Wildflussarten: Die Wasseramsel

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) lebt an sauberen, naturnahen und weitgehend ungestörten Bächen und Flüssen. Auch an unseren Alpenflüssen ist sie heimisch. Durch die vielfältigen menschlichen Eingriffe in ihren Lebensraum ist die Population der Wasseramsel während der letzten Jahrzehnte in ganz Deutschland stark zurückgegangen. Daher steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Merkmale und Gesang

Die schwarzbraun gefärbte Wasseramsel mit dem weißen Kehlfleck ist etwa so groß wie ein Star. Ihren kurzen Schwanz hat sie ähnlich wie der Zaunkönig beim Sitzen fast immer nach oben angehoben. Auffällig ist auch ihr ständiges „Knicksen“, wenn sie auf einem Stein nach Nahrung Ausschau hält. Die Wasseramsel fliegt schnell und dicht über dem Wasser, bevor sie sich kopfüber in die Fluten stürzt, um unter den Kieselsteinen nach Kleinkrebsen und Insektenlarven zu suchen. Die Flügel dienen ihr unter Wasser als Schwimmflossen. Auch kann sie am Grund laufen, indem sie die Flügel schräg nach oben stellt, um von der Strömung nach unten gedrückt zu werden. Sie kann von Unterwasser wieder direkt den Flug starten, indem sie die Luft unter ihren Federn zum Auftrieb nutzt. Auf dem Wasser schwimmt sie eher selten.

Ihr fußballgroßes, kugelrundes Nest baut sie bereits im März im Wurzelbereich am Ufer, aber auch unter Brücken und Steinmauern. Der Eingang zum Nest befindet sich unmittelbar über dem Wasser. Ist die Witterung günstig gibt es noch eine zweiten Brut.

Der Gesang der Wasseramsel ist sehr abwechslungsreich und besteht aus einer ca. 20 Sekunden dauernden Abfolge von zwitschernden und trillernden Phrasen in unterschiedlicher Tonhöhe. Damit ist die Wasseramsel nicht nur ein Wasser-, sondern auch ein Singvogel.

Und so hören sich die Rufe der Wasseramsel an

 

Gründe für ihre Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Gewässerverschmutzungen und Uferverbauungen sind die Gründe dafür, dass die Wasseramsel selten geworden ist. Auch macht ihr der zunehmende Freizeitdruck an Flüssen zu schaffen. Renaturierungsmaßnahmen sind ein wichtiger Beitrag für den Erhalt ihrer Population.

Für den Lech gibt es den Kiesbank Checker, eine App, entwickelt von der navama GmbH in Zusammenarbeit mit dem Lebensraum Lechtal e. V., welche die Besucher des Lechs darüber informiert, ob sie sich in einer Schutzzone befinden, in der gerade ein die Wasseramsel und andere geschützte Arten brüten. Die Betretungsregulierung während der Brut- und Aufzuchtzeit ist auf jeden Fall zu beachten!

Der Kiesbank Checker steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Anwendung bedarf keiner Internetverbindung.

 

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