Qualität für die Isar und ihre Besucher

Für eine Bootsfahrt auf der Isar steht eine große Auswahl von Anbietern zur Verfügung, die Boote verleihen und geführte Touren organisieren. Seit Kurzem sticht dabei eine Gruppe heraus, die sich durch das Qualitätssiegel „Miteinander die Isar schützen – Das Miteinander schätzen“ auszeichnet. Diese hat sich dazu verpflichtet, nicht nur gewisse Sicherheitsstandards und Verhaltensregeln einzuhalten, sondern auch durch Aufklärung und Bildungsarbeit einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Das Ziel ist, die Wahrnehmung der Kunden für die Schönheit der Isar zu schärfen und ihnen ein Verständnis für diese spezielle Flusslandschaft zu vermitteln. Für interessierte Unternehmer und Bootsführer hat hierzu kürzlich eine Fortbildung des Bund Naturschutz stattgefunden, auf der sie über verschiedene Themen der Isar wie Ökologie, Artenvielfalt, Veränderungen und Probleme informiert wurden. Als sog. „Botschafter der Biologischen Vielfalt“ verbreiten sie nun ihr Wissen. Die Unterzeichner der Selbstverpflichtung unterstützen außerdem die Isarranger, indem sie die Besucher (nicht nur ihre Kunden), auf Regelverstöße aufmerksam machen. Den Anbietern von Bootstouren kommt hier eine Schlüsselrolle zu, da sie an der Isar sehr präsent sind, und vom Boot aus weite Streckenabschnitte im Blick haben.

Die Selbstverpflichtung ist aus einem Diskussionsforum verschiedener Unternehmen und Organisationen hervorgegangen, die sich im Netzwerk Isar zusammengeschlossen haben. Sie alle sind der Meinung, dass sich Naturschutz und Freizeit im und am Fluss durchaus miteinander vereinen lassen. Es steht jedem Anbieter frei, die Selbstverpflichtung zu unterschreiben. Viele sind bereits aufgesprungen, die Rückmeldungen sind größtenteils positiv. Eine aktuelle Liste aller Anbieter findet sich am Ende der Selbstverpflichtung (s. PDF-Datei zum Download), aus der hervorgeht, welcher davon bereits mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurde, und welcher sich bisher nicht dazu entschließen wollte/konnte, die Selbstverpflichtung zu unterschreiben.

Das öffentliche Interesse an dem Qualitätssiegel ist hoch, wie die verschiedenen Beiträge dazu im Radio, in der Zeitung und im Fernsehen gezeigt haben. Auch gibt es diesbezüglich immer mehr Rückfragen von Firmen, die für ihre Mitarbeiter ein „umweltbewusstes“ Event auf der Isar planen. Neben dem reinen Paddelspaß, steht hier das Naturerlebnis und die Vermittlung von umweltbezogenen Inhalten im Fokus.

Wir von Montevia sind überzeugt davon, dass mit dem Qualitätssiegel ein wichtiger Grundstein für eine umweltschonende Freizeitgestaltung an der Isar gelegt ist. Das Siegel macht nicht nur kritische Themen sichtbar und sensibilisiert so die Besucher der Isar. Auch der Druck auf andere Anbieter steigt, ihr Geschäftsmodell unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit zu überdenken.

Wir geben unsere Leidenschaft für die Natur an unsere Kunden weiter – zu einhundert Prozent!

Zum Download: Selbstverpflichtung (PDF-Datei)

montevia_logo_klein

montevia.de

Netzwerk Isar

netzwerk-isar.com

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher nicht bewertet)
Loading...

4 Kommentare

  1. Liebe „Montevianer“!
    Ich gebe ja gerne zu, dass sich das alles sehr gut liest. Die vielen guten Pläne mit den zahlreichen noblen Absichten für den Lebensraum Isar vermitteln dem Leser durchaus einen positiven Gesamteindruck; alles okay! Aber man darf trotz-dem nicht übersehen, dass es sich einfach nur um eine sehr geschickt formulierte Werbeschrift eines Unternehmens handelt, das um mehr Kunden wirbt! Ich bin mir auch sehr sicher, dass Ihr Geschäftsmodell nicht die Lösung des eigent-lichen Problems darstellt und das ist der unstillbare Drang der Menschen in die – noch dazu möglichst unberührte – Natur. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass es am Ende halt doch nicht ohne klare Regelungen, Zugangsbeschränkun-gen, Kontigentierungen und/oder Verbote gehen wird, man mag es bezeichnen wie man will.

