Vogelschutz am Starnberger See

Der „Starnberger See“ ist als Vogelschutzgebiet, FFH- sowie Ramsar-Gebiet ausgezeichnet. In Vogelschutzgebieten sollen wildlebende Vogelarten und deren Lebensräume erhalten werden. Im Winter rasten bis zu 25.000 Vögel aus Nord- und Osteuropa bei uns. Besonders die Wasservogeljagd scheucht aber viele Tiere auf, die so ihre Reserven für den Rückflug verlieren.

Gans mit Nachwuchs in Tutzing am Starnberger See

Gans mit Nachwuchs in Tutzing am Starnberger See

Natürlich gibt es im Sommer Konfliktpotenzial zwischen Mensch und Gans. Die Kreisgruppe Starnberg hat dazu immer Lösungsvorschläge gemacht, die sich am Landwirtschaftsministerium orientieren. Die Kanadagans hat nicht die hohe Ausbreitungsdynamik der Graugans, sondern lokal stabile Bestände, die sich langsamer ausbreiten. Gänse lieben Kurzgraswiesen, wo sich auch Menschen in ihrer Freizeit gerne aufhalten. Als Lösungsansätze bieten sich Barrieren an Badestränden, Schwimmbarrieren, die Lenkung der Gänse auf Flächen abseits der Badebereiche sowie die Anlage und Pflege von speziellen Kurzgraswiesen für Gänse an. Durch Flächenmanagement will man die Gänse dorthin locken. An anderen Stellen sollen sie dafür vergrämt werden. Vor allem in Zentren des Vogelschutzes ist dies die wichtigste Methode, da dort Maßnahmen wie die Bejagung verboten sind. Auf das Thema Schilfschutz gehen die Experten nicht mehr ein, weil es keinen Nachweis für die Schädigung durch Gänse gibt. Interessant ist, dass die Gänse seit über 5 Jahren (trotz erfolgter Abschüsse bis zu 100 Tieren) mit 140 – 180 Tieren gleich geblieben sind. Wir können deshalb nicht verstehen, wieso 2014 eine Verkürzung der Schonzeit für die Kanada- und Graugans erlassen wurde, noch dazu ohne Abschusspläne oder Zielvorgaben, so dass es im Ermessen der Jäger liegt, wie viele Gänse geschossen werden. Praktisch dürfen sie 51⁄2 Monate lang schießen, solange sie noch Gänse in ihrem Revier antreffen. Das ist umso unverständlicher, als in der Vergangenheit die Jagd jeden Nachweis schuldig geblieben ist, dass sie die gewünschten Effekte auf die Lenkung oder die Regulation von Gänsebeständen hatte.

Kanadagänse im Starnberger See bei Tutzing

Kanadagänse im Starnberger See bei Tutzing

Die Gänse am Starnberger See verdienen es, dass ihr Leben objektiv betrachtet wird. Seit mehr als 30 Jahren befinden sich Grau- und Kanadagänse im Bereich 5-Seen-Land. Gemäß § 7 Bundesnaturschutzgesetz gilt als heimische Art jede wild lebende Tier- oder Pflanzenart, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluss eingebürgerte Tiere oder Pflanzen der betreffenden Art im Inland in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten. Das trifft auf alle Gänse am See zu.

Ein besonderer Tipp zur Beobachtung sind im Frühsommer die Gruppen von Jungen mit den wenigen Elterntieren. Viele graue Federknäuel äsen geschickt kleine Graswurzeln – immer unter Aufsicht von älteren Tieren.

Fotos: © Bund Naturschutz

Weitere Informationen in der 40 Jahre Kreisgruppe Starnberg Borschüre

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