Wildflussarten: Der Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) war früher ein typischer Bewohner natürlicher Kies- und Sandbänke entlang unserer Alpenflüsse wie Isar und Lech. Heute wird seine Population auf nur 500 Brutpaare in ganz Bayern geschätzt, daher steht der Vogel auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Merkmale und Gesang

Der Flussregenpfeifer ist etwa so groß wie eine Amsel. Er hat einen hellbraunen Kopf, einen hellbraunen Rücken, eine weiße Körperunterseite und lässt sich durch seine charakteristische schwarz-weiße Gesichtsmaske, den schwarzen Ring um den Hals sowie durch seinen unverwechselbaren gelben Lidring eindeutig bestimmen.

Den Winter über zieht der Flussregenpfeifer ins warme Afrika und kehrt erst im März wieder zurück. Ab April beginnt er mit der Brut, häufig zwei pro Jahr. Seine Eier, meist vier Stück, legt er auf unbewachsene Kiesinseln oder Kiesbänke direkt auf den Kies. Die Eier sind dort mit ihrer steingrauen Farbe und den dunklen Tupfen sehr gut getarnt.

Der Flussregenpfeifer ernährt sich von Würmern, Spinnen, Insekten, Larven und Weichtieren, die er dicht unter der Bodenoberfläche im seichten, schlammigen Uferbereich sucht. Bei der Nahrungssuche tippelt er in hoher Geschwindigkeit über die Kiesbänke und Kiesinseln.

Und so hört sich der Flussregenpfeifer an:

 

Gründe für seine Gefährdung

Durch Flussregulierungen und Verbauungen wurde der natürliche Lebensraum des Flussregenpfeifers weitgehend zerstört. Aber auch die intensive Freizeitnutzung von Kiesbänken und Kiesinseln in den naturnah erhaltenen Abschnitten der bayerischen Alpenflüsse gefährdet die Flussregenpfeiferbruten jedes Jahr aufs Neue. Badegäste, Spaziergänger, Griller und Bootsfahrer machen es dem extrem störungsempfindlichen Flussregenläufer schwer, seine Jungen großzuziehen. Die Eier, sind im Kies zwar gut getarnt, werden aber auch leicht übersehen und zertreten.

Bei Störung bspw. durch Freizeitnutzer und Hunde verlassen die brütenden Altvögel ihr Gelege und versuchen die vermeintlichen Angreifer durch sogenanntes Verleiten vom Gelege wegzulocken und in eine andere Richtung zu lenken. Dabei können die Eier und Küken auskühlen oder überhitzen und sterben. Es kommt auch vor, dass die Flussregenpfeifer ihre Brut bei Gefahr aufgeben. Ob die zweite Brut erfolgreich sein wird, bleibt im Hinblick auf den wachsenden Freizeitdruck fraglich.

Schutzmaßnahmen

Um seinen Fortbestand zu sichern, wird der Flussregenpfeifer ab Beginn der Balz intensiv beobachtet. Brutplätze werden im Zeitraum vom 15.3. bis 10.8. als Vogelbrutstätten mit Hinweisschildern (V) und Flatterleinen markiert. Für den Lech gibt es außerdem den Kiesbank Checker, eine App, entwickelt von der navama GmbH in Zusammenarbeit mit dem Lebensraum Lechtal e. V., welche die Besucher des Lechs darüber informiert, ob sie sich in einer Schutzzone befinden, in der gerade ein Flussregenpfeifer und andere geschützte Arten brüten. Die Betretungsregulierungen während der Brut- und Aufzuchtzeit sind auf jeden Fall zu beachten!

Der Kiesbank Checker steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Anwendung bedarf keiner Internetverbindung.

 

 

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