    Unser Modell bewährt sich dagegen schon seit mehr als 20 Jahren: An der oberen Ammer gibt es seit Mitte der 90er Jahre eine wasserrechtliche Verordnung über die Beschrän-kung des Gemeingebrauchs mit einer vom Abfluss abhängigen Regelung für Kanus und Kajaks, mit einem Verbot bestimmter Schlauchboote und mit einem generellen Verbot jeglicher gewerblichen Nutzung. Parallel dazu gibt es eine naturschutz-rechtliche Allgemeinverfügung mit bestimmten Betretungsre-geln und -verboten zu bestimmten Zeiten an bestimmten Stellen. Man mag es nicht glauben, aber es funktioniert und alle „Naturnutzergruppen“ sehen ein, dass ohne eine gewisse Ordnung sehr schnell naturunverträgliche Zustände eintre-ten. „Ihre“ Isar ist zwar größer als die Ammer und wird des-halb auch ein Mehr an Autos, Motorrädern, Menschen, Boo-ten, Hunden, Pferden und was sonst noch alles vertragen, aber irgendwann wird es auch da zuviel – ich sage es voraus! Stellen Sie sich schon mal darauf ein – vorerst reicht es zwar noch gedanklich, aber……
    Mit freundlichen Grüßen von der Ammer an die Isar von
    Armin Rempe

  2. Sehr geehrter Herr Rempe,
    die höchste Form menschlicher Intelligenz ist es zu beobachten ohne zu verurteilen. Unser Ansatz ist es die Menschen einzubeziehen, sie teilhaben zu lassen und so Denkprozesse und Verhaltensänderungen in Gang zu setzen. Ganzheitliche Bildung ist der entscheidende nachhaltige Weg, der unsere Natur über Generationen hinweg erhalten wird. Ich bin mir bewußt, wie ich auch an Ihrer Reaktion erkenne, dass wir nicht jeden Menschen erreichen werden. Wahrscheinlich liegen wir in unserer Auffassung wie Bildung am besten funktioniert einfach sehr weit auseinander, was aber auch verständlich ist, da wir in unterschiedlichen Generationen aufgewachsen sind und Bildung ganz sicher unterschiedlich erfahren haben. Ich möchte Sie an dieser Stelle ganz herzlich einladen Ihre Vorurteile zu überprüfen und sich bei einer ökologisch geführten Bootstour auf der Isar ein tatsächliches Bild über das Selbstverständnis unserer täglichen Arbeit zu machen. Erleben Sie wie wir nachhaltigen Tourismus und erlebnisorientierte Bildung zusammen bringen und erlauben Sie sich dann ein Urteil!
    Mit besten Grüßen
    Heiko Fröhlich

