar dazu, ganz und gar freiwillig, bei Regen. Schon sprinten der Max, die Mara, die Luise, und ich weiß ihre Namen nicht, müssen hier auch gar nicht auftauchen, hinaus und durch einen verschlungenen Waldpfad zu ihren Zelten. Andreas, der Kursbetreuer und Axel, Rettungsschwimmer zur Sicherheit, Hauptberuflich Leiter des Jugendzentrums Wartaweil kommen kaum nach. Schon schwirren die Kinder umgezogen in ihren Badeklamotten über den nassen Waldboden hinab ans Ufer. Der Regen prickelt auf der Haut wie kleine Mückenstiche. Dürfen wir hinein, ruft Max. Einen Moment, erst mal alle hier versammeln. Ein paar Worte, warum wir hier mit zwei Unterwasserkameras sind. Es geht um Naturschutz mit moderner Technik. Und natürlich um Spaß. Ihr seid die Gruppe mit der Unterwasserkamera. Ihr könnt euren Klassenkameraden zeigen, wie die Welt, nur ein paar Schritte vom Ufer, aussieht. Alle nicken ungeduldig und rufen: Darf  ich die Kamera als erster verwenden. Und schon geht es los. Ab ins Wasser. Endlich! Die erste große Überraschung, es ist im Wasser wärmer wie draußen. Die heißen Tage der vorhergehenden Woche und das flache Ufer machen es möglich. Andreas würde gerne etwas über die wichtige Eigenschaft von Seen und Mooren zum Klimaausgleich sagen, das macht jetzt aber keinen Sinn. Wird es doch hautnah erlebt und schafft dadurch ein ganz anderes Wissen. Dann gleich eine andere Entdeckung: Das Wasser wird schnell aufgewühlt, wenn man nicht aufpasst. Mara schwimmt deshalb etwas ans Ufer und versucht es dort. Manchmal muss man sich absondern, das gehört auch dazu. Am Ende werden es die besten Bilder.P1000069_s

Das Kamerateam hatte einen Riesenspaß, wenn er auch mehr dem See und dem Wasser und dem gemeinsamen Abenteuer Wasser im Regen galt. Aber die gestellte Aufgabe hat den Mut und die Herausforderung geweckt und es war doch ein bisschen mehr als nur Plantschen. Wohl jeder hätte gesagt, spinnst du, wenn er bei Regen angerufen worden wäre und gefragt worden wäre, gehst du mit baden? Das mit einer Kamera Berührungslos und ohne jede Zerstörung Natur beobachtet und dann gezeigt werden kann, wollte Andreas, schon bis zum Bauch im Wasser, erklären, fand aber kaum noch Gehör. Waren die Kinder doch schon selbst Fische, die man mit Freude entdecken durfte. Der Rettungsschwimmer Axel hat es sich auch nicht nehmen lassen, den Ammersee zu einer recht ungewöhnlichen Wetterbedingungen mit Haut und Haaren ganz nah zu erleben.

Hier seht ihr eine kleine Auswahl der  „besten“ Shots unter schwersten Bedingungen von einem Top Team. Es ist nicht das Great Barriere Riff in Australien, aber es ist unsere gemeinsame Heimat, die wir schützen und erhalten wollen. Und sind wir ehrlich, wer hat schon ein Bild vom Ammersee bei Wartaweil aus der Unterwasserperspektive gesehen oder gar selber gemacht? Und das ganz einfach, um mal den Blickwinkel zu ändern. Die Natur braucht uns mit der Fähigkeit, eine andere, ihre Perspektive einzunehmen.

P1000022sDie Lara und der Sebastian waren gut im Tauchen und haben aus dem trüben Wasser immer wieder nach oben Bilder gemacht. Es sind winzig kleine Algen, die das Wasser gelbgrün färben. Jetzt könnte man ein Mikroskop brauchen, um noch mehr zu sehen und einen Aufsatz für eine Digitalkamera. Es gibt so viel zu entdecken und zu lernen über die kleinen Algen. Sie sind nicht nur trüb, sondern auch wichtige Nahrung für Insekten, und diese dann für Fische und am Ende für uns.

Der Bodengrund ist an dieser Stelle sehr steinig, und nur ganz nah am Ufer sandig.

Wir, der Bund Naturschutz und navama-technology for nature danken euch allen fürs Mitmachen. Ihr seit großartig! Vielleicht wird einer von euch Forscher oder Ingenieur für mehr Naturschutz. Es macht Spaß, ganz echt!

 

 

 

Und hier genau war der Tauchgang:

 

Und hier die anderen Arbeitsthemen zu Natur und Technik und modernen Medien im Klimacamp 2016 :

Team: Reporter der  besondere Art

Team: Interviews zu neuen Medien

Team: Abenteuerwege mit GPS

Team: Perspektiven mit Unterwasserkamera

Unterstützt von navama – technology for nature

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