Farchant – „Ursprünge“ – Station 8 des Franziskus-Pilgerwegs

Das Quellgebiet „Ursprünge“ © B. Schwarz

Das Quellgebiet des Röhrlbaches am Hangfuß des Fricken wird als „Ursprünge“ bezeichnet. Der Röhrlbach bahnt sich seinen Weg durch Weiden und Streuwiesen, bevor er bei der Oberauer Loisachbrücke in die Loisach mündet. Der kleine Quellsee wird von mehreren Quellaufbrüchen gespeist. Wie an den „Sieben Quellen“ in Eschenlohe sind auch hier Wasserminze (Mentha aquatica) und verschiedene Armleuchteralgen (Characeen) beheimatet. Außerdem wachsen hier Laichkrautrasen mit dem sehr seltenen Faden-Laichkraut (Potamogeton filiformis), einem Indikator für kaltes, basenreiches und sehr sauberes Wasser.

Fieberklee (Menyanthes trifoliata) © B. Schwarz

Blutweiderich (Lythrum salicaria) © B. Schwarz

Am Ufer blühen im Frühjahr die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) und der Fieberklee (Menyanthes trifoliata), im Sommer der Blutweiderich (Lythrum salicaria) und die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris). Auf den anschließenden Pfeifengraswiesen, die im Herbst goldgelb leuchten, findet sich der Schwalbenwurzenzian (Gentiana asclepiadea), der Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und das Breitblättrige Wollgras (Eriophorum latifolium). Auf weniger kalk-haltigen Standorten gedeiht das stark gefährdete Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris).

Schwalbenwurzenzian (Gentiana asclepiadea) zwischen Pfeifengras (Molinia caerulea) © B. Schwarz

Teufelsabbiss (Succisa pratensis) © B. Schwarz

Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris) © B. Schwarz

Wolliger Schneeball (fruchtend) (Viburnum lantana) © B. Schwarz

In der Nähe des Berghangs stehen neben Weiden Sträucher von Wolligem Schneeball (Viburnum lantana), Weißdorn (Crataegus monogyna), Liguster (Ligustrum vulgare), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und Hartriegel (Cornus sanguinea). Dort wurde früher auch Holzkohle hergestellt, woher die Ortsbezeichnung „Kohlstatt“ stammt. Holzkohle war für Schmiedearbeiten besonders geeignet, da ihre Glut eine große Hitze erzeugt. Die Holzkohle wurde auf Flößen auf der Loisach nach Norden transportiert.

Spiritueller Proviant

„Das Dringendste ist, dass man nach dem Geist des Herrn verlangt. Er allein kann uns gut, grundgut, machen und kann bewirken, dass diese Güte nichts Anderes mehr ist als der Urgrund unseres Wesens.“ (nach dem Hl. Franziskus, Leclerc, Eligius, S. 98)

Der Urgrund unseres Wesens ist wie eine Quelle, aus der das heraus sprudelt, was uns auszeichnet und womit wir unsere Umgebung erfüllen. Sind wir in Gott verankert, lassen wir uns von seinem Geist leiten. Das macht uns im Innersten gut und lässt uns zur sprudelnden Quelle der Güte werden.

Wonach sehne ich mich?

Autor: Benjamin Schwarz

Quellen: Alpenbiotopkartierung; Brandner, Joseph – Farchanter Drei-Föhren-Chronik; Leclerc, Eligius – Weisheit eines Armen.

Katholisches Bildungswerk Garmisch Partenkirchen

Über uns Katholisches Bildungswerk Garmisch Partenkirchen

Der Katholische Kreisbildungswerk Garmisch-Partenkirchen e. V. bietet mit seinen umfangreichen Bildungsangeboten und Projekten Zugang zu einer Welt der Vielfalt. Das Kreisbildungswerk will damit die Wahrnehmung unserer kulturellen und natürlichen Umgebung schärfen und so unser Leben bereichern. Es versteht Bildung aber auch als Chance, in dieser Welt den eigenen Lebensweg zu finden und zu gestalten.
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher nicht bewertet)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.