Umgehungsstraßen-Projekte im Landkreis Starnberg

Im Landkreis Starnberg gibt es kein Mobilitätskonzept, das wie im Landkreis Ebersberg die Verkehrsträger Auto, ÖPNV, Fahrrad und Fußgänger gleichberechtigt in die Infrastruktur-Diskussion einbezieht. Also werden zur Zeit unkoordiniert von Landkreisgemeinden Umfahrungen in gemeindlicher Sonderbaulast gebaut bzw. geplant. Da alle im Westen liegen, werden mit unseren vorherrschenden Westwinden Lärm und Abgase den Orten erhalten bleiben. Dabei hätte man aus den alten Projekten lernen können: die Verlegungen der B2 aus Traubing und Pöcking muss man innerorts wie außerhalb als gute Beispiele nennen.

Aber schon bei der Westumfahrung Weßling gab es jahrzehntelange Kämpfe, bis über ein Bürgerbegehren im September 2013 die gemeindliche Sonderbaulast mit knapper Mehrheit erzwungen wurde.

Aktion des BN gegen die Westumfahrung Weßling

Aktion des BN gegen die Westumfahrung Weßling

Wertvolle und schöne Landschaft wird verloren gehen, die Bürger von Weßling werden nicht die erhoffte Ruhe gewinnen, denn die Gemeinde plant gerade die Verdoppelung der Fläche eines Gewerbegebiets an der alten Straßenachse. Die bereits gebaute Umfahrung Oberbrunn/Unterbrunn bringt eindeutige Entlastung für die beiden Orte – aber viele Bürger wie auch der BN wurden von der Lage der Straße im Waldgebiet überrascht. Eine Planänderung zugunsten landwirtschaftlicher Flächen wurde nicht veröffentlicht und stellte alle vor vollendete Tatsachen. Die geplante Westtangente Starnberg hat bei schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Landschaft nur einen äußerst geringen Nutzen, weil der Umweg vor allem bei täglicher Benutzung zu groß ist. Wieder wurde ein schöner Landschaftsteil des Fünfseenlandes veralteten Mobilitätskonzepten geopfert.

Da die eigentlich nicht Westumfahrung zu nennende Straße sehr nahe an Baugebieten innerhalb von Inning vorbeiführt und wieder Anwohner mit Lärm etc. belastet werden, stufte die Regierung das Vorhaben schon zurück. Die gemeindliche Sonderbaulast wurde durch ein Bürgerbegehren Ende 2013 gestoppt. Die Westumfahrung Gilching wäre ohne ausreichende Radwegeunterführungen gebaut worden. Dagegen wehrten sich Bürger und verlangten, dass drei Unterführungen in das Planfeststellungsverfahren zusätzlich bzw. anders als geplant aufgenommen werden. Im Februar 2014 wurde dies im Stichentscheid mit 55 % gegen das Ratsbegehren für eine Beibehaltung der Planung angenommen.

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten – dies gilt vor allem im autoverliebten Landkreis Starnberg mit seiner deutschlandweit höchsten PKW-Dichte für einen ländlichen Kreis.

Foto: © Bund Naturschutz Kreisgruppe Starnberg

Weitere Informationen in der 40 Jahre Kreisgruppe Starnberg Borschüre

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