Rauhfußhühner – Tafel 6 auf dem Geolehrpfad Herzogstand

Zu den bei uns vorkommenden Rauhfußhühnern gehören Birkhühner, Auerhühner, Alpenschneehühner und Haselhühner. Ruhige artenreiche Laubmisch- und Nadelwälder mit alten Bäumen und Lichtungen bieten eine hohe Biodiversität – genau das Richtige für alle Rauhfußhühner. Sie stellen hohe Ansprüche an die Qualität ihrer Lebensräume. Dort wo sie häufig und zahlreich vorkommen, sind die Lebensbedingungen auch für viele andere Arten besonders vorteilhaft. Deshalb bezeichnet man Rauhfußhühner auch als sog. „Zeigerarten“, ihr Vorkommen zeigt besonders günstige Lebensbedingungen an.

Die Bestände der Rauhfußhühner sind massiv bedroht. Die Gründe sind vielfältig:

  •  Verkleinerung, Zerstörung und Isolierung der Lebensräume
  • Umbau der Wälder mit Veränderung der Vegetation, insb. der Bodenvegetation
  • Zunahme der Beutegreifer
  • nasskaltes Wetter im Frühsommer während der Aufzuchtzeit
  • zu geringe Population, zu wenig fortpflanzungsfähige Vögel
  • häufige und andauernde Beunruhigung und Störung durch Freizeitnutzung bis in die Abendzeiten hinein (Wanderer, Biker, Touren-Skifahrer, Schneeschuhgänger

Um diesen Faktoren entgegenzuwirken und die Bestände wieder aufzubauen bzw. dauerhaft zu stabilisieren, ist es notwendig

  • ausreichend große und geeignete Schutzgebiete auszuweisen (Vogelschutzgebiete) und zu vernetzen (länderübergreifende Lösungen – Netz Natura 2000)
  • ggf. Nutzungsbeschränkungen für Land- und Forstwirtschaft zu erlassen
  • Erschließungsmaßnahmen (Straßen, Hüttenbau etc.) auf Notwendigkeit prüfen
  • über Land- und Forstwirtschaft die Lebensraumbedingungen verbessern (beerenreiche Krautschicht)
  • touristische Nutzung zu prüfen und ggf. einschränken/ablehnen
  • zeitliche und/oder räumliche Betretungsverbote auszusprechen

Rauhfußhühnerarten © GEO-TRIP

Geben Sie den Rauhfußhühnern eine Chance. Bleiben Sie auf den Wegen und beenden Sie Ihre Touren vor Anbruch der Dunkelheit.

Wussten Sie schon, dass: 

  • sich Schnee- und Birkhühner im Winter auch mal einschneien lassen? Skitourengeher sind deshalb eine besondere Gefahr für die Hühner!
  • das Schneehuhn im Sommer ein braun gesprenkeltes und im Winter ein schneeweißes Gefieder hat?
  • der Name Rauhfußhühner daher kommt, dass die Vögel „rauhe Füße“ haben? Kleine Hornstifte an den Zehen vergrößern die Auflagefläche beim Laufen, vermindern das Einsinken im Schnee und fühlen sich rauh an.
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