Wildflussarten: Der Huchen

©Patrick Türk

Der Huchen (Hucho hucho) aus der Familie der Lachse (Salmoniden) lebt in sauerstoffreichen und kühlen Fließgewässern mit kiesigem Untergrund, den er für die Eiablage benötigt. Seine natürliche Verbreitung ist auf das Einzugsgebiet der Donau beschränkt, weshalb er auch als „Donaulachs“ bezeichnet wird. Der Bestand des natürlicherweise selten vorkommenden Fisches ist sehr gefährdet. Er wird daher in der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt und ist außerdem im Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gelistet. Damit gehört er zu den Arten, für die europaweit Schutzgebiete eingerichtet werden müssen.

Merkmale

Der Huchen ist mit seiner Länge von über 140 cm und seinen 30 kg einer der größten heimischen Fischarten. Auf dem kupferfarben-rotbraunen bis grünlichgrauen Rücken des langgestreckten, im Querschnitt fast runden Körpers befinden sich zahlreiche kleine dunkle Tupfen. Sein Kopf ist ebenfalls langgezogen und oben abgeflacht. Seine kräftigen Kiefer sind mit spitzen Zähnen bewehrt. Wie alle Salmoniden besitzt auch er eine Fettflosse.

Als Raubfisch ernährt er sich bevorzugt von Äschen, Nasen und Barben. Aber auch kleinere Wirbeltiere wie junge Wasservögel, kleine Nagetiere und Amphibien fallen ihn zum Opfer. Auf Beutezug ist er nachts unterwegs.

Die Weibchen legen die Eier im März/April in Laichgruben ab. Die Larven reifen im Schutz der Kies- und Steinlücken heran. Die Geschlechtsreife erlangt der Huchen mit drei bis vier Jahren. Er wird bis zu 15 Jahre alt.

Gründe für seine Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Huchen in der Donau bis weit oberhalb Ulm und in den Donauzuflüssen wie Isar, Lech und Regen verbreitet. Heute verhindern unpassierbare Querverbauungen wie Wehre und Dämme seine Wanderungen zu geeigneten Laichplätzen. Durch die Veränderungen in der Flussdynamik und die dadurch bedingte Verschlammung der Flusssohle sind außerdem geeignete Laichplätze selten geworden. Folglich gibt es kaum mehr sich selbst erhaltende Bestände in Bayern. Einer davon  findet sich in der Oberen Isar. Gerade dort ist aber auch der Freizeitdruck durch Bootsfahrer enorm, die durch das Anlanden an Kiesbänken und Kiesinseln die Eier und Larven zwischen den Steinen im seichten Uferbereich gefährden.

Durch Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums sowie über Besatzmaßnahmen werden die Huchenbestände in den bayerischen Flüssen gefördert. Für den Lech gibt es außerdem den Kiesbank Checker, eine App, entwickelt von der navama GmbH in Zusammenarbeit mit dem Lebensraum Lechtal e. V., welche die Besucher des Lechs darüber informiert, ob sie sich in einer Schutzzone befinden, die der Huchen für seine Eiablage nutzt oder in der andere geschützte Arten nicht gestört werden sollten. Die Betretungsregulierungen sind auf jeden Fall zu beachten!

Der Kiesbank Checker steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Anwendung bedarf keiner Internetverbindung.

 

 

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