  3. Sehr geehrter Herr Fröhlich!

    Es sieht so aus, als hätten Sie meinen Kommentar nicht ganz richtig eingeordnet, denn ich habe das von Ihnen in Benediktbeuern vorgestellte Modell nicht verurteilt. Ich bezweifle lediglich die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges und bin mir nach wie vor sehr sicher, dass damit die Probleme an der Isar in der Zukunft nicht gelöst werden können. Mit Ihrer Bemerkung bezüglich unserer „unterschiedlichen Generationen“ haben Sie allerdings uneingeschränkt Recht: Ich werde demnächst 75 und schätze, dass Sie 35 bis 40 Jahre jünger sind. Trotzdem würde ich meine dargestellte Meinung nicht etwa als Ausfluss von Altersweisheit bezeichnen – beileibe nicht! Aber ich bin Realist und ich sage Ihnen voraus, dass es in der Zukunft für die Besteigung oder Bewanderung manchen bayerischen Berges Kontingentierungen geben wird. Es gibt heute schon Gipfel mit mehr als 3.000 „Besteigern“ an einem Tag! Das soll aber nur ein Bespiel sein, deren ich viele aufzählen könnte. deshalb lasse ich mich nicht von meiner Meinung abbringen, dass es letztlich nicht ohne Beschränkungen und/oder Verbote gehen wird! Wir sind bekanntlich zu einer Freizeitgesellschaft geworden und der Drang in die Natur wächst unaufhaltsam weiter. Ich nenne Ihnen ein ganz aktuelles Beispiel: In der Ammerschlucht gibt es die Schleierfälle, eine außergewöhnlich schöne und schützenswerte Spielart der Natur, ein echtes Kleinod. Sollten Sie selber noch nicht dort gewesen sein, schauen Sie einfach mal ins Internet. Dieser Wasserregen mit fantastischen Moosteppichen und -vorhängen, die viele Jahre für ihre Entstehung brauchen, wird bereits von bis zu 400 Naturliebhabern pro Tag besucht. Und ob Sie es glauben oder nicht: Ein erklecklicher Teil muss das Felsplateau mit den Moosstrukturen unbedingt besteigen und darauf herumtrampeln. Ich bezeichne jeden Einzelnen als Elefanten im Porzellanladen. Wie können wir dieses Naturschauspiel retten? „Wir“, das sind mehrere Naturschutzorganisationen, mehrere Behörden, die Bürgermeister zweier Gemeinden und sogar der lokale Tourismusverband. Wir können die Rettung nur noch durch Sperrung versuchen, da sind sich alle einig! Die Zugangswege sind bereits aufgelassen und verbaut und momentan wird über eine Machbarkeitsstudie entschieden, bei der es um die Schaffung eines Zugangsweges mit einer Plattform am gegenüber liegenden Ufer geht, von der aus die Schleierfälle dann tatsächlich nur noch besichtigt werden können. Was soll man tun, wenn Schilder, Lehrpfade, Zeitungsberichte u.s.w. nicht mehr helfen: Es bleibt nur die Sperrung, basta! Übrigens betreiben die erwähnten Verbände bereits seit 20 Jahren in beträchtlichem Umfang (50 bis 100 Veranstaltungen pro Jahr) Umweltbildung an der Ammer. Ich reagiere übrigens mit dieser Aussage auf Ihre Bemerkung zu unserer unterschiedlichen Bildung. Bis jetzt hat mir diese – Gott sei`s gedankt – noch nie jemand abgesprochen.

    Ihrer Einladung an die Isar kann ich leider nicht mehr nachkommen, denn ich bin seit ein paar Jahren wegen eines gelähmten Beins schwer gehbehindert. Trotzdem vielen Dank für die nette Geste!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Armin Rempe

    PS: Ich kämpfe übrigens seit exakt 32 Jahren für die Ammer und halte mich deshalb für einen Teil der dortigen Entwicklung…..

  4. Liebe Sport- und Naturfreunde, ich bin bekannt als der „Heri“, bin hauptsächlich im LBV aktiv, befahre seit meiner Biologiestudentenzeit in den 1950ern die Isar und kümmere mich seit damals besonders um die Isarvögel der Roten Liste. Derzeit stellt die LBV-Kreisgruppe Tölz eine Hotspot-Arbeit über den Flussuferläufer (RL 1!) fertig, in der auch die Problematik des Erholungsverkehrs stärker angesprochen werden werden wird.
    Das „Modell Ammer“ funktioniert offenbar wirklich gut, kann aber wegen der anderen Landschaftsform und des höheren Schwierigkeitsgrads nicht unverändert auf die Isar übertragen werden. Heikos Beitrag der Selbstverpflichtung und Fortbildung „Miteinander die Isar schätzen – das Miteinander schätzen“ ist ein wertvoller Beitrag zur nachhaltigen Nutzung und begrüßenswert. Wenn beispielsweise Boote ohne Geschrei und wildes Gefuchtel der Besatzung gleichmäßig an Uferläufer-Brutplätzen (oft Inseln) vorbei gleiten, lässt sich der Vogel kaum stören! LBV und Ranger machen sich bereit, in Zukunft alle Brutplätze noch vor der Brutzeit zu beschildern. Eine Riesenarbeit! Mit Armin bin ich einer Meinung, dass aber Infos und Selbstverpflichtungen in allernächster Zukunft nicht mehr ausreichen werden. Die Menge der Boote und Menschen würde das Schutzgebiet &FFH-Gebiet) sonst irreparabel schädigen. Landratsämter und Regierung müssen hoheitlich eingreifen. Das LRA TÖL hat bereits zu einem Runden Tisch zur Thematik einen Termin festgesetzt. Ich meine, nur mehr stabile Boote (nicht Badeboote) bis höchstens 5 Personen sollten entsprechend dem Gemeingebrauch fahren dürfen. Größere eigene und geliehene Boote erhalten eine Nr. und dürfen die Isar nur mehr kontingentiert nutzen. Das Wetter 2016 war für Bootszählungen ungünstig. 2017 sollte ein neuer Anlauf gemacht werden. Jetzt ist das Eisen heiß, schmieden wir es!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.