Zu späte Einsicht an der Isarquelle

2004_Isarursprung

„Jetz werds Eng“ Demo 2004 (Foto: Pröttel)

Wie man den Zauber eines besonderen Ortes auch ohne Forststraßen oder Lifte zerstören kann, wurde 2004 leider im Karwendel Gebirge aufgezeigt. Durfte man früher schmalen Waldpfaden folgen, um mit etwas Gespür die versteckt gelegenen Quelltöpfe der Isar zu entdecken, so wird man heutzutage über einen breiten, aufgekiesten Fahrweg, an hohen Zäunen und einem Grabstein ähnlichen Felsen mit Aufschrift „Isar“ vorbei unmissverständlich zur Quelle geführt.
Das einmalige,zuvor nahezu unberührte Quellgebiet wurde bis zum letzten, ehemals unzugänglichen Quelltopf gnadenlos frei geholzt.

Auch die anfangs zustimmende Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol distanzierte sich nach Abschluss der Baumaßnahmen von dem Projekt. Der zuständige Koordinator Otto Leiner meinte damals: „Jetzt hat sich die Erschließung als großer Fehler herausgestellt, da man mit einer sanften Erschließung gerechnet habe.“
„Dass es dann so aussieht, auf diese Idee wäre niemand gekommen“, kritisierte Leiner weiter. Besonders störten ihn der “überdimensionierte Zaun, der viel zu breite Wanderweg, der ‚Grabstein‘ mit der Beschriftung sowie der Umstand, dass alle größeren Schatten spendenden Bäume gefällt worden sind“. Der Natur hilft diese späte Einsicht natürlich herzlich wenig.

Die Karwendel Schutzorganisation „Jetz werds eng“ brachte den ganzen Vorgang auf einem Demo Transparent 2004 auf den Punkt: „Hier ruht der Naturschutz im Karwendel“.

Weitere Infos: www.mountainwilderness.de

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