Amphibienzäune

Amphibien- oder Krötenzäune stellen provisorische Amphibienschutzanlagen dar, um nicht nur Kröten sondern alle wandernden Amphibien auf ihrer Wanderung zu schützen. Es handelt sich meist um ca. 50 cm hohe, undurchsichtige Kunststofffolien, die parallel zur Straße aufgebaut werden. Auf der Anwanderungsseite sind in regelmäßigen Abständen Fangeimer ebenerdig eingegraben. Der Amphibienzaun ist für die wandernden Amphibien ein Wanderhindernis. Beim Versuch das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Amphibien in die Fangeimer und sind so erst mal sicher vor der oft tödlichen Strassenüberquerung.

Leiteinrichtung am Widdersberger Weiher durch die BN Ortsgruppe Herrsching  (© Bund Naturschutz)

Leiteinrichtung am Widdersberger Weiher durch die BN Ortsgruppe Herrsching (© Bund Naturschutz)

Zur Betreuung eines Amphibienzauns ist mindestens einmal täglich eine Kontrolle mit Leerung der Fangeimer notwendig. In Zeiten starker Wanderaktivität können sogar mehrmalige Leerungen notwendig sein. Die gefangenen Amphibien werden registriert (Anzahl, Art, Geschlecht) und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt. Neben dem Schutz der Amphibien bilden die gesammelten Daten auch die Grundlage für die mögliche Planung einer dauerhaften Schutzanlage (z.B. Krötentunnel).

Wegen des hohen Betreuungsaufwands werden Amphibien- und Krötenzäune meist nur im Frühjahr zur Hauptwanderung betrieben. Die Rückwanderung der Amphibien und auch die Abwanderung der Jungtiere wird dabei nicht geschützt.

Achtung Autofahrer: Meiden sie Straßen bei erhöhtem Amphibien aufkommen. Hier können sie sich über Orte und Zeiten informieren.