Kiesbank Checker

Kiesbank Checker: Vogelparadies oder Badespaß?

Brütender Flussregenpfeifer - sehr scheu und kaum zu sehen. Photo © David Bertuleit

Brütender Flussregenpfeifer – sehr scheu und kaum zu sehen. Photo © David Bertuleit

Die Kiesbänke entlang des Lechs sind Brutgebiete des sehr störungsempfindlichen Flussregenpfeifers. Der Vogel war früher ein typischer Bewohner natürlicher Kies- und Sandbänke entlang des Lechs. Durch die Eingriffe des Menschen in die Flusslandschaft wurde der Vogel seines Lebensraums beraubt. Nur noch 10-12 Brutpaare kommen am Lech zwischen Gersthofen und Meitingen vor. In ganz Bayern wird die Population auf nur rund 500 Brutpaare geschätzt, der Flussregenpfeifer steht deswegen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Das Gelege eines Flussregenpfeifers - die Eier sind nicht von den grauen Flusssteinen zu unterscheiden. Sehr typisch ist die Eikonstanz mit 4er-Gelegen. Photo © S. Günther

Das Gelege eines Flussregenpfeifers – die Eier sind nicht von den grauen Flusssteinen zu unterscheiden. Sehr typisch ist die Eikonstanz mit 4er-Gelegen. Photo © S. Günther

Den Winter über zieht der Flussregenpfeifer ins warme Afrika und kehrt erst im März wieder zurück an den Lech. Zwischen April und Juni brütet der Vogel dann auf den Kiesbänken. Die Weibchen legen vier Eier in eine flache Mulde direkt auf den blanken Kies.

Die Eier sind grau bis sandfarben und dadurch kaum vom Lechkiesel  zu unterscheiden. Die Tarnung kann den Brutvögeln jedoch zum Verhängnis werden. Die Kiesbänke sind beliebte Grill- und Badeplätze und ziehen genau in der Brutzeit viele Erholungssuchende an. Die Gelege der Flussregenläufer können unbemerkt zertreten werden. Auch freilaufende Hunde stellen eine Gefahr dar. Die Störung durch Menschen schreckt die Tiere auf, so dass die Eier nicht mehr bebrütet werden oder die Versorgung der Küken unterbleibt. In den letzten Jahren führte dies dazu, dass die Vögel immer weniger wurden!
Der Schutz der Flussregenpfeifer und die Erholungsnutzung der Kiesbänke müssen vereint werden. Die Lösung für diese Herausforderung ist die faire Aufteilung des Gebiets in Schutz- und Erholungszonen.

In den Schutzzonen sollen die Kiesbänke in der Brutsaison (1.4.-30.6.) nicht betreten werden. In Erholungszonen sind die Kiesbänke uneingeschränkt begehbar. Hier kannst du checken, ob du die Kiesbänke betreten darfst oder nicht.

Und so hört sich der Flussregenpfeifer an:

Quellen:

Bund_Naturschutz_Logo Museum für Naturkunde Berlin

 

 

http://www.us-augsburg.de/files/Downloads_US/Flussregenpfeifer_Final.pdf

http://augsburg.lbv.de/rueckblende-archiv/2013.html

 


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Der Kiesbank Checker: Moderne Medien für den Naturschutz

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