Vorschulkinder entdecken Bäume im Grünwaldpark

Picture1Mit einer Vorschulgruppe aus München Neuhausen machten wir uns für 2 Tage auf den Weg in den Grünwaldpark, um Bäume zu entdecken. Die Kinder kannten diesen Park schon sehr gut, da sie in ihrer Freizeit oft auf den Spielplatz gingen. Diesmal hatten wir aber Anderes vor.

In der Vorbereitung las ich ihnen die Geschichte wie „Das Mädchen mit den langen Zöpfen“ einen Hilferuf der Buchen hörte, da die Wildschweine ihre Rinde an knabberten. Daraufhin entdeckte das Mädchen, dass sie die Tiere mit den Früchten der Buche anlocken konnte und sie somit von der Rinde fernblieben.

Wir fanden zusammen heraus, dass nicht nur Wildschweine die Bucheckern liebten, sondern auch Mäuse, Eichhörchen und Vögel. Ich erzählte ihnen, dass das besondere an Buchen das schwere harte Holz und deshalb sehr gut für Möbel geeignet ist. Wir sahen uns im Kindergartenraum um und stellten fest, dass vieles aus Holz gebaut war, wenn auch nicht alles aus Buchenholz. Ich fragte sie, was für Bäume sie noch kannten: „Fichte, Kiefer, Tanne, Ahorn,..“ Warum ist es gut, dass es viele verschiedene Bäume gibt? „Weil wir sonst keine Äpfel hätten!“ und was für Obstbäume kennt ihr noch? „Birne, Kirschen, Zwetschgen, .. “

Anschließend gab ich ihnen eine kleine Einführung, wie sie mit den Tablets fotografieren konnten. Auf die Frage was das Internet ist, kam die Antwort: „Man kann dort bestellen“. Ich erzählte ihnen, dass wir eine Art Zeitung im Internet haben, in die auch ihre Fotos hineinkommen würden. Deshalb sollten sie darauf achten, dass sie u.a. Fotos machten, auf denen keine Personen zu sehen waren. Zudem gab sich jedes Kind einen anderen Namen. Die Personenfotos sollten dann in die Kindergartenmappe.

1.Tag:

Beim Ankommen im Grünwaldpark sahen wir gleich zu Anfang einen sehr großen Baum. Im Winter sind Bäume schwerer zu bestimmen, am 2. Tag fanden wir am Boden noch einige Bucheckern somit vermuteten wir, dass es sich um eine Buche handelte. Ich ließ die Kinder den Baum umarmen. 6 Kinder wurden benötigt. Nach der Meßtabelle gerechnet, war also dieser Baum ca. 36 Jahre alt. Nachdem wir einen Platz fanden, an dem wir unsere Sachen abstellen konnten, gab es ein kleines Aufwärmspiel „Neugierige Eichhörnchen“ .  Abgelenkt wurden wir dann von einer kleinen kulturellen Einlage. Eine Japanerin spielte sich erst einmal nach japanischer Musik beim Tischtennis warm und tanzte danach ein Solo. Also neben einer Natur- gab es auch noch eine Kulturerfahrung 🙂

Sonne fotografiert Kieferndach

‚Sonne‘ fotografiert Kieferndach

Kurz vor dem Frühstück schauten wir uns im Grünwaldpark die Bäume an. Wir sammelten Früchte, die noch vom Herbst am Boden lagen und machten einige Fotos. Wir fanden heraus, dass es sehr viele Buchen mit unterschiedlicher Rinde gab, 3 sehr große Kiefern und auf der Nebenwiese 3 Babykiefern. Am Rande des Parks gab es 2 Eiben. Ich erklärte den Kindern, dass dieser Baum giftig ist und er im Herbst rote Früchte trägt.

Moosbedeckte Baumrinde von Regenbogen

Moosbedeckte Baumrinde von ‚Regenbogen‘

Kiefer fotografiert von Sonne

Kiefer fotografiert von ‚Sonne‘

Gesammelte Kiefernzapfen von Kastanie

Gesammelte Kiefernzapfen von ‚Kastanie‘

Wolke fängt ...

‚Wolke‘ fängt …

... Eindrücke aus dem ...

… Eindrücke aus dem …

... Park ein.

… Park ein.

Baumrinden...

Baumrinden…

... fotografiert von ...

… fotografiert von …

... Buchecker...

… ‚Buchecker’…

,,, und dazu noch einen Regenwurm...

,,, und dazu noch einen Regenwurm…

Eiben fotografiert

Eiben fotografiert

von Busch...

von ‚Busch’…

und von Baum

und von ‚Baum‘

Nach dem Frühstück im Freien gab es zwischen den Buchenbäumen noch kleine Spieleinlagen wie z.B. die blinde Schlange (wobei bei uns der Schlangenkopf die Führung übernommen hat), Bäumchen wechsle dich und blindes Bäume tasten.  Zum Abschluss bekam jedes Kind ein Blatt Papier, um mit einem Wachsmalstift eine Baumrinde abzupausen.

2.Tag

Am zweiten Tag war das Wetter nicht so sonnig, aber trocken. Und es waren kaum Menschen unterwegs. So konnten wir uns uns ganz auf unsere Dinge konzentrieren. Nach einer kurzen Wiederholung vom Vortag, machten wir uns an die Arbeit Stöcke aus dem Grünwaldpark zu sammeln und daraus ein Zelt zu bauen. Diese Aktion hat alle so vereinnahmt, dass wir ganz uns gar die Zeit vergaßen. Es entstand eine richtige Teamarbeit. Es gab Kinder, die mit zum Äste sammeln ins Gebüsch kamen, es gab Kinder, die die grobe Struktur des Baumzeltes bauten und dann gab es Kinder, die sich mit den Feinheiten beschäftigten und versuchen die Wände Luft- und Lichtdicht zu machen.

Zweig fotografiert ein einsames Schneegöckchen ...

‚Zweig‘ fotografiert ein Schneeglöckchen …

... das Zweigenzelt in seiner Entstehung...

… das Zweigenzelt in seiner Entstehung…

... und ein kleins Kreuz aus Stücken zusammengelegt...

… und ein kleines Kreuz aus Stöcken zusammengelegt…

Beim Bauen entdeckten wir die unterschiedlichsten Formen und Größen von Ästen und Zweigen. Einige hatten Flechten und Moose an ihrer Rinde dran. Gezählt hat an diesem Tag die gemeinsame Arbeit, die auch von einzelnen Spaziergängern bewundert wurde.

Am Ende der Woche machte jedes Kind dem eigenen Wachsmalbilder und Fotos eine Collage. Außerdem sahen wir uns die kleine Sammlung von Früchten an, die wir mitgenommen hatten. Hierzu gab es noch ein kleines „Naturmemory“.

Ich danke euch Kinder für die zwei tollen Tage und einen lieben Dank für die Unterstützung seitens der Einrichtung sowie an die begleitende Erzieherin und Praktikantin 🙂

Quellen:

Meumann, Julia (2013): „Das Mädchen mit den langen Zöpfen“: Automnus Verlag, Berlin.

Neumann, Antje / Neumann, Burkhard (2013): „Waldfühlungen“: Ökotopia Verlag, Münster.

www.lernbiene.de

http://hmts.de/baumalter

http://www.kindergarten-homepage.de/spiele/sinne/fuehlen.html

http://www.spielewiki.org/wiki/B%C3%A4umchen_wechsle_dich

Spiele:

„Neugierige Eichhörnchen“: Von einigen außergewöhnlichen Eichhörnchen wird erzählt, dass sie sehr neugierig sind und unvermittelt stehen bleiben, wenn sie etwas Interessantes entdeckt haben. Dabei kann es vorkommen, dass sie alles um sich herum vergessen, sogar sich zu bewegen. Im Winter erstarren sie dann regelrecht an ihrem Platz. Glücklicherweise wissen sie aber, wie sie sich in diesem Fall aufwärmen können. Die Kinder übernehmen die Rolle der Eichhörnchen. Mit einer Ausnahme, stellen sich alle Kinder mit etwas Abstand (ca. 2m) zueinander auf und verharren dort wie die Eichhörnchen, die etwas Spannendes gesehen haben. Ein Kind spielt ein Eichhörnchen, das nicht ganz so neugierig ist wie die anderene und sich noch bewegen kann. Dieses hüpft zu einem erstarrten Kind und rubbelt es mit den Händen von oben bis unten warm. das auf diese Weise aufgewärmte Eichhörnchen kann nun ebenfalls zu anderen hüpfen und ihnen aus ihrer misslichen Situation heraushelfen. Im Schneeballsystem werden nach und nach alle Kinder warmgerubbelt. (Quelle Christina Diana Wenderoth; www.naturkunstundspiel.de)“

„Naturmemory“: Alle Naturmaterialien lagen am Boden. Wir saßen im Kreis. Ein Kind drehte sich um, während ein anderes einen Gegenstand wegnahm. Nun musste das Kind, dass sich weg gedreht hatte, erraten was fehlt.

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Ich durfte als begleitende Erzieherin, die zuvor in die Details des Projektes nicht eingeweiht war, einen wunderbaren Vormittag erleben. Die Kinder waren ausnahmslos konzentriert, voller Entdeckungsdrang und freuten sich, den ihnen bekannten Park unter neuen Vorzeichen zu erforschen.
    Die Aufgaben, Informationen und Spiele standen in einem ausgewogenen Verhältnis und ließen den Kindern Raum für eigene Ideen und Entdeckungen. Besonders der Einsatz des Tablets, mit dem jedes Kind eigene Schwerpunkte setzen konnte, fand großen Anklang.
    Der angrenzende Spielplatz, der normalerweise die Hauptattraktion des Parks ist, fand keine Beachtung. Welch gutes Zeichen!
    Es war eine große Freude, dieses Projekt begleiten zu dürfen und bestätigt wieder ein Mal, das sich die wertvollsten und anregendsten Spielmaterialien in der Natur finden. Unsere Aufgabe ist es, den Kindern diese Schätze altersgemäß näher zu bringen und ihnen die nötige Zeit zum Erforschen zu geben.
    Diese Projekt bitte unbedingt wiederholen!

    • Danke für die so positive Rückmeldung, dass Du dabei warst und uns begleitet hast. Es hat mir großen Spaß gemacht, den Kindern beim Entdecken und Erforschen zu zuschauen.

  2. Sonne fand das Projekt wirklich toll. Am besten hat ihr das gemeinsame Aufbauen des Zeltes aus Stöcken gefallen. Schön, dass die Kinder auf diese Weise die Vielfältigkeit der Natur und ihren hohen „Spielwert“ wieder entdecken.

    • Es freut mich sehr, dass es Sonne gefallen hat. Alle Kinder waren voll dabei und haben gemeinsam ein kleines Werk vollbracht.

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