Ammer

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Die Ammer innerhalb Alpenflusslandschaften – Vielfalt Leben von Ammerse bis Zugspitze

Ammerschlucht

Ammerschlucht

Die Linder – ein kleiner Gebirgsfluss – ist der Oberlauf der Ammer. Sie entsteht durch den Zusammenfluss des Fischbachs und des Neualmbachs im Ammergebirge in der Nähe des Schloss Linderhof im Neualmbachgrieß. Bei Ettal wird die Linder dann zur Ammer und fließt rund 80 Kilometer bis zum Ammersee. Aus dem Ammersee tritt anschließend die Amper, die bei Moosburg in die Isar mündet.

Die Ammer ist ein herausragender Fluss mit hohem Wert für das gesamte Einzugsgebiet. Moore, Streuwiesen und Schluchtwälder prägen die Flusslandschaft. Die Ammer ist der einzige deutsche Alpenfluss, der noch ein weitgehend natürliches Abfluss- und Geschieberegime aufweist. Im Gegensatz zu den Flüssen Isar, Loisach, Lech und Wertach hat die Ammer noch Wildflusscharakter. Großwasserkraftwerke und Staustufen existieren hier nicht. Allerdings wurden die Linder und die Ammer ebenfalls verbaut und werden vor allem durch die Folgen von Landbewirtschaftung, Umleitungen, Verengungen und Gefällebremsen in ihrer natürlichen Dynamik gestört. Schon 1930 wurde durch Bautätigkeiten für den Hochwasserschutz in Fließgewässerabschnitte der Linder und der Ammer eingegriffen. Das Katastrophenhochwasser 1959 schädigte das gesamte Lindersystem und veranlasste weitere Baumaßnahmen. Nach den Hochwassereignissen 1999 und 2005 veränderte sich das Ammersystem durch Ablagerungen von Sedimenten und Nährstoffeinträge. Aktuell werden die Flüsse renaturiert und die Durchgängigkeit des Abflussregimes widerhergestellt.

Entlang der Linder und der Ammer befindet sich eine Vielzahl von Schutzgebiete und Mooren. Im Naturschutzgebiet „Ettaler Weidmoos“ tritt versickertes Wasser der Linder wieder an die Oberfläche und bildet die kleine Ammer. Weiter nördlich befindet sich das Vogelschutzgebiet „Moore im oberen Ammertal“ mit dem Pulvermoos und dem Kochelfilz. Das „Ammertal“ wird als Lanschaftsschutzgebiet erhalten und wichtige Lebensr

Einmal im Jahr und nur im Herbst gemähte und ungedüngte Streuwiesen im Ammerquellgebiet.

Nur einmal im Jahr im Herbst gemähte, ungedüngte Streuwiesen im Ammerquellgebiet.

äume wiederhergestellt. Eine Besonderheit ist die Ammerschlucht mit dem Ammerdurchbruch, der vor circa 120 000 Jahren entstand. In den Flüssen Linder und Ammer kommen rund 30 verschiedene Fischarten vor, wie zum Beispiel Bachforellen, Äschen und Huchen. Besonders sind zudem die Deutsche Tamariske, der Eisvogel, der Uhu und der Flussuferläufer.

Weiterführende Informationen und Quellen auch unter: www.wikipedia.org, www.alpenflusslandschaften.de und www-oberbayern.lbv.de

 


Wildflussarten: Der Flussuferläufer

Das Verbreitungsgebiet des Flussuferläufers (Actitis hypoleucos), der auf den für Wildflüsse typischen kiesig-sandigen Schotterflächen brütet, ist in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft. Heute findet man ihn vor allem in den niederen Regionen der Alpenflusslandschaften, insbesondere an der Ammer und der Isar. Auch am Lech gibt es noch einige wenige Brutpaare.…

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Wildflussarten: Der Huchen

Der Huchen (Hucho hucho) aus der Familie der Lachse (Salmoniden) lebt in sauerstoffreichen und kühlen Fließgewässern mit kiesigem Untergrund, den er für die Eiablage benötigt. Seine natürliche Verbreitung ist auf das Einzugsgebiet der Donau beschränkt, weshalb er auch als „Donaulachs“ bezeichnet wird. Der Bestand des natürlicherweise selten vorkommenden Fisches ist…

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Die „Kajak-Verordnung“ für die Ammer – Ein mögliches Modell für einen umweltverträglichen Bootsverkehr auf sensiblen Fließgewässern

Die Bayerische Verfassung sichert in der sog. „Gemeingebrauchs-Regelung“ (Art. 141 Abs. 3) dem Bürger ausdrücklich den freien Zugang zur Natur und damit auch zu den Gewässern zu. Dieser schließt gleichzeitig auch einen uneingeschränkten Bootsbetrieb ein, sofern auf den Booten keine eigene „Triebkraft“ vorhanden ist. Unter bestimmten Bedingungen gibt es aber die Möglichkeit für weitere Beschränkungen: Wenn aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit, der Ordnung des Wasserhaushalts, der Sicherstellung der Erholung oder des Schutzes der Natur geboten, kann die Ausübung des Gemeingebrauchs durch die Kreisverwaltungsbehörde geregelt, beschränkt oder gar verboten werden.

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Das Unmögliche möglich machen – dem „Gemeingebrauch“ Grenzen setzen

In den 48 Jahren, zwischen 1967 und 2015, in denen ich als leidenschaftlicher Fischer ehrenamtlich für drei Fischereiorganisationen an Lech und Ammer gleichzeitig tätig war, habe ich einen Großteil meiner Freizeit an und in diesen Flüssen verbracht. Natürlich spielt auch der Umweltschutz für uns Fischer ein große Rolle, da ein intaktes Ökosystem nicht nur den Fischbestand erhält, sondern auch ein Naturerlebnis garantiert, das für die meisten Fischer beinah ebenso wichtig ist, wie der Fangerfolg. Daher habe ich mich in all den Jahren meiner ehrenamtlichen Arbeit vornehmlich dem Naturschutz an Lech und Ammer gewidmet. Bei der Ammer, diesem landschaftlichen Juwel im oberbayerischen Pfaffenwinkel, stand zunächst der ungebremste Bootsverkehr von Kanuten, Kajak- und Schlauchbootfahrern im Fokus. Über den schwierigen und langwierigen aber letztlich doch erfolgreichen Prozess, eine Reglementierung des Bootsbetriebs unter Beteiligung aller relevanten Gruppen zu erwirken, will ich im Folgenden berichten.

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Die Renaturierung der Ammer – die Geschichte einer Rettung

Die Ammer ist ja schon seit Jahren – zumindest in Bayern – in aller Munde. Grund dafür ist sicher die im Jahr 2000 begonnene Renaturierung. Für viele war diese eine große Überraschung, da sie der Meinung waren, die Ammer sei doch ein völlig naturbelassenes Wildwasser, was allein schon durch die Heerscharen von Kanuten und Kajakfahrern aus ganz Europa bewiesen sei. Doch genau damit fing mein Engagement für die Rettung der Ammer, dieses landschaftlichen Juwels im oberbayerischen Pfaffenwinkel, an. Im Folgenden möchte ich von dem langwierigen und zähen Prozess, von Rückschlägen und Hürden, aber letztlich von den Erfolgen im Kampf um die Renaturierung und den Erhalt dieses einzigartigen Wildflusses berichten. Aus meinen Erfahrungen schöpfe ich die Hoffnung, dass es gelingen kann, auch andere Alpenflusslandschaften vor überbordendem Freizeitdruck und fehlgeleitetem Energiehunger zu bewahren.

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Landschaftsschutzgebiet Ammertal, Böbing, Hohenpeißenberg, Peiting

Das Landschaftsschutzgebiet „Ammertal, Böbing, Hohenpeißenberg, Peißenberg, Peiting“ ist circa 1 375 Hektar groß und wurde 1988 ausgewiesen. Das Gebiet beinhaltet Teile des FFH-Gebietes „Ammer vom Alpenrand bis zum Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Ammersee-Südufer“ und überschneidet sich mit dem FFH-Gebiet „Moorkette von Peiting bis Wessobrunn“. Die „Grasleitner Moorlandschaft“ grenzt and das Landschaftsschutzgebiet. Das Ammertal ist durch zahlreiche Moore, Schluchtwälder und Streuwiesen geprägt. Der Lugenausee ist ein beliebter Badeplatz und liegt im Landschaftsschutzgebiet „Ammertal, Böbing, Hohenpeißenberg, Peiting“.

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Wasserkraftwerk Kammerl an der Ammer

Das Wasserkraftwerk Kammerl war ein altes Laufwasserkraftwerk und wurde 1897-1899 zur Versorgung der Ammergaubahn gebaut. Der Strom wurde direkt in die Oberleitung der Bahnlinie eingespeist. 2013 wurde das Bahnkraftwerk stillgelegt und bis 2015 durch die Deutsche Bahn erneuert. Eine Drehstromturbine und ein Druckrohr wurden neu errichtet. Das Wasser der Ammer wird zur Energiegewinnung abgeleitet und über einen Kanal zum Kraftwerk geführt. Insgesamt kann so eine Leistung von 1,2 Megawatt erzeugt werden. Eine Fischtreppe am Ausleitungsbauwerk ermöglicht den Fischen die Wanderung durch die Ammer…

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Naturschutzgebiet Bichlbauernfilz mit Schwaigsee

Das Naturschutzgebiet „Bichlbauernfilz mit Schwaigsee“ hat eine Größe von rund 44 Hektar und wurde 1997 ausgewiesen. Der Schwaigsee ist ein Moorsee und liegt etwa 830 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gewässerqualität wird als gut eingestuft. Bootfahren ist auf dem See verboten und Baden darf man nur am Süd-Ost-Ufer. In den Wintermonaten friert der See oft zu, dann kommen Anwohner und Touristen zum Schlittschuhfahren. An seiner tiefsten Stelle ist der Schwaigsee 4,5 Meter tief. In dem moorhaltigen Gewässer kommen Forellen, Karpfen und Zander vor.

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FFH-Gebiet Ammertaler Wiesmahdhänge

Die circa 440 Hektar großen „Ammertaler Wiesmahdhänge“ sind als FFH-Gebiet ausgewiesen und ein artenreiches Gebiet am oberbayerischen Alpenrand. Naturnahe Kalk-Trockenrasen, Borstgrasrasen, magere Flachland- und Berg-Mähwiesen sind charakteristisch für die trockenen Standorte des Gebietes. Feuchte bis nasse Standorte sind durch Pfeifengraswiesen, kalkreiche Niedermoore, feuchte Hochstaudenfluren und Nasswiesen gerprägt. Eine Besonderheit sind Kalktuffquellen…

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Wasserkraftnutzung an der Ammermühle bei Rottenbuch

An der Ammermühle bei Rottenbuch wird ein Wasserkraftwerk durch einen privaten Eigentümer aus Garmisch-Partenkirchen betrieben. Die Anlage wurde in den 1990er Jahren an ebendiesen verkauft. Der Standort der Wasserkraftanlage befindet sich im geschützten FFH-Gebiet „Ammer vom Alpenrand bis zum NSG „Vogelfreistätte Ammersee-Südufee““. Aufgrund von Altrechten darf die Wasserkraftanlage überhaupt in dem Schutzgebiet betrieben werden…

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Vogelschutzgebiet Ammerseegebiet

Das Natura 2000 Vogelschutzgebiet „Ammerseegebiet“ umfasst rund 7700 Hektar und dient dem Schutz des Ammersees und seiner Uferzonen. Die naturnahen Seeuferbereiche einschließlich der Verlandungsbereiche und Gehölzstrukturen werden erhalten und wiederhergestellt und Vogellebensräume vor möglichen Störeinflüssen abgeschirmt.
Das „Ammerseegebiet“ bietet Nahrungs- und Ruhemöglichkeiten für sommerrastende, durchziehende und überwinternde Taucher (Pracht-, Stern- und Ohrentaucher), Wildgänse, Wildschwäne, Watvögel, Möwen, Seeschwalben und verschiedene Greifvogelarten (z.B. Fischadler). Die Bestände des Wachtelkönigs, des Tüpfelsumpfhuhns und vieler weiterer Vogelarten werden geschützt und erhalten.

Der Zellsee gehört zum Vogelschutzgebiet „Ammerseegebiet“ und liegt etwa 12 Kilometer südlich von Dießen am Ammerse. Der 100 Hektar große See ist ein bedeutendes Durchzugs-, Überwinterungs-, Mauser- und Brutgebiet zahlreicher Vogelarten. Hier kommen Schwazmilane, Rohrweihen, Kampfläufer und Fischadler vor.

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