Lebensraum Hochgebirge – Tafel 9 auf dem Geolehrpfad Herzogstand

Meistens sind es eher die kleinen Tiere, die man auf Wanderungen zu Gesicht bekommt: Schmetterlinge, Käfer, Ameisen und den einen oder anderen Vogel im Bergwald.

Die größeren Tiere wie Schneehasen, Auerhühner, Gämsen oder Steinböcke sind scheu und gehen den Menschen aus dem Weg. Trotzdem lebt eine Vielzahl großer und kleiner Tiere im Gebirge, obwohl das Leben in dieser von Extremen geprägten Region alles andere als einfach ist. Im Lauf vieler Millionen Jahre entwickelten die tierischen Bergbewohner ganz unterschiedliche Strategien, um zu überleben.

Die Gämsen fressen sich im Sommer so viel Fett wie möglich an. Im Winter ziehen sie hinauf an die Grate. Dort bläst der Wind den Schnee weg, so dass der spärliche Bewuchs als Futter genutzt werden kann. Das Wild versucht, sich im Winter so wenig wie möglich zu bewegen, um die überlebenswichtigen Fettreserven nicht sinnlos zu vergeuden. Eigentlich funktioniert diese Strategie hervorragend, es sei denn ein Mensch stört.

Gleitschirmflieger, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und andere Naturnutzer werden als akute Bedrohung empfunden. Das Wild reagiert mit panischer Flucht, seine Energiereserven schwinden dramatisch. Die Folge: das Wild zieht in den Wald und knabbert dort die Bäumchen an. Das wiederum ruft die Förster auf den Plan, die für
den Erhalt der Schutzwälder verantwortlich sind: die Tiere werden verstärkt bejagt. Dabei wäre der Ausweg aus diesem Teufelskreis ganz einfach. Ein bisschen mehr Ruhe in den Morgen- und Abendstunden, die Nutzung ausgewiesener Wanderwege und vor allem im Winter die richtige Tourenwahl. Ein rücksichtsvoller Umgang mit der Natur nutzt uns allen, dem Wild, dem Wald und uns – weil eine intakte Bergwelt die schönste ist.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher nicht bewertet)
Loading...

Schreibe einen Kommentar