Flüsse

Naturnahe Flusslandschaften und ihre speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten sind europaweit selten geworden. Die Alpenflüsse Ammer, Lech, Wertach, Isar und Loisach haben jedoch in einigen Abschnitten noch ihren ursprünglichen Wildflusscharakter bewahrt. Aufgrund des großen Spektrums an unterschiedlichen Lebensräumen von den artenreichen Tälern bis in die wenig erschlossenen Gebirgsregionen wurde die Region vom Ammersee bis zur Zugspitze als besonders schützenswerter „Biodiversitäts-Hotspot“ in Deutschland deklariert. Im Verbundprojekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ setzen sich 18 Partner mit vereinten Kräften dafür ein, Alpenflüsse zu renaturieren, Moore zu revitalisieren, Kleingewässer zu vernetzen und bereits verloren geglaubte Tier- und Pflanzenarten wieder anzusiedeln.


Die Batschke – im Revier des Eisvogels

Die Landschaft südlich der 1000jährigen Messestadt Leipzig ist in den letzten 100 Jahren ganz grundlegend durch den Braunkohlenabbau zerstört worden. Bereits vorher gab es im gesamten Gebiet des Auwaldes um die Stadt Umbauten am weitverzweigten, anastomosierenden Netz von Fließgewässern zwischen Weißer Elster, Pleiße, Parthe und Alter Luppe. Die Flüsse wurden aus verschiedenen Gründen vereinfacht, zusammengefasst, begradigt und mit Dämmen eingefasst. Trotzdem kann man noch heute im Leipziger Auwald Abschnitte insbesondere der kleineren Flüsschen finden, die ursprünglichen Verlauf und Aussehen zeigen.

Ein solcher ist der Floßgraben, der heute als ein Teil der ursprünglichen Batschke offiziell Batschke-Floßgraben bezeichnet wird. Die Batschke war ursprünglich ein etwa 10 km langes Flüsschen, das etwa bei Zwenkau von der Weißen Elster abzweigte, mäandrierend nordwärts verlief und am Südrand von Leipzig in die Pleiße mündete. In der von Weißer Elster und Pleiße seit den Rodungen für die Landwirtschaft in deren Einzugsgebieten durch daraus folgende Erosion über Jahrtausende eingebrachte etwa 4 m starke Lehmschicht war es normal, dass hier alle Flüsse besonders bei Hochwassern ihren Lauf änderten. Aber schon bei längerfristig höheren Pegeln schufen sie ständig Mäander und bei deren Durchbrüchen hinterließen sie Totarme. Dass die Klafterflößerei mit Brennholz für Leipzig zwischen 1610 und 1864 bis zum Floßplatz in der Stadt mit diesen Mäandern seine Probleme hatte, lag auf der Hand. So wurde auch der Batschke aus diesem Grund ein etwa halb so langer künstlicher, gerader Floßgraben beiseite gestellt. Aber auch dieser Kanal und etwa 8 km der natürlichen Batschke sind im vorigen Jahrhundert dem Braunkohlentagebau geopfert worden.

Heute existiert immer noch im südlichen Leipziger Auwald ein etwa 2 km langer natürlicher Abschnitt der Batschke vor ihrer Einmündung in die Pleiße. Auch die Mäander sind erhalten geblieben, werden sich aber bei ziemlich konstantem, geringen Abfluss von 1 m³/s nicht mehr verändern.

An einem scharfen Mäander in diesem Gebiet, das einen Winkel von etwa 50° zwischen zu- und abfließendem Arm zeigt, habe ich im zeitigen Frühjahr eine Stunde lang fotografiert und aus den über 100 einzelnen Fotos eine kleine Animation zusammengestellt. Der Wechsel der Beleuchtung und der kräftige Wind, der die Kronen der unbelaubten Bäume bewegt, geben die…

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Lechstaustufe 8a bei Kinsau

Auf der Höhe von Kinsau wurde der Lech 1907 erstmals als interessanter Standort für die Energiegewinnung erkannt. Eine Holzschleiferei entstand und verschaffte vielen Anwohnern einen Arbeitsplatz. Später wurde die Anlage zu einem Wasserkraftwerk umgebaut und bestand bis 1990. Bis 1992 baute die Bayerische Wasserkraft AG ein komplett neues Wasserkraftwerk. Die Lechstaustufe 8a ist damit eines der moderneren Kraftwerke am Lech und wird mittlerweile von der E.ON Wasserkraft GmbH betrieben. Es werden 42 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 10.000 Haushalten. Durch das Kraftwerk laufen im Jahresdurchschnitt 79 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

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Lechstaustufe 2 bei Prem

Nach dem Forggensee, der ersten Lechstaustufe, folgt bei Prem das zweite Wasserkraftwerke des Lechs mit einem circa 3 Kilometer langen Staudamm. Das Wasser wird hier aufgestaut und dann durch ein Laufwasserkraftwerk im Schwellbetrieb geleitet. Die Fallhöhe beträgt an dieser Stelle 15,2 Meter. Die Anlage wurde von 1970 bis 1972 durch die E.ON Wasserkraft errichtet und ist seit 1971 in Betrieb. Mit 3 Kaplanrohrturbinen kann eine Leistung von 19,2 MW erzeugt werden. Zwischen den Staustufen bei Roßhaupten und Prem befindet sich der Premer Lechsee, der als Badesee genutzt wird.

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Lechstaustufe 1: Forggensee – Staudamm Roßhaupten

Die erste und größte Lechstaustufe ist der Forggensee. Er dient als sogenannter Kopfspeicher für die lechabwärts gelegenenen Kraftwerke und zur direkten Energiegewinnung. Eine weitere Funktion ist die Hochwasseregulierung, die vorallem nach dem Einsetzen der Schneeschmelze von großer Bedeutung ist. Der Forggensee wird auch „Speicher Roßhaupten“ genannt. Der Staudamm besteht aus Moränenkies und hat einen Lehmkern. Die Anlage wurde von 1950 bis 1954 errichtet. In den Sommermonate ist der See komplett aufgestaut. Pro Jahr werden am Kraftwerk Roßhaupten ca. 150 Mio. KWh Strom produziert. Somit können 130.000 Menschen mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Das entspricht laut E.ON einer Kohlendioxid-Einsparung von 107.000 Tonnen pro Jahr.

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Schutzgebiet Loisach-Kochelsee-Moore

Der Großteil der “Loisach-Kochelsee-Moore” steht unter Naturschutz und ist als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Der Nieder- und Hochmoorkomplex ist über 3600 Hektar groß und beheimatet viele außergewöhnliche Pflanzen- und Vogelarten. Über 200 Vogelarten brüten oder rasten hier – wie zum Beispiel der Große Brachvogel, der Wachtelkönig und die Bekassine. Die “Loisach-Kochselsee-Moore” werden seit etwa 1000 Jahren durch die Klöster Benediktbeuern und Schlehdorf landwirtschaftlich genutzt, wodurch artenreiche Streuwiesen entstanden sind.

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Vogelschutzgebiet Mittleres Lechtal

Der 3230 Hektar große Abschnitt des “Mittleren Lechtals” ist ein europäisches Vogelschutzgebiet und gehört damit zum Natura 2000 Netzwerk.
Das Flusstal entlag des Lechs ist durch Stauseen, Röhrichte, Nadel- und Mischwälder und vereinzelte Trockenrasen geprägt. Das “Mittlere Lechtal” ist das südbayerische Dichtezentrum des Uhus und Lebensraum für rastende Wasservögel und weitere Vorgelarten, wie z.B. Schwarz- und Grauspechte, Rot- und Schwarzmilane, Hohltauben, Spießenten, Schnatterenten und viele mehr. Die Schutzziele für das Vogelschutzgebiet liegen unter anderem im Bereich der Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Lechtals einschließlich Auen und Leitenhänge, der Gewässerqualität, des Bestands des Eisvogels, Uhus, Neintöters und des Flussregenpfeifers und deren Lebensräume.

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Naturschutzgebiet Ammerschlucht im Bereich der Scheibum

Die „Ammerschlucht im Bereich der Scheibum“ hat eine Größe von ca. 40 Hektar und wurde 1953 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Scheibum ist ein Felsendurchbruch, den sich die Ammer beim Verlassen der Alpen – 15 Kilometer von ihrer Quelle entfernt – schaffte.
Der Ammerdurchbruch entstand vor ca. 120 000 Jahren. Das Tal der Ammer gilt als eines der schönsten naturbelassenen Flusstäler der Alpen. Zahlreiche Gefäßpflanzen im Naturschutzgebiet stehen auf der Roten Liste Bayerns und sind gefährdert oder stark gefährdet, wie zum Beispiel die Weiß-Tanne, das Gewöhnliche Katzenpfötchen, die Arnika, das Sauergrasgewächs Torf-Segge und das Breitblättrige Wollgras. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt wurde die Schlucht als wertvolles und bedeutendes Geotop ausgezeichnet.

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Naturschutzgebiet Pulvermoos

Das Naturschutzgebiet „Pulvermoos“ hat eine Größe von ca. 131 Hektar und liegt im oberen Ammertal. Das „Pulvermoos“ ist eines der artenreichsten und größten Flachmoorkomplexe Bayerns und soll erhalten und geschützt werden. Das Gebiet dient der Forschung und Lehre als wichtiges Dokument für Kalkflachmoore. Das „Pulvermoos“ wurde ursprünglich immer wieder von…

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Schutzgebiet Moore im oberen Ammertal

Die „Moore im oberen Ammertal“ wurden von der Europäischen Gemeinschaft als besonderes Schutzgebiet und damit als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen. Zu den Mooren zählen das „Ettaler Weidmoos“, das „Pulvermoos“ und das „Kochefilz“.
Die typische alpine Talmoorkette hat eine Fläche von ca. 630 Hektar und weist eine große Bandbreite an Moor-Lebensraumtypen auf. Flachmoore, ausgedehnte Pfeifengras-Streuwiesen, kalkreiche Quell- und Niedermoore, feuchte Hochstaudenfluren, Kalk- und Trockenrasen sind charakteristisch für das Schutzgebiet. Zudem befinden sich armleuchterreiche Bäche, Quelltöpfe und Quellbäche der Ammer in den Mooren. Skabiosen-Scheckenfalter, helle und dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, Gelbbauch-Unken, Sumpf-Glanzkraut und Firnisglänzendes Sichelmoos sind einige der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten in dem Schutzgebiet.

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Naturschutzgebiet Altenauer Moor

Das Naturschutzgebiet „Altenauer Moor“ hat eine Größe von ca. 58 Hektar und wurde 1973 unter Schutz gestellt. Eine Besonderheit des Moors ist das Auftreten vielfältiger Moorstrukturen. Das Altenauer Deckenmoor wird durch Flach- und Übergangsmoore verbunden. Das vergleichsweise kleine Naturschutzgebiet ist durch eine hohe Artenvielfalt geprägt und beheimatet beispielsweise über 300 Falterarten, Brutvögel, Trockenrasenarten und Farn- und Blütenpflanzen, die zum Teil auf der Roten Liste Bayerns stehen und vom Aussterben bedroht sind. Zudem hat das „Altenauer Moor“ eine hohe landschaftsökologische Bedeutung, da es relativ unbelastete Oberflächen- und Grundwassereservoirs aufweist.

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Landschaftsschutzgebiet Ramsachleiten und Alte Loisach bei Murnau am Staffelsee

Die Gebiete zwischen dem Naturschutzgebiet „Murnauer Moos“ und Murnau am Staffelsee sowie entlang der „Alten Loisach“ werden als Landschaftsschutzgebiet unter der Bezeichnung „Ramsachleiten und Alte Loisach“ seit 1997 geschützt. Das Gebiet hat eine Größe von ca. 259 Hektar. Im Rahmen der Schutzausweisung soll vor allem die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die weidegenutze bäuerliche Kulturlandschaft erhalten und von weiterer Bebauung freigehalten werden. Dem Naturschutzgebiet „Murnauer Moos“ wird dadurch ein zusätzlicher Schutzpuffer verliehen.
Die Feuchtflächen und Trockenstandorte des Gebietes haben eine große floristische und faunistische Bedeutung für die Natur.

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