Auwald Leipzig

Der Leipziger Auwald (auch häufig Leipziger Auenwald) ist ein Auwaldgebiet, das zum überwiegenden Teil auf dem Gebiet der Stadt Leipzig liegt. Er war früher eine Weichholzaue (Erle) und wurde regelmäßig von den Hochwassern der Pleiße, Weißen Elster und Luppe überflutet. Durch menschliche Einflussnahme (vor allem Regulierung der Fließgewässer) hat sich heute eine Hartholzaue (Esche, Eiche, Feldulme) durchgesetzt. Der Leipziger Auwald gehört zu den größten erhaltenen Auwaldbeständen in Mitteleuropa. Ungeachtet der vielfältigen menschlichen Eingriffe und der Nähe zu einer Großstadt haben Teile des Leipziger Auwalds einen ausgesprochen naturnahen Charakter bewahrt.


Fluss und Aue gehören zusammen

Das Nahleauslassbauwerk – ein langer Name für ein besonderes, etwa 300 m langes Streichwehr am Leipziger Flüsschen Nahle Dieses Bauwerk ist nach dem schweren Hochwasser im Sommer 1954 errichtet worden, um für weitere kritische Hochwasser die in Dämmen geführten Wassermassen wenigstens zu einem Teil in eine Reservefläche (Polder) des nordwestlichen Auwalds…

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Ein starker Baum im Pfarrholz

Oft bin ich auf der Pleiße mit dem Boot vorbeigefahren. Nahe der Einmündung der Batschke steht diese imposante Stieleiche, die von der Flussseite gut und komplett zu sehen ist. Endlich habe ich sie mal zu Lande besucht und vermessen: In Brusthöhe von 1,30 m hat sie einen Umfang von 5,77 m, was einem Durchmesser von 1,84 m entspricht. Damit ist sie sicherlich die größte Eiche im südlichen Auwald, ganz sicher die Größte im Waldteil Pfarrholz. Über das Alter konnte ich nichts erfahren, man kann das ihre aber auf etwa 350 Jahre schätzen. Die schlanke Krone zeigt, dass der Baum schon lange in Konkurrenz anderer hoher Nachbarbäume eines Auwaldes gestanden hat. So wachsen diese Eichen auch höher als freistehende: Bei ihr schätze ich 35 m. Das Foto entstand vom anderen Ufer der Pleiße. Eine Weitwinkelaufnahme reicht trotz etwa 30 m Abstand nicht aus, ich musste ein vertikales Panorama aus Einzelfotos zusammensetzen. Am Fuß zeigt der Stamm eine Aushöhlung, die …

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AULA Projekt 2030

NuKLA setzt sich seit seiner Gründung 2011 ehrenamtlich für den Erhalt des Leipziger Auwaldes als Auenökosystem ein. 2012 haben NuKLA und der NABU RV Leipzig das AULA-Projekt2030 gegründet. Das Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist, ein Großes Naturschutzprojekt entlang der Weißen Elster zwischen Zeitz und Halle/Merseburg mit dem Leipziger Auwald als Nukleus zu initiieren als beispielhafte Verbindung von integriertem Hochwasserschutz, Naturschutz und sanftem Tourismus. Die UNESCO-Bewerbung wurde als „Überschrift“ gewählt, weil die Belange des Naturschutzes und einer auch ökologisch nachhaltigen Entwicklung der Region in Politik und öffentlichem Bewusstsein bis dato keine angemessen zentrale Rolle spielen. Ein umfassender und nachhaltiger Schutz des Gebietes als Lebensraum mit besonders hoher biologischer Vielfalt soll dafür der Maßstab und Modell werden. „Das Auenband entlang der Weißen Elster“ kann mit der Renaturierung verloren gegangener Auengebiete, dem Rückbau begradigter und eingedeichter Gewässer sowie einer Revitalisierung der noch vorhandenen, seit Jahrzehnten trockenfallenden Auengebiete ein länderübergreifendes Vorzeigeprojekt sein und mit einer Zusammenführung der bestehenden Schutzgebiete sowie einer in ihnen vorkommender Auendynamik zu einem nachhaltigen Schutz dieser kostbaren Lebensräumen mit ihrer großen biologischen Vielfalt führen.

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Die Batschke – im Revier des Eisvogels

Die Landschaft südlich der 1000jährigen Messestadt Leipzig ist in den letzten 100 Jahren ganz grundlegend durch den Braunkohlenabbau zerstört worden. Bereits vorher gab es im gesamten Gebiet des Auwaldes um die Stadt Umbauten am weitverzweigten, anastomosierenden Netz von Fließgewässern zwischen Weißer Elster, Pleiße, Parthe und Alter Luppe. Die Flüsse wurden aus verschiedenen Gründen vereinfacht, zusammengefasst, begradigt und mit Dämmen eingefasst. Trotzdem kann man noch heute im Leipziger Auwald Abschnitte insbesondere der kleineren Flüsschen finden, die ursprünglichen Verlauf und Aussehen zeigen.

Ein solcher ist der Floßgraben, der heute als ein Teil der ursprünglichen Batschke offiziell Batschke-Floßgraben bezeichnet wird. Die Batschke war ursprünglich ein etwa 10 km langes Flüsschen, das etwa bei Zwenkau von der Weißen Elster abzweigte, mäandrierend nordwärts verlief und am Südrand von Leipzig in die Pleiße mündete. In der von Weißer Elster und Pleiße seit den Rodungen für die Landwirtschaft in deren Einzugsgebieten durch daraus folgende Erosion über Jahrtausende eingebrachte etwa 4 m starke Lehmschicht war es normal, dass hier alle Flüsse besonders bei Hochwassern ihren Lauf änderten. Aber schon bei längerfristig höheren Pegeln schufen sie ständig Mäander und bei deren Durchbrüchen hinterließen sie Totarme. Dass die Klafterflößerei mit Brennholz für Leipzig zwischen 1610 und 1864 bis zum Floßplatz in der Stadt mit diesen Mäandern seine Probleme hatte, lag auf der Hand. So wurde auch der Batschke aus diesem Grund ein etwa halb so langer künstlicher, gerader Floßgraben beiseite gestellt. Aber auch dieser Kanal und etwa 8 km der natürlichen Batschke sind im vorigen Jahrhundert dem Braunkohlentagebau geopfert worden.

Heute existiert immer noch im südlichen Leipziger Auwald ein etwa 2 km langer natürlicher Abschnitt der Batschke vor ihrer Einmündung in die Pleiße. Auch die Mäander sind erhalten geblieben, werden sich aber bei ziemlich konstantem, geringen Abfluss von 1 m³/s nicht mehr verändern.

An einem scharfen Mäander in diesem Gebiet, das einen Winkel von etwa 50° zwischen zu- und abfließendem Arm zeigt, habe ich im zeitigen Frühjahr eine Stunde lang fotografiert und aus den über 100 einzelnen Fotos eine kleine Animation zusammengestellt. Der Wechsel der Beleuchtung und der kräftige Wind, der die Kronen der unbelaubten Bäume bewegt, geben die…

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AULA-Projekt 2030: Das grüne Band entlang der weißen Elster

Im Zentrum des AULA-Projekts 2030 steht das Auen-Ökosystem mit dem Leipziger Auwald, seinen Gewässern und seinen Wiesen. Seit tausenden Jahren wurde es von Menschen gestaltet und verändert sowie für die Braunkohleförderung in großen Teilen vernichtet. Es leidet unter einer schleichenden Entwertung. Dennoch beherbergt es – auch als Folge vielfältiger Bemühungen von Naturschützern – eine beachtliche Vielfalt schützenswerter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten und ist ein in seiner Art einzigartiges urbanes Auen-Ökosystem. Es als Lebensraum, grüne Lunge und als Erholungsgebiet zu erhalten, ist Ziel des AULA Projektes.

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Eiche im Leipziger Auwald – Eisen und Holz

Wir sind im Leipziger Auwald. Das Foto zeigt zwar nicht die typische Auenwaldansicht, aber ein skurriles Detail im Leipziger Auwald, zu dem man sich Gedanken machen kann. Kennzeichnend für den Leipziger Auwald ist der Charakter der Hartholzaue. Auf dem Bild sieht man die typische Baumart, die Stieleiche, die gegenüber vielen anderen Laubhölzern in früheren Zeiten, als es die Frühjahrshochwasser noch gab, deutliche Widerstandsvorteile gegen die Nässe zeigte. So findet man noch heute im Auwald viele alte, auch sehr kräftige Bäume der Art wie auf dem Foto. Das Besondere an diesem Exemplar ist aber, dass er offenbar schon seit vielen Jahrzehnten mit einem schweren eisernen Papierkorb kämpft und seit einiger Zeit bemüht ist, diesen in sich einzustülpen, ihn zu überwachsen. An der oberen Öffnung hat die Eiche den Durchmesser schon fast völlig in sich aufgenommen. Wann wird der stählerne Eimer ziemlich unbedacht an ihm festgenagelt worden sein? Man sieht noch an der Unterseite eine Vorrichtung, mit der dies geschah. Ich schätze auf wenigstens 60 Jahre.

Der Eimer an einem Baum in einem Auwald zeigt also auch etwas anderes: Das Besondere am Leipziger Auwald ist…

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