Moorschutz und Landwirtschaft im Klosterland Benediktbeuren

Die Moore im Alpenvorland entstanden nach der letzten Eiszeit vor circa 11500 Jahren. Sie wachsen über Jahrtausende hinweg und brauchen einen Überschuss an Regen- oder Grundwasser, um zu bestehen. Im feuchten Boden werden abgestorbene Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt, weil sie durch das Wasser vom Sauerstoff abgeschlossen werden. So bildet sich Torf, in dem große Mengen an Kohlenstoff gespeichert sind. Moore leisten dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz und sind wichtige CO2-Senken. Funktionsfähige, naturnahe Moore liefern darüberhinaus noch weitere Ökosystemdienstleistungen: sie sind Lebensraum vieler spezialisierter Arten (Beitrag zur Biodiversität), fördern den saisonalen Wasserrückhalt in der Landschaft und regulieren den Nährstoffgehalt. Zudem haben die Moore eine kühlende Wirkung und beeinflussen das lokale und regionale Klima. Auch als Erholungs- und Freizeitraum werden Moore wertgeschätzt.

Für Land- und Forstwirte sind die sumpfigen, feuchten Moore schwer zu bewirtschaften. Seit dem 19. Jahrhundert werden deshalb zahlreiche Moore trockengelegt und in Acker- und Weideflächen umgewandelt. Durch die Entwässerung wird der über Jahrtausende angesammelte Kohlenstoff freigesetzt und durch den Kontakt mit der Luft als Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben. Die Moore werden somit zu Emissionsquellen und wertvolle Kohlenstoffspeicher und -senken gehen verloren. Ziel ist es nun, die trockengelegten Moore wieder zu renaturieren und die wertvollen Feuchtgebiete wiederherzustellen. Für die Landwirtschaft bedeutet das oft ein Verlust von genutzten Flächen. Agrarsubventionen und Ernteeinnahmen fallen weg. Nutzungseinschränkungen durch den Moorschutz haben erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Im Klosterland Benediktbeuren werden aktiv Moorschutz-Renaturierungen durchgeführt, initiiert vom Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuren. Zentrales Anliegen ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Klimaschutz und Landwirtschaft.

Loisach-Kochelsee_Moor bei Benediktbeuren mit Blick auf den Kesselberg

Loisach-Kochelsee-Moor bei Benediktbeuren mit Blick auf den Kesselberg

Durch den Verzicht auf Düngemittel und das Mähen zu festgelegten Zeiten, können Landwirte maßgeblich zum Wiederaufbau von Mooren beitragen. Darüberhinaus kann beispielsweise die extensive Beweidung die Freisetzung von Kohlenstoff senken. Auch eine angepasste Landtechnik und die Etablierung alternativer, moorschonender Nutzungsverfahren können Anreize für Land- und Forstwirte schaffen. Die Hochmoore Sindelsbachfilz, Loisachfilz, Mühleckerfilz und Mondscheinfilz wurden bereits wieder vernässt. Der moortypische Wasserhaushalt konnte durch den Anstau mit Drainagegräben wieder hergestellt werden.

Der Moorschutz kann nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten fuktionieren. Welche Wege gibt es, Moore zu renaturieren und gleichzeitig die Bedürfnisse der Landwirte wahrzunehmen?

Weiterführende Informationen zur Bedeutung der Moore unter www.dehst.de, www.biologischevielfalt.de und www.sueddeutsche.de

Bildquelle: Wikipedia

 

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