Kommt wir entdecken das Leben am Kienbach!

Entdeckung des KienbachsMit der Ammerseeklasse (1.und 2. Jahrgangsstufe) der Christian Morgenstern Grundschule in Herrsching machten wir uns an 2 Tagen auf den Weg zum Kienbach, an der Mündung zum Ammersee. Hierbei handelte es sich um ein „Forscher Projekt“ der Artenvielfalt. Wie sich bald herausstellte verwandelte es sich draußen immer mehr zu einem „Forscher und Kunstprojekt“. Die Kinder entdeckten nicht nur die Vielfalt der Natur, sie gestalteten sie auf kreative und vielfältige Weise.

Im Vorfeld hatte die Klasse schon ein wenig mit Wasser experimentiert: Was schwimmt? Was sinkt? Ist Wasser lebenswichtig? Erkundung der Wasseroberfläche! Was ist Wasser? Verdrängung von Wasser! Zudem teilte die Klassenlehrerin Frau Hänel vor Projektbeginn die Kinder in Gruppen ein, die sich unterschiedliche selbst gewählte Namen gaben. Die Gruppen wurden in verschiedenen Größen eingeteilt und zwar so, dass in jeder Gruppe immer gute Leser dabei waren. Insgesamt ergab es 6 Gruppen mit 4 , 5, oder 2 Kindern.

 

1.Tag: Der Beginn fand in der Klasse statt. Hier gab es eine kurze Einführung in das Thema Natur– und Umweltschutz, sowie der Artenvielfalt und die Wichtigkeit diese zu erhalten. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit erst einmal alles zu sagen, was sie zu diesen Themen wussten.

Was ist Natur- bzw. Umweltschutz?

  • Keinen Müll in die Natur werfen.
  • Nicht einfach Tiere töten, außer wenn es zu viele sind.
  • Nichts kaputt machen.
  • Keine Bäume kaputt machen, wegen dem Sauerstoff, den wir brauchen.
  • Papier sparen, in dem man auf beiden Seiten eines Blattes schreibt oder malt, damit nicht so viele Bäume abgeholzt werden müssen.
  • Keinen Müll in das Wasser werfen, die Meere sind schon so verschmutzt.

Was könnte Artenvielfalt bedeuten?

  • Wir haben viele verschiedene Pflanzen in der Klasse.
  • Die Nahrungskette geht kaputt, wenn eine Tierart ausstirbt, hat das andere nichts mehr zu essen.

Nach einigen spielerischen Elementen, die den Schülerinnen und Schülern ein Verständnis für Artenvielfalt geben sollte, nahmen wir das Thema Wasser auf. Warum ist Wasser für uns wichtig?

  • Wir brauchen es zum Leben.
  • Auch die Pflanzen und Tiere brauchen Wasser
  • Es wurde mir ein Beispiel gezeigt anhand eines Versuchs eines Apfels, der in der Klasse an einer Leine hängt: „Der Apfel wird immer schrumpeliger, je länger er an der Leine hängt, da er kein Wasser hat.“

Daraufhin gab es eine kurze Einführung in die modernen Medien. Was ist der Unterschied zwischen einem Handy und einem Smartphone? Hierbei arbeiteten wir gemeinsam heraus, dass ein Smartphone im Gegensatz zu einem Handy viel mehr Funktionen hat, und somit einen kleinen Computer darstellt. Neben dem Telefonieren und SMS verschicken, hat man beim Smartphone Zugang zu Informationen aus aller Welt. Man kann schauen, wie das Wetter morgen wird, kleine Filme drehen und ansehen, fotografieren und ein Fotoalbum bearbeiten, Spiele spielen und in soziale Netzwerke eintreten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt von vielen anderen Funktionen.

Und was ist das Internet?

  • Das Internet ist eine Quelle für Informationen.
  • Die Netzwerke gehen über die ganze Welt.
  • Man kann überall hin telefonieren.

Bevor wir uns auf den Weg zum Kienbach am Ammersee machten, gab es eine kurze Einführung in die Tablet PC’s.

Jede Gruppe suchte sich nach der Ankunft am Bach einen für sie passenden Ort, den sie erkunden wollten. Hier hatten sie einige Aufgaben an der Hand. Ihre Erkundungen verwandelten sich immer mehr in ein gestalterisches Tun, das am 2 Tag weiter ausgebaut wurde.

2.Tag: Hier starteten wir unseren Tag in einem Raum mit Beamer und Internetanschluss. Die Kinder konnten sich ihre Ergebnisse im Internet anschauen und sie mit Bestimmungsmaterial ergänzen. Danach gingen wir wieder zu der selben Stelle wie am Vortag. Bevor die Gruppen noch einmal die Möglichkeit hatten, ihre Kunstwerke zu überarbeiten und sich auf ihre Präsentationen vorzubereiten, gab Frau Hänel den Kindern die Aufgabe in 2 min so viel Verschiedenes von einer Art zu sammeln wie sie finden können. Hier kam eine schöne Sammlung zustande, aus der die Kinder ein kleines Naturmuseum errichteten.

Vielfalt von einer Art3 Vielfalt von einer Art4 Vielfalt von einer Art5   Vielfalt von einer Art8

Vielfalt von einer Art2 Vielfalt von einer Art7 Vielfalt von einer Art6

Nach einer kurzen Vorbereitungszeit begann unsere große Museums- und Präsentationsführung der einzelnen Stationen.

1.Gruppe: Die Ochsenforscher

Ochsenforscher Ochsenforscher2 Ochsenforscher3

„An einem schönen Tag am Fluss, haben wir mit der Schule geforscht.“ Nach ihrer GPS Anzeige benötigten sie von der Schule bis zu diesem Ort 952m.

Die Ochsenforscher machten ein Kunstwerk an ihrem Ort, den sie Ochsenplatz nannten. „Das Kunstwerk ist ein großer Weidenzweig, der mit Steinen im Boden festgemacht ist. Er sieht aus wie gepflanzt. An der Weide hängt eine Vielzahl von unterschiedlichen Blättern“.

Außerdem stellten sie das Wasser vom Bach in einem kleinen Behälter vor, das sehr trüb aussah. Das Wasser von der Einmündung vom Kienbach in den Ammersee war sehr klar. „Das wo das Wasser fließt ist sauber und wo es sich nicht bewegt im Bach ist es trüb“. „D.h. in dem Wasser, das sich bewegt ist weniger Dreck drin, es verteilt sich mehr.“

Am ersten Tag hatten sie noch ein kleines Kunstwerk dazu gebaut, das am zweiten Tag nicht mehr da war. Sie hatten es „Privatplatz“ genannt.

Ochsenforscher4

2.Gruppe: Die 4 Forscher

Gruppe 4 Forscher Gruppe 4 Forscher2 Gruppe 4 Forscher3

Die 4 Forscher nannten ihren Ort „Seegras Ort“. Sie beschrieben den Weg: „Am Ufer links, gerade aus, links gegenüber vom Rosen Schlösschen.“ Nach ihrer GPS Anzeige benötigten sie 1,07 km. Sie entdeckten einen Schwan und eine Ente. Die ersten beiden Bilder zeigen ihr Kunstwerk aus Seegras und Steinen.

Gedicht: „Kreis mit Steinen voll mit Blättern, ganz am Ufer, tolle Aussicht, voll mit Booten, und mit Enten.“

Bei ihrer Präsentation stellten sie das Inselhüpfspiel vor. Da es recht kalt war, war es für alle eine willkommen sich zu bewegen. Man musste von einer Insel zur nächsten springen, entweder auf einem oder auf zwei Beinen.

Gruppe 4 Forscher4

3.Gruppe: Uli

Gruppe Uli 3  Gruppe Uli 2 Gruppe Uli

Die Gruppe Uli war sehr fleißig und aktiv im Forschen. Die Fotos zeigen ihren Ort und anhand der Skizze wird deutlich, an welcher Stelle sich ihr Ort befindet. „Der Kienbach der Kienbach, der Kienbach ist da. Er bringt uns Fische… “ heihussassa!!! Entdeckt haben sie Mehlwürmer.

Die Gruppe Uli baute am 2.Tag noch eine Brücke über den Bach, damit diese das Wasser säubern sollte. „Denn alles was unter der Brücke hängen bleibt, kommt nicht mehr in den Ammersee. Man muss alle 2 Tage das Holzbrett hochheben, um den Müll zu entfernen. Auch die Stöcke am Brett sorgen dafür den Müll auf zu fangen.“ Das war also eine „Wasserreinigungsmaschine“ oder ein „Staudamm“.

Gruppe Uli 5

Das Kunstwerk des 1.Tages sah vom Wasser schon etwas mitgenommen aus. Ein Stock wurde mit Blättern und Hagebutten am Bachrand geschmückt.

Gruppe Uli5

 

4.Gruppe: Ameisen

Ameisen Ameisen2

Die Ameisen suchten sich eine Birke mit unterschiedlichen Moosen und Flechten aus. „Unser Baum ist grün und hell grün und blau und weiß und er hat viele Blätter.“ Die Ameisen nannten ihren Ort „Ameisenort“ und beschrieben ihn „links hinter der Mülltonne und hinter der Bank vor einem Haus.“ Nach ihrem GPS Gerät benötigten sie 1,47 km von der Schule bis zu dem Ort. Bild 1 zeigt viele unterschiedliche Moose und eine Flechte an diesem Baum, Bild 2 den Baum in seiner ganzen Größe.

Das es sehr schwer war Moose zu bestimmen, gab ihnen Frau Hänel den Tipp, sich eigene Namen auszusuchen. Das Moos, das sich an die Birke klammerte, nannten sie „Klammermoos“. Wir umklammerten uns daraufhin alle selber. Das Moos, das vom der Rinde ab stand, nannten sie „Spitzmoos“. Hier zeigten wir mit den Armen spitz nach vorne. Das Moos, das eher rund aussah, nannten sie „Rundmoos“, wir drehten uns einmal rund um uns selbst. Die Idee von Frau Hänel, die ausgedachten Namen gleich noch in Bewegung umzusetzen, erwärmte uns an dem immer noch kalten Vormittag. Und bei der Flechte flochten wir unsere Finger ineinander.

Das Kunstwerk der Ameisen war ein Tor vor der Birke. Hier konnten die kleinen echten „Ameisen unten durch krabbeln“.

Ameisen3

Das Spiel, das sie am 1.Tag aufgebaut hatten, stand leider nicht mehr da: Hindernislauf mit Holzklötzen hintereinander aufgestellt im Kies. Entweder zum Slalomlauf oder zum Drüberspringen sehr gut geeignet.

 

5.Gruppe: Eichhörnchen

Gruppe Eichhörnchen  Gruppe Eichhörnchen2

„Blume liegt auf Steinen das kann sich gut reimen. Ja das ist schön. Ja so soll es weiter gehn.“ Die Eichhörnchen nannten ihren Ort den „Dornenplatz“. Nach ihrer Beschreibung war er am „Kienbach, der in die Ammer fließt.“ Ihr GPS Gerät zeigte 1,43 km an. Sie entdeckten „Hagebutten, Gras, Haselnussblatt, Brombeerblatt.“ Ein kleines Spiel für diesen Ort: „Steine sammeln“

Bei den 2 ineinander verschlungenen Bäumen handelte es sich um Ebereschen, wie es die Gruppe am 2.Tag über die 50 heimischen Bäumekarten herausfand.  Sie wachsen wohl gerne zu zweit zusammen, und diese hier mochten es besonders eng. Wir nannten sie die „Yoga Esche“. Auch hier versuchten wir die Bewegung nach zu machen. Beine und Arme verschlingend auf einem Bein stehen, solange wir konnten. Außerdem fand die Eichhörnchengruppe neben der Eberesche noch einen Hagebuttenstrauch. Was für Blumen wachsen im Sommer an diesem Strauch? Ja richtig, Rosen. Deshalb auch die Dornen und die Namensgebung für den Ort.

Die Gruppe hatte 2 Kunstwerke gemacht, eine Blume aus Blättern, das am 2.Tag nicht mehr da war und in einer Aushöhlung einer Weide ein Gesicht.

Gruppe Eichhörnchen3 Gruppe Eichhörnchen4

 

6. Expeditionskids

Gruppe Expeditionskids Gruppe Expeditionskids2 Gruppe Expeditionskids3

Die Expeditionskids nannten ihren Ort „Steinefelsen“. So beschrieben ihn: „Hier ist ein Eisengestell (Pavillon), ein Abgrund aus Steinen und es liegen viele große Steine im Wasser am Ammersee in der Nähe vom Kurparkschlösschen“. Nach deren GPS Anzeige benötigten sie 973 m von der Schule bis zu diesem Ort. Sie entdeckten „Blesshühner, Enten, Möwen, Rosen, Bäume, Gänse, Moos, Gras, Kastanien.“

Sie bauten „Seegrasbrücken, damit die sich die Vögel von Brücke zu Brücke weiter essen können.“ Ihr Gedicht: „Mein Berg ist eine Brücke, darauf sitzt eine Mücke.“ Auch hier halfen der Gruppe die Baumbestimmungskarten, herauszufinden, um was für einen Baum es sich handelte: Eine Schwarzpappel. Sie zeichnet sich an der z.T. besonders dunklen schwarzgrauen Rinde aus. Und ihre Blätter sind im Herbst gelb.

Bei der letzten Präsentation kam sogar die Sonne raus. Somit konnten wir uns bis zur Abschlußrunde noch etwas aufwärmen.

Was hat euch in den letzten 2 Tagen gefallen?

  • Dass alle so gute Ideen hatten
  • Die ganzen Kunstwerke
  • Dass wir uns einen Baum aussuchen konnten, um ihn zu erforschen
  • Dass der Ausflug so toll war
  • Kunstwerke zu bauen
  • Staudamm zu bauen
  • Die Gruppe, die so ein tolles Reinigungssystem gebaut hat
  • Dass etwas von uns ins Netz kommt, was bei mir in der Nähe ist
  • Dass wir soviel gemacht haben

Was hättet ihr euch noch gewünscht?

  • Noch schwimmen zu gehen
  • Floß zu bauen
  • Mit Blättern und Gras gemeinsam eine große Form zu machen
  • Zu Klettern
  • Mehr Zeit zu haben
  • Ein großes Haus zu bauen, wo alle zusammen ihre Kunst aufstellen
  • Mehr Pausen zu haben
  • Ein Tippi aus Stöcken zu bauen

Auch wenn die Kinder „Artenvielfalt“ als Begriff noch nicht ganz erfassen konnten, so haben sie die Vielfalt mit allen Sinnen aufgenommen und gelebt. Sie waren voll dabei und hätten am liebsten noch mehr gesammelt, gebaut und gespielt, trotz Kälte und bei einigen naßen Füßen. Manche Gummistiefel waren einfach zu kurz…

Ich danke herzlich Frau Hänel für die kooperative und inspirierende Zusammenarbeit, sowie der Erzieherin, dem Praktikanten, der Leseoma und den Eltern für die Unterstützung und Begleitung.

Ich danke euch Kindern für’s Mitmachen, Mitgestalten und für eure vielen tollen Ideen! Es hat mir großen Spaß gemacht 🙂

 

Weiterführende links:

Natur- und Umweltschutz, Artenvielfalt (Biodiversität):

http://www.bmub-kids.de/

http://www.umweltschutz-tipps.de/was-ist.html http://www.naturdetektive.de/17996.html

http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61283/bedeutung

http://www.wasistwas.de/archiv-natur-tiere-details/das-internationale-jahr-der-artenvielfalt.html

Moderne Medien:

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/mediennutzung/kinder-und-medien/

https://www.novitas-bkk.de/_daten/dokumente/service/nov_ratgeber_medien.pdf

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4 Kommentare

  1. Wir sind eine erste und zweite jahrgangsgemischte Gruppe. Die beiden Tage am Ufer des Ammersees waren sehr beeindruckend. Wir hatten von Regen, nasskaltem Oktoberwetter über dichten feuchtkalten Nebel bis zu dünnen oder später sehr wärmenden Sonnestrahlen viele Natureindrücke. Die Kinder waren schnell Profis im Umgang mit dem Tablet, vergaßen aber ganz und gar nicht diese wegzulegen und die angeschwemmten Äste, Algen, die dicken Steine und Blätter herumzutragen, zu betrachten und bestaunen, sowie viel ganz kleine Besonderheiten zu entdecken. Dabei verbanden wir Medienkompetenz und naturnahe, nachhaltige Erlebnisse mit Umweltbildung. Zwei wunderbare allen in Erinnerung bleibende Vormittage. Danke für die Idee und die zur Verfügung gestellte Hard- und Software.

  2. Ich finde diesen Blog sehr gut, weil dort beschrieben wurde wie alles abgelaufen ist.

  3. Da wäre ich (als ehemalige Lehrerin) auch gerne dabei gewesen! Ich finde es toll, wie ihr die Natur mit der Kunst und auch noch mit der Dichtkunst verbunden habt. Dass ihr zusätzlich Tablets hattet und sie als Informationsquelle und zum Festhalten eurer Ergebnisse nutzen konntet, war einfach super! Ich freu mich schon auf meinen nächsten Besuch bei euch. Viele Grüße Frau Stumbaum

  4. Mit allen Sinnen haben die Mädchen und Buben im Spiel sich ein Stück ihrer Umwelt erarbeitet. Das garstige Wetter und die klammen Finger konnten die Lust am Entdecken nicht mindern. Sehr beflügelt wurde die Freude der Kinder von den kreativen Impulsen ihrer Lehrkraft Frau Hänel.
    Es war rundum super!
    Ulrike

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