Natürlich aufs Aiplspitz

Aiplspitz (rechts) und Jägerkamp (links) kurz nach Aurach

Aiplspitz (links) und Jägerkamp (rechts) kurz nach Aurach

Ja, so ist es. Stürmen die Münchner vom Spitzingsee, dem Taubensteinhaus, von überfüllten Parkplätzen auf den Jägerkamp und das Aiplspitz, gehen wir es natürlich anders an. Unter der Woche kann es einem da schon einsam werden, selbst bei herrlichstem Wetter. Aber das tut uns ja nichts. Und eins sei hier schon vorweg erwähnt, keine Forststraße mit Autobahncharakter wird unseren Weg trüben auf diesem Weg in die bayerischen Berge.

Mit dem Zug (wie sonst?) nach Aurach (die BOB schafft das inzwischen stündlich ab 7:00 h morgen von München). Ein früher Aufbruch lohnt sich im Sommer, obwohl der Weg bis kurz unterm Gipfel im Schatten von wunderbaren Wäldern verläuft. In

Historischer Wegweiser, mal nicht neugelb, die Richtung stimmt aber dennoch.

Historischer Wegweiser, mal nicht Neugelb, die Richtung stimmt immer noch.

Aurach am Bahnhof, etwas schlecht ausgeschildert, gehen wir auf der Straße Richtung Schliersee an einem EDEKA vorbei bis die ersten der famosen einheits-gelben DAV Schilder auftauchen. Ab dann ist der Weg kaum noch zu verfehlen.

Das besondere an dieser Wanderung ist der herrliche Aufstieg von Aurach. Es geht immer auf schönen Pfaden (keine Forststraßen) durch schöne, abwechslungsreiche Waldzonen. Der Weg ist gut, behält aber immer einen schönen Pfadcharakter. Er ist nicht ausgetreten und von Abkürzungen verunglimpft. Er lädt auf Grund der vergleichsweise sanften Steigung fast zur Geh-Meditation ein. Wer wie wir im Juli um 8:00 h mit dem Zug in Aurach ankommt, hat selbst bei einem heißen Tag bis kurz vor dem Gipfel keinen Sonnenstich zu erwarten.

Blick vom Aiplspitz hinüber zum Wendelstein

Blick vom Nord-Ost Grat der Aiplspitz hinüber zum Wendelstein

Ein wunderbar, meist sanft in großen Serpentinen durch abwechslungsreichen Wald ansteigender Weg durch das Aurachtal, wirklich bemerkenswert schön. Und der motorisierte Abkürzer, ab dem Spitzingsattel auf die Aiplspitz, kann hier trotz Zeitvorsprung nicht mithalten. Erst am Grad zum Aiplspitz, wo auch der Weg von Geitau zu uns trifft, wird es mit dem Wandern zünftig, die Hände sollten auf jeden Fall aus der Hosentasche genommen werden. Trittsicherheit ist angesagt, wenn es weiter Spaß machen soll. Ansonsten sollte man besser nicht von dieser Seite auf die Aiplspitze hinauf wandern. In schönen, aussichtsreichen 30 Minuten geht es auf den Gipfel, den man aber eher selten für sich alleine hat. Schön ist es allemal und spätestens jetzt sollte der Fotoapparat, der heute so klein ist, dass man ihn im Rucksack suchen muss, ausgepackt werden, um die herrliche Bayerische Voralpenlandschaft mit seinen sanften und schroffen 1800ern zu fotografieren. Die Daheim-Gebliebenen werden sich bei der Rückkehr freuen, wenn die Bilder nicht schon vorher per facebook übermittelt wurden: „Mit Grüßen von allen Lieben an alle Lieben.“

Aiplspitz (1759 m)

Aiplspitz (1759 m)

Runter gehen wir auf der Südseite. Der Grad ist auch hier nicht ganz einfach, doch bald geht es dann über Wiesen gemütlich zur Schönfeldhütte. Hier lohnt es sich, Pause zu machen. Tipp: Linsensuppe im Brottopf (kein Witz!) und einem leichten Weißbier. Von der Schönfeldhütte gehen wir östlich weiter zum Spitzsingsattel, von hier entweder zu Fuß hinab nach Neuhaus oder bequemer mit dem Bus. Am Bahnhof in Neuhaus mit dem Zug nach Hause.

Schönfeldalm

Schönfeldhütte (1410 m)

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tour als KML download: Aiplspitz von Aurach

Zum Schluss ein wichtiger Hinweis: Planen Sie die Tour gut mit Karte und Führer, das Smartphone und die Touren-Vorschläge in diesem Blog nehmen Ihnen nicht das Denken und die eigene Verantwortung ab. Wir wollen auch keinen Wanderführer ersetzen, da gibt es ein sehr gutes und preiswertes Angebot im Handel. Wir wollen zu Ideen anregen, die der Natur und den Menschen gerecht werden.

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2 Kommentare

  1. Sehr schöne Tour – kann man nur weiterempfehlen!

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