Schlechtes Wetter gibt es nicht.

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Schneefallgrenze bis auf 1600 m, Regen und Wolken, so war der Wetterbericht noch in der Wochenmitte. Donnerstag heißt es dann plötzlich, zum Wochenende Sonne. Ich werde nochmal los ziehen. Es ist Ende Oktober, ich packe Schlafsack, Stativ und Foto ein und steige Freitag Nachmittag auf die Kohlbergspitze. Es läuft sich gut und leicht trotz des schweren Gepäckes. Schon bin ich oben. Es regnet und schneit. Keine Überraschung. Also lege ich mich früh in das kleine Zelt und schlafe ein. Als ich dann Nachts aufwache ist es leise, kein Wind zerrt mehr, keine eisigen Schneeflocken knistern auf der Zeltplane. Es scheint der Mond auf die dünne Schneeschicht und was vorher noch im Nebel war leuchtet nun magisch hell. Da stehe ich natürlich auf. Es ist saukalt. Die Trinkflasche und die nassen Schuhe gefroren. Ich wandere hinüber auf den Ostgipfel. Ein verzauberter Nachtblick auf das Ehrwalder und Reuthener Becken löst eine tiefe Freude in mir aus. Das Kunstlicht leuchtet rot, sanft bedeckte Kulturlandschaft unter einer Wolkenschicht im Kontrast zum weissblauen Mondlicht. Die Sterne leuchten wie Zauberpunkte aus dem Nichts. Erst in zwei Stunden wird die Sonne aufgehen, doch alle 20 Minuten verändert sich das Licht jetzt wie in einem spannenden Film. Es ist wie in einem guten Traum von der Wirklichkeit. Und erst als die Sonne über der Zugspitze her vorkommt finde ich wieder zurück zum Teetrinken und Essen. Ein herrlicher Spätherbsttag liegt vor mir. Es begann mit schlechtem Wetter.

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