Wildflussarten: Der Flussuferläufer

Flussuferläufer

Das Verbreitungsgebiet des Flussuferläufers (Actitis hypoleucos), der auf den für Wildflüsse typischen kiesig-sandigen Schotterflächen brütet, ist in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft. Heute findet man ihn vor allem in den niederen Regionen der Alpenflusslandschaften, insbesondere an der Ammer und der Isar. Auch am Lech gibt es noch einige wenige Brutpaare. Bayernweit gab es davon 2007 nur noch 150 bis 190. Damit ist der Flussuferläufer heute in Bayern vom Aussterben bedroht.

Merkmale und Rufe

Der Flussuferläufers gehört zur Familie der Schnepfenvögel und ist etwa so groß wie eine Amsel. Er ist braun bis oliv-farben mit weißem Bauch. Der relativ lange Schnabel wird zur Spitze hin dunkler. An seinem Tiefflug knapp über der Wasseroberfläche und seinen schrillen Schreien (hididi) währenddessen kann er eindeutig bestimmt werden. Charakteristisch ist auch das Wippen mit dem Hinterleib, wenn er zwischen den Kieselsteinen nach Nahrung sucht. Sein Nest besteht aus einer mit Pflanzenmaterial gepolsterten Bodenmulde meist gut versteckt in Ufernähe. Der Flussuferläufer ernährt sich v. a. von Insekten, Krebstierchen, Spinnen und Würmern. Den Winter verbringt er am Mittelmeer oder in Afrika.

Und so hört sich der Flussuferläufer an:

 

Gründe für seine Gefährdung

Durch Flussregulierungen und Verbauungen findet der Flussuferläufer heute kaum mehr geeignete Brutplätze. Die Kiesinseln und Uferbereiche verbuschen zunehmend, da die Hochwasser ausbleiben. Diese einstigen Brutreviere werden für den Flussuferläufer damit unattraktiv. Aber auch der steigende Freizeitdruck an den Alpenflüssen gefährden seinen Fortbestand. Die gut getarnten Nester werden leicht übersehen und zertrampelt. Außerdem stören die Freizeitnutzer die Vögel bei der Brut, die ihre Nester fluchtartig verlassen. In der Folge kühlen die Eier bzw. Küken aus oder überhitzen, was nicht selten zum Tod führt.

Schutzmaßnahmen

Zum Schutz des Flussuferläufers wären Renaturierungsmaßnahmen zur Schaffung neuer Brutplätze sinnvoll. Durch den Rückbau von Uferbefestigungen ließen sich bspw. Auenbereiche wieder anbinden und die Flussdynamik bis zu einem gewissen Grad wieder herstellen. Aber auch dem Freizeitdruck an den Flüssen müsste Einhalt gewährt werden.

Für den Lech gibt es den Kiesbank Checker, eine App, entwickelt von der navama GmbH in Zusammenarbeit mit dem Lebensraum Lechtal e. V., welche die Besucher des Lechs darüber informiert, ob sie sich in einer Schutzzone befinden, in der gerade ein Flussuferläufer und andere geschützte Arten brüten.

Die Betretungsregulierungen während der Brut- und Aufzuchtzeit sind auf jeden Fall zu beachten!

Der Kiesbank Checker steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Anwendung bedarf keiner Internetverbindung.

 

 

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