Wertach

Alpenflusslandschaften mit CLAIM

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Die Wertach innerhalb Alpenflusslandschaften – Vielfalt Leben von Ammerse bis Zugspitze

Die Wertach entspringt nahe der österreichischen Grenze im südöstlichen Oberallgäu in den Allgäuer Alpen durch den Zusammenfluss des Kaltenbrunnenbachs und des Eggbachs und ist rund 150 Kilometer lang. Bei Augsburg mündet die Wertach dann in den Lech.

Der Oberlauf der Wertach hat noch Wildflusscharakter und ist durch eine ständige Verlagerung des Flussbettes und ausgedehnte Schotterbänke geprägt. Am Grüntensee, nahe der Marktgemeinde Wertach, wird das Wasser der Wertach erstmals durch einen Damm aufgestaut. Der Stausee wurde 1962 gebaut und dient dem Hochwasserschutz und der Erzeugung elektrischer Energie durch Wasserkraft. Der Bereich um den Grüntensee hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet entwickelt. Insgesamt durchläuft die Wertach rund 30 Stauseen. Ab Marktoberdorf ist der Fluss stark begradigt und kanalisiert. In den Verlauf der Wertach wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts eingegriffen, sodass sie ihren ursprünglichen Charakter fast komplett verloren hat. Ziel war es, die Hochwasser einzudämmen und das Flusstal zu bewirtschaften. Der ehemals 150 Meter breite Flusslauf der Wertach wurde auf 35 Meter eingeengt. Dadurch gewann sie an Fließgeschwindigkeit und grub sich durch die erhöhte Schleppkraft in die Tiefe. Bei Augsburg war sogar die Standsicherheit von Brücken und Staustufen gefährdet. Es kam zu besonders extremen Hochwassern, wie zum Beispiel an Pfingsten 1999. 1997 wurde das Projekt „Wertach Vital“ im Raum Augsburg durch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth initiiert. Sohlrampen zur Stützung der Flussohle, Sohlsicherungsmaßnahmen, der Bau von Fischpässen, Flussbettaufweitungen und die Abflachung von Uferböschungen waren unter anderem Teil des Projektes. Ohne die Flussbegradigung Ende des 19. Jahrhunderts wären diese Renaturierungsmaßnahmen wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen.

Ein landschaftlich besonders schöner Fleck der Wertach befindet sich zwischen Görisried und Leuterschach: der Wertachdurchbruch. Der Bereich ist als Natura 2000 FFH- und Vogelschutz ausgewiesen. Hier durchschneidet die Wertach 70 Meter tief einen Molasserücken. Weiter nördlich folgt die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Wertachschlucht mit zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten.

Weiterführende Informationen und Quellen unter: www.wikipedia.org, www.alpenflusslandschaften.de, www.allgaeu-abc.de  und www.pfersee.de


Natura 2000 Gebiet Wertachdurchbruch

Der Wertachdurchbruch ist sowohl als FFH- als auch als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und hat eine Größe von 876 Hektar. Das Durchbruchstal der Wertach ist wasserbaulich nur gering verändert. Charakteristische Lebensräume sind Kiesbänke und Uferanrisse. Erlen-Eschen-Auwälder und naturnahe Schlucht-Mischwälder kommen hier vor. Der alpine Fluss Wertach mit seiner oligotrophen Gewässerqualität wird im Schutzgebiet erhalten und wiederhergestellt. Ein großes Angebot an Altholz, Totholz und Höhlenbäumen bietet Habitatstrukturen für Spechte und deren Höhlenfolgenutzer…

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