Loisach, Lauterbachmündung – Station 13 des Franziskus-Pilgerwegs

Lauterbach kurz vor der Mündung in die Loisach © B. Schwarz

Äsche (Thymallus thymallus) © A. Hartl, AZV, Chiemsee

Der Lauterbach entspringt direkt am Fuß des Krottenkopf-Massivs in der Nähe des Golfplatzes Buchwies. Die Armleuchteralgen (Characeen) im Lauterbach zeigen die hohe Wassergüte an. Im Mündungsbereich wird der Bach im Westen von einem schmalen Streifen Grauerlen-Eschen-Auwald gesäumt, am Ostufer wird er von Traubenkirschen-Sumpfwäldern und Kalk-Flachmooren begleitet. Im Lauterbach leben Bachforellen (Salmo trutta fario) und Äschen (Thymallus thymallus), deren Bestände durch Gewässerverschmutzung und Verbauungen stark zurückgegangen sind. Hier finden sie das für ihr Überleben nötige klare, kühle Wasser.

Mündung des Lauterbachs in die Loisach © B. Schwarz

Der Lauterbach mündet in die Loisach, die in der Gemeinde Biberwier in Tirol entspringt und ihrerseits nach ca. 114 km und 495 m Höhendifferenz bei Wolfratshausen in die Isar mündet. Der Name „Loisach“ geht auf das indogermanische „leubh“ („lieb“) zurück und bezieht sich auf den für den Flößer angenehmen Lauf des Flusses (im Gegensatz zu dem der Isar, der „Reißenden“). Die Loisach floss bis vor ca. 4.100 Jahren durch das Gurgltal in südlicher Richtung zum Inn. Nachdem vor ca. 4.100 Jahren am Loreakopf in den Lechtaler Alpen ein gewaltiger Felssturz niedergegangen war, der den Fernpass aufschüttete, bildete das aus den Loisachquellen austretende Wasser zunächst einen See. Dieser fand einen Abfluss nach Nordosten ins heutige Werdenfelser Land. Der verlandete See bildete das Lermooser Moos.

Biber fressen neben allerlei Krautpflanzen gerne die Rinde von Weiden. Wo keine Weiden sind, fällen sie auch andere Bäume. Wenn man den gefällten Baum sofort entfernt, nehmen sie den nächsten. © H.-J. Fünfstück/www.5erls.naturfotos.de

Seit einigen Jahren leben wieder Biber an der Loisach und am Lauterbach. Dort, wo Biber die Landschaft gestalten dürfen, leben deutlich mehr Fische, Amphibien, Wasserinsekten (z. B. Libellen) und Vögel. Sie nutzen die vielfältigen Strukturen, die der Biber schafft: Die Biberburg mit Totholz, den Biberteich mit langsamen Bachabschnitten und das schnell fließende Wasser nach dem Biberdamm.

In Flussbereichen mit Kiesinseln und wo Kiesumlagerungen stattfinden können, wie z. B. bei Griesen, brütet der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos). Auf Kiesinseln im weiteren Flussverlauf legt gelegentlich der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) seine Eier.

Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) © H.-J. Fünfstück/www.5erls.naturfotos.de.

Gänsesäger (Mergus merganser) – rechts das Männchen, links das Weibchen © H.-J. Fünfstück/www.5erls.naturfotos.de

Zwischen Kochelsee und Isar wurde die Loisach in den letzten 200 Jahren stark verändert. Durch Wehre ist der Fluss für Fische und andere Tiere stellenweise nicht mehr oder nur noch eingeschränkt passierbar. Außerdem verhindern weitere Verbauungen eine natürliche Vernetzung von Gewässer und Aue. Die Auwälder sind nicht nur ein Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten – so brütet z.B. der seltene Gänsesäger (Mergus merganser) in Höhlen alter Bäume am Fluss –, sondern dienen als natürlicher Wasserrückhalt auch dem Hochwasserschutz. Heute sind nur noch schmale Streifen von Auwäldern an der Loisach erhalten.

Spiritueller Proviant

„Wo Liebe ist und Weisheit, da ist nicht Furcht noch Unwissenheit.“ (Hl. Franziskus, Geistliche Weisungen, „Von der Tugend, die das Laster verjagt“)

In Liebe und Weisheit kann man stets wachsen und sich fortbewegen. Diese Bewegung, die durchaus mühsam und unbequem sein kann, gibt dem Leben Sinn, verschafft Freude und vertreibt Furcht und Unwissenheit.

Was bedeuten für mich Liebe und Weisheit?

Autor: Benjamin Schwarz

Quellen: Alpenbiotopkartierung; Reitzenstein, Wolf-Armin Frhr.v. – Lexikon Bayer. Ortsnamen; Ebd. – Blätter für oberdeutsche Namensforschung (15) 1978; Arnold, Klaus Peter – Tourismus im Außerfern; www.murnau.de; www.alpenflusslandschaften.de; Franziskus von Assisi – Sämtliche Schriften.

Katholisches Bildungswerk Garmisch Partenkirchen

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Der Katholische Kreisbildungswerk Garmisch-Partenkirchen e. V. bietet mit seinen umfangreichen Bildungsangeboten und Projekten Zugang zu einer Welt der Vielfalt. Das Kreisbildungswerk will damit die Wahrnehmung unserer kulturellen und natürlichen Umgebung schärfen und so unser Leben bereichern. Es versteht Bildung aber auch als Chance, in dieser Welt den eigenen Lebensweg zu finden und zu gestalten.
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