Stahlseil statt Schneeschuh

In den letzen Jahren wurden viele neue Klettersteige in den Alpen installiert. Und das nicht immer mit geordneten Genehmigungsverfahren. So  musste auch der Bund Naturschutz (BN) in Bayern 2007 zu seinem Erstaunen feststellen, dass er zu einer Stellungnahme zum Klettersteigprojekt Kanzelwand erst gebeten wurde, nachdem dieser bereits gebaut und in Betrieb war.

kanzelwand

MW Demo Kanzelwand 2013 (Foto: Pröttel)

Aber nicht deswegen lehnte der BN die errichtete Anlage ab. Eines der Hauptargumente war, dass mit dem Klettersteig im Fellhorn-Kanzelwandgebiet eine kaum zugängliche und damit ökologisch besonders wertvolle Bergflanke der Erschließung preisgegeben wird. In der Ablehnung hieß es weiter: „Um eine Verschlechterung der Überwinterungsbedingungen für Alpenschneehuhn und Birkhuhn auszuschließen, müsste daher ein winterliches Begehen des Klettersteiges untersagt und dieses Verbot überwacht werden – ein praktisch unmögliches Unterfangen angesichts der Probleme, die schon der Versuch einer Sperrung des Scheidtobelgebietes aufgezeigt hat.“
Mittlerweile hat sich heraus gestellt, dass die Bergbahn den Steig im Winter zwar offiziell sperrt, dieser aber bei günstigen Verhältnissen auch mit Hilfe von ortskundigen Bergführern begangen wird.

Mountain Wilderness Deutschland protestierte im Sommer 2013 am Kanzelwand Gipfel gegen die große Zunahme an Klettersteigen und fand bei Bergwanderen damals großes Verständnis.

Weitere Infos: www.mountainwilderness.de

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