Vogelschutzgebiet Estergebirge – Tafel 7 auf dem Geolehrpfad Herzogstand

Das Vogelschutzgebiet Estergebirge ist Teil des Netz Natura 2000, einem länderübergreifenden Netzwerk von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union. In der von Menschen stark veränderten Landschaft sind Schutzgebiete immer wichtiger. Sie bieten den Vögeln Ruhe- und Lebensräume, Brut-, Mauser- und Überwinterungsquartiere.

Das Vogelschutzgebiet Estergebirge, das vorrangig bedrohte Vogelarten und deren Lebensräume schützt, umfaßt eine Fläche von 12.149 ha. Der kleine, zusammenhängende Gebirgsstock des Estergebirges ist nur wenig erschlossen und deshalb Rückzugsgebiet vieler störungsempfindlicher Arten. Es zeichnet sich durch eine besondere Dichte und Vielfalt an Teillebensräumen und Biotopen aus, die sehr gut miteinander vernetzt sind. So wechseln sich steile, schattige Schluchten mit großflächigen, reich strukturierten Laub-, Misch- und Nadelwäldern ab. Ein großes Angebot von Alt- und Totholz in den Wäldern, kleine Lichtungen, Bereiche mit lichtem Baumbestand, sowie Kraut- und Beerensträucher bieten Auer-, Birk- und Haselhühnern, Schwarz-, Weißrücken- und Dreizehenspechten ideale Lebensbedingungen.

Auch Sperlings- und Rauhfußkauz fühlen sich dort wohl. In höheren Lagen finden sich große Latschenfelder, typische alpine Kalk- und Mergelrasen, Almflächen und Schutthalden.

Adlerfedern © GEO-TRIP

Dort ist der Lebensraum von Schneehuhn und Alpenbraunelle. Die unzugänglichen Felswände mit ihren Nischen und Spalten sind dagegen beliebte Nist- und Brutplätze von Steinadlern, Wanderfalken, Alpenmauerläufern und Uhus. Das Estergebirge ist sehr stark verkarstet und enthält eine Vielzahl von Höhlen, die von Fledermäusen als Schlaf- und Winterquartier genutzt werden. Auch in Vogelschutzgebieten kann Land- und Forstwirtschaft betrieben werden. Allerdings unterliegen die Bewirtschaftungsformen besonderen Anforderungen. So ist es beispielsweise verboten, Bäume mit Nisthöhlen oder Horsten zu fällen. Maßnahmen, die zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebensräume führen, wie zum Beispiel der Bau einer Forststraße, bedürfen einer Genehmigung. Um eine naturverträgliche Nutzung sicherzustellen, gibt es die runden Tische. Hier sitzen Grundeigentümer, Vertreter von Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei, Vereine (z.B. Alpenverein), Natur- und Vogelschützer, sowie die Vertreter der zuständigen Behörden zusammen und erarbeiten umsetzbare Lösungen.